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Tonkunst, Bildende Kunst, Dichtung, Weltanschauung (E,1.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Tonkunst, Bildende Kunst, Dichtung, Weltanschauung (E,1.1902)

Monograph

Identifikator:
834011689
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-85682
Document type:
Monograph
Author:
Jung, Karl Emil http://d-nb.info/gnd/117659711
Title:
Lexikon der Handelsgeographie
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verl. des Bibliogr. Inst.
Year of publication:
1882
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 563 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Deutsche Geschichte
  • Tonkunst, Bildende Kunst, Dichtung, Weltanschauung (E,1.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Tonkunst
  • Bildende Kunst
  • Dichtung
  • Weltanschauung

Full text

Weltanschauung. 
421 
einfach Religiöse abgeklärt; es ist die Zeit, da Harnacks „Wesen 
des Christentums“ von neuen Gottessuchern eifrig gelesen wird. 
Ob freilich der Zug ins Metaphysische dem Christentum 
wirklich zu gute kommen wird? Ist das moderne Christentum 
in der Verfassung der klugen Jungfrauen, die des Bräutigams 
warteten? Hat es in den großen Fragen, Anliegen, Nöten 
des letzten halben Jahrhunderts so zur Nation geredet, daß 
seine Stimme noch jetzt volles Gehör finden wird? 
Jedenfalls sind die neunziger Jahre die Zeit, in denen 
ein neuer Geist schon in mannigfaltigen Zungen zu Worte kam, 
wenn seine Außerungen auch heute noch vielfach recht unabgeklärt 
lauten. Von nur wenigen wichtigsten und in sich schon leidlich 
deutlichen Richtungen soll infolgedessen hier die Rede sein. 
Da ist zunächst eine ethische Tendenz, die in abgeschwächter 
Weise an den Wiedergeburtsgedanken erinnert, auch — wenn— 
gleich im Sinne des Gegensatzes — Einiges vom Evolutionismus 
aufgenommen hat, vor allem aber noch an alte liberale Ideale 
anknüpft. Sie hat sich dabei mit der von englischem und 
amerikanischemn Boden kommenden ethischen Bewegung be— 
freundet, ohne doch gerade in ihr aufzugehen. Am ein— 
fachsten ist sie vielleicht durch den Gedanken eines künftigen 
ewigen Friedens und durch das Bestreben gekennzeichnet, schon 
jetzt diesem Frieden vorzuarbeiten. Im Dienste dieser Idee 
hat die Baronin Bertha von Suttner (geb. 1848) ihren Roman 
„Die Waffen nieder“ geschrieben, der 1889 erschien und es im 
Jahre 1896 in der Volksausgabe schon auf eine Auflage von 
achtundzwanzigtausend Exemplaren gebracht hatte. Und schon 
etwas früher kam diese Richtung zum Ausdruck in der Dichtung 
Adalberts von Hanstein „Von Kains Geschlecht“ (1888) mit 
dem Schlußaxiom: 
Nicht um des Blutes willen gedeiht ja der Kampf! 
Glück soll sprießen dereinst aus wachsendem Leid, 
So wie dem Irrtum allein die Wahrheit entsprießt! — 
Und das Ende des Krieges ist heiliger Friede. 
Da es sich hier um einen Glauben handelt, so tritt auch früh 
schon der Umschlag umnmittelbar ins Religiöse ein, und leise
	        

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