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Lexikon der Handelsgeographie

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Bibliographic data

fullscreen: Lexikon der Handelsgeographie

Monograph

Identifikator:
834011689
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-85682
Document type:
Monograph
Author:
Jung, Karl Emil http://d-nb.info/gnd/117659711
Title:
Lexikon der Handelsgeographie
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verl. des Bibliogr. Inst.
Year of publication:
1882
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 563 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Lexikon der Handelsgeographie
  • Title page
  • Contents

Full text

48 
Belgien (Industrie, Handel). 
mechanische Einrichtungen, außerdem cm 
400 Schiffe geliefert. Sie können jährlich 
100 Lokomotiven, 70 Dampfmaschinen, 
1500 verschiedene Maschinen, 8000 metr. 
Tonnen Brückenbestandteilc, Drehschei 
ben rc., 14 See- oder Flußschiffe, Panzer 
oder Kriegsschiffe herstellen. 1879 bewegte 
der Handel mit diesen Fabrikaten folgende 
Mengen (in Millionen Kilogramm): 
Einfuhr Ausfuhr 
Stuhl 4,3o 33,io 
Stahlwaren . . 0,68 3,ss 
Schmiedeeisen . . 8,4i 193,14 
Eisenwaren. . . 5,46 37,26 
Maschinen . . . 7,86 39,48 
Zusammen: 26,71 306,93 
Der Gesamtwert dieser Ausfuhr bezifferte 
sich auf rund 141 Mill., während der 
Einfuhrwert kaum 10 Mill. Mk. erreichte. 
Hierbei ist der Handel mit Waffen nicht 
eingerechnet, der in der Einfuhr 1,9 Mill., 
in der Ausfuhr 11,1 Mill. Mk. wertete. 
Mit über die Landesgrenzen hinausrei 
chender Bedeutung sind ferner hervorzu 
heben: die Baumwollspinnerei und 
-Weberei, Papierfabrikation und Glas 
fabrikation. Der Import von Rohbaum- 
lvolle bezifferte sich 1878 auf 43,2 Mill. 
Pfd.; in den zahlreichen Spinnereien ar 
beiteten 1880, meist in Gent und im Ar 
rondissement Nivelles, 800,000 Spindeln. 
Die Weberei hat ihren Sitz ebenfalls in 
Gent, dann in Courtrap, Brüssel u. a. O. 
und arbeitet, wie die Spinnerei, ansehn 
lich für den Export. ES wurden 1878 
eingeführt ausgeführt 
Baumwollgarn . . 550000 841000 Kilogr. 
Baumwollgewebe .1470000 3 853000 - 
Eine Specialität sind die ansgezeichucten 
Spitzen (»Brüsseler Spitzen«), die sich 
durch Leichtigkeit, Weiße und Feinheit 
auszeichnen. Einen großen Aufschwung 
hat die P api e rfabrikati 0 n genommen, 
welche ihre Centren in Lüttich und Brüs 
sel hat. Sie liefert bedeutende Quan 
titäten für den Export. Der Handel wer 
te te 1878 in der Einfuhr 2,700,000 
Mk., in der Ausfuhr 16,800,000 Mk. 
Als einer der hervorragendsten Erwerbs- 
zweige steht die Glasindustrie da, de 
ren Produkte im internationalen Han 
del eine sehr hohe Stelle einnehmen. ES 
waren 1874: 66 Glashütten im Betrieb, 
darunter 6 große Fabriken für Krystall- 
und Hohlglas. Hinsichtlich der Tafelglas 
fabrikation steht B. an der Spitze aller 
Länder, mit gewöhnlichem Fensterglas do 
miniert es auf dem Weltmarkt. Gnßspie- 
gel von ausgezeichneter Qualität liefern 
vier sehr große Fabriken. Die Ausfuhr 
dieser Fabrikate, welche sich in den letzten 
Jahren auf ziemlich gleichmäßiger Höhe 
erhielt, sich aber bei feinem Glas nahezu 
um das Dreifache vermehrte, betrug 1879 
Mir SpiegcígM 2,800,000 9Rf., Wer 
und Tafelglas 829,749 Etr., Bouteillen- 
glas 8318 Etr., ordinäres gefärbtes Glas 
19,152 Etr., feines Glas 24,605 Etr. Der 
Wert des Handels betrug 1878 in der 
Einfuhr 0,89 Mill. Mk., in der Ausfuhr 
31,65 Mill. Mk. Dagegen arbeiten die 
(1874) 2530 Bierbrauereien und 366 
Branntweinbrennereien (266 landwirt 
schaftliche und 100 andre) mehr für den 
einheimischen Konsum. — Die bestehende 
allgemeine Gewerbefreihcit datiert schon 
aus der frühern Bereinigung mit Frank 
reich. Dieselbe ist nur an bestimmte Ge 
werbevorschriften, teils mit Gesetzeskraft, 
teils in der Form von Instruktionen für 
die Staats- und Kommunalbehörden, ge 
bunden. Als wirksamer Hebel besteht sin 
Brüssel der Verein zur Beförderung der 
Nationalindustrie. 
Handel. 
Die glückliche Lage zwischen dem Norden 
und Süden Europas und zwischen Konti 
nent und Westeuropa hat den Handel in 
wunderbarer Weise gefördert. Die lästige 
Abgabe von Vh Fl.'pro Tonne für jedes 
in die Schelde einlaufende Schiff, welche 
B. nach dem Londoner Vertrag von 1839 
an Holland zu zahlen hatte, wurde 1863 
durch Rückkauf beseitigt; auch die Gleich 
stellung holländischer und belgischer Schiffe 
auf den Binnengewässern zwischen Schelde 
und Rhein wurde durch eine Rente von 
600,000 Fl. erkauft. Seitdem hat sich 
der belgische Handel in großartiger Weise 
entwickelt und zwar, Ein- und Ausfuhr 
zusammengenommen, durchschnittlich für 
die nachstehenden fünfjährigen Abschnitte 
und das Jahr 1878 wie folgt (in Millio 
nen Mart):
	        

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Lexikon Der Handelsgeographie. Verl. des Bibliogr. Inst., 1882.
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