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Zur Erneuerung des deutschen Bankgesetzes

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Bibliographic data

fullscreen: Zur Erneuerung des deutschen Bankgesetzes

Monograph

Identifikator:
834086425
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-82719
Document type:
Monograph
Author:
Helfferich, Karl http://d-nb.info/gnd/118773828
Title:
Zur Erneuerung des deutschen Bankgesetzes
Edition:
Sonderabdruck
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1899
Scope:
1 Online-Ressource (XI, 135 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Zur Erneuerung des deutschen Bankgesetzes
  • Title page
  • Contents

Full text

131 
opfert werden müßten, sind so allgemein anerkannt, daß man darüber 
kein Wort zu verlieren braucht. Aber auch die Vorteile der sich ans der 
Währungsgleichheit ohne weiteres ergebenden Verkettung der einzelnen 
nationalen Geldmärkte können nicht in Abrede gestellt werden. Diese 
Verkettung der Geldmärkte bedeutet nichts als eine Versicherung auf 
Gegenseitigkeit gegen allzngroße Zinsschwankungen. Wenn steigender 
Ziilsfuß Geld aus dem Ausland herbeizieht, wenn sinkender Zinsfuß 
Geld abfließen läßt, so ist die Wirkung nichts anderes als eine Aus 
gleichung der Zinsveränderungen. 
Die Verschiedenheit der wirtschaftliche!: Entwickelung der ein 
zelnen Länder und besondere Umstände können es mit sich bringen, 
daß hier ein Überfluß m: Geld besteht, während dort Geldknappheit 
herrscht. Nehmen wir als Beispiel die gegenwärtigen Verhältnisse. 
Wir haben in Deutschland seit drei Jahren einen ununterbrochenen 
Aufschwung, der alle verfügbaren Mittel in Anspruch nimmt. Die 
Zinssätze stehen bei uns hoch. England und Frankreich haben, um 
ans unseren hohen Zinssätze!: Vorteil zu ziehen, dem deutsche!: Geld 
markt große Summen, die sich auf Hunderte von Millionen Mk. be 
laufen sollen, zur Verfügung gestellt. Beide Teile haben davon Vor 
teil. Die starke ©ntfaítimg der deutschen Unternehmungen wäre 
ohne die Unterstützung durch fremde Mittel nicht in dem Maße, in 
welchem sie eingetreten ist, möglich gewesen, und die ausländischen 
Geldgeber nehmen an den Früchten des deutschen Aufschwungs teil. 
Der Streit, auf welcher Seite der größere Vorteil liegt, ist deshalb 
illusorisch, weil die Entwickelung der Dilìge hin und wieder die 
Rollen der einzelnen Länder vertauscht. Für beide Seiten besteht jedoch 
der unbestreitbare Vorteil einer gewissen Ausgleichung der Zinssätze. 
Die Aufhebung der internationalen Verkettung der Geldmärkte würde 
bei steigender inländischer Geldnachfrage die Herbeiziehung von 
Mitteln aus dem Ausland erschweren, bei sinkendem inländischen 
Geldbedarf die Verwendung brach liegender: Geldes int Ausland 
hemmen; sie würde also in dem einen Fall eine stärkere Erhöhung, im 
andern Fall ei:: tieferes Sinken des Diskontes innerhalb der ein 
zelne!: Länder mit Notwendigkeit herbeiführen. 
Das Ergebnis dieser Untersuchung ist, daß die Prämienpolitik, 
wie sie vor: der Bank von Frai:kreich praktiziert wird, einen merk- 
baren Einfluß auf die Goldbilai:z Frankreichs nicht ausgeübt hat; 
daß die Prämienpolitik überhaupt nur wirksam fein könnte auf Kosten 
9*
	        

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Zur Erneuerung Des Deutschen Bankgesetzes. Duncker & Humblot, 1899.
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