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Lexikon der Handelsgeographie

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Bibliographic data

fullscreen: Lexikon der Handelsgeographie

Monograph

Identifikator:
834011689
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-85682
Document type:
Monograph
Author:
Jung, Karl Emil http://d-nb.info/gnd/117659711
Title:
Lexikon der Handelsgeographie
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verl. des Bibliogr. Inst.
Year of publication:
1882
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 563 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Lexikon der Handelsgeographie
  • Title page
  • Contents

Full text

I 
■' ■■■■' :■ • y.r 
70 Brake — Brasilien (Areal 
Ausgeführt wurden 1879: 31,5 Mill, kg 
Getreide (davon über die Sulinamün- 
dung: Weizen 11,2, Mais 13,i, Gerste 4,5, 
Mehl 4,7o2Jitl(.kg), ferner Roggen, Boh 
nen , Hirse, Rübsamen, Leinsamen. Teer, 
Bretter, Faßdauben. Die Einfuhr ist un 
bedeutend. 
Brake, Freihafenstadt int Großherzog- 
tum Oldenburg, an der Weser und einer 
Zweigbahn der Oldenburgischen Staats 
bahn; (1880) 4055 Einw. Belgisches Kon 
sulat; Filiale der Oldenburger Spar- und 
Leihbank, Vorschußverein. Tau- und Se 
gelfabriken, Schiffbau. Einfuhr von eng 
lischeil Kohlen, Holz, Petroleum; Aus 
fuhr von Getreide. Schinken u. a. Die 
Reederei hatte 1880 einen Gehalt von 
18,900 Ton. In den 6 m tiefen Hafen 
liefen 1879 beladen ein: 403 Schiffe von 
50,150 T., aus: 75 Schiffe von 21,185 
T.; in Ballast oder leer ein: 35 Schiffe von 
7027 T., aus: 265 Schiffe von 43,972 T. 
Brasilien, selbständiges, von Portu 
gal seit 1822 getrenntes Kaiserreich in 
Südamerika mit konstitutioneller erb 
licher Monarchie. Das Gcsamtareal der 
21 Provinzen betragt 8,337,218 qkm 
(151,412 QM.) mit (m2) 11,108,291 
Einw., dazu noch 1 Mill.Indianer. (Zum 
Vergleich: Europa hat auf 9,710,340 qkm 
315,929,000 Einw.) Sklaven gab cs 
Ende 1876 noch 1,419,966, am Ende des 
Jahrhunderts dürfte cs aber bei den fort 
gesetzten Freilassungen solche nicht mehr 
geben. Da der freigelassene Neger indes 
sen wenig Neigung zur Arbeit zeigt, so 
beabsichtigt man, Ehincseu einzuführen. 
Nach der Nationalität zerfiel die freie Be 
völkerung 1872 in 8,170,191 Brasilier 
und 243,481 Fremde, davon 121,246 
Portugiesen, 45,829 Deutsche, 44,580 
Afrikaner, 6108 Franzosen. Die Zahl 
der Deutschen, welche ihren Hauptsitz in 
der Provinz Rio Grande do Sill haben, 
aber altes) in den Provinzen Santa Eatha- 
rina, Paraná, São Paulo,Espirito Santo, 
Minas Geraes Kolonien gründeten, wird 
jetzt auf gegen 150,000 geschätzt. Nach der 
Konfession waren 1872: Katholische unter 
den Freien 8,391,906, unter den Sklaven 
1,510,806, zusammen 9,902,712; Akatho- 
lische 27,766 Freie. Seit Ende 1880 ha- 
und Bevölkerung; Ackerbau). 
beu auch Nichtkatholikeu volle bürgerliche 
Rechte. — Einwanderer waren 1864— 
1873:103,754, wovon 56,240 wieder ab 
reisten. Von den 47,514 in B. Verbliebe 
nen sind 34,126 Portugiesen, 5049Italie 
ner, 2266 Briten, 1682 Franzosen, 1504 
Spanier, 1382 Nordamerikaner, 1162 
Deutsche re. Aus Deutschland wanderten 
chi 1876:481,1877:1069,1878:1048, 
1879:1630 (vgl.Blumenau und Don a 
Francisca). — Die offizielle Sprache 
ist die portugiesische. 
Urproduktion. 
Ackerbau. Bei der großen Aus- 
dehilllilg des Landes von N. nach S. 
(4" 22' nördl. Br. bis 33° 44' südl. Br.) 
und der verschiedenen Höhenlage ist die 
Produktionsfähigkeit eine sehr verschie 
dene. Die Niederschläge sind meist sehr- 
reichlich, doch treten in einigen Gegcndeil 
des Nordens zuweilen verheerende Dür 
ren ein, und während im S. das Klima 
europäischen Naturen und Kulturen sehr- 
zuträglich ist, sind im die Fieber nicht 
leiten verderblich. — Unter allen Kul 
turen nimmt der Kaffeebau die erste 
Stelle ein. B. liefert von den Quantitä 
ten, welche in den Handel gelangen (1878 
auf ca. 10 Mill. Etr. geschätzt), nahezu 
die Hälfte. Ernte aus den kaffeebaueuden 
Provinzen Rio, Santos, Ceará und Ba 
hia 1878 — 79 ca. 6 Mill. Etr., wovon 
3,570,000 Säcke oder 4,280,000 Etr. zur 
Ausfuhr gelangten. Für den Kasfeebarl 
ist die Lösung der Arbeiterfrage aber von 
entscheidender Wichtigkeit. In neuester 
Zeit ist eine weitere Gefahrin ciuerKrank- 
heit hinzugetreten, welche gerade die kräf 
tigsten Stämme zuerst ergreifen soll. Der 
Kaffee wird ausschließlich auf großeil 
Pflanzungen und zwar mittelst Sklaven 
arbeit erzeugt. Wie wichtig die Sklaven 
frage für die Kaffee produzierenden Di 
strikte ist, geht daraus hervor, daß die drei 
Provinzen Rio de Janeiro, São Paulo 
tlnd MinaS Geracö 745,755 Sklaven be 
schäftigten. Wichtigste Kaffeehäfen: Rio 
de Janeiro und Santos. Kaffee geht 
meist nach den Bereinigten Staaten; der 
über Santos ausgeführte Kaffee ist im 
allgemeinen von besserer Qualität als daö 
Rio-Produkt, anet) ist die Produktion der
	        

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Lexikon Der Handelsgeographie. Verl. des Bibliogr. Inst., 1882.
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