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Die baltische Wirtschaft

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Bibliographic data

Object: Die baltische Wirtschaft

Monograph

Identifikator:
834086425
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-82719
Document type:
Monograph
Author:
Helfferich, Karl http://d-nb.info/gnd/118773828
Title:
Zur Erneuerung des deutschen Bankgesetzes
Edition:
Sonderabdruck
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1899
Scope:
1 Online-Ressource (XI, 135 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Contents

Document type:
Monograph
Structure type:
Contents
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die baltische Wirtschaft
  • Title page
  • Contents
  • Polens Finanzlage im Jahre 1927
  • Polens Eisenhuettenindustrie
  • Die polnischen Staatsgruben in Oberschlesien
  • Die polnische Zuckerindustrie im Jahre 1927
  • Entwicklung des polnischen Kohlenexports ueber See
  • Der Danziger Hafen im Jahre 1927
  • The International Shipbuilding and Engineering Co. Ltd. ( Danziger Werft und Eisenbahnwerkstätten A.-G.), Danzig
  • „Weichsel" Danziger Dampfschiffahrt- und Seebad-Actien-Gesellschaft, Danzig
  • Polens Handelsbeziehungen mir den skandinavischen und baltischen Laendern
  • Die Wirtschaft in den Baltikumlaendern
  • Lettlands Staatsfinanzen
  • Lettlands Aussenhandel und Transit im Jahre 1927 (Januar-Dezember)
  • Die Latvijas Banka im Jahre 1927
  • Estlands Wirtschaft im Jahre 1927 (ein Ueberblick ueber einige bedeutende Wirtschaftszweige)
  • Die Waehrungsreform in Estland
  • Bank Handlowy w Warszawie
  • Polens Schiffahrtswesen
  • Das Flugwesen in Polen
  • Wissenschaft

Full text

DIE BALTISCHE WiRTSCHAFT 
Ein Rückblick auf die Entwicklung Polens 
Lettlands und Estlands im Jahre 1927 
Sonderbeilage zur Nr. 129 vom 6. Juni 1928 der „Baltiigen Dreifie“. Danzig. 
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POLENS FINANZLAGE IM JAHRE 1927 
Von STEFAN STARZYNSKI 
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Als drittes -staatliches Kreditinstitut” Tet=te” Dol- 
nische Postsparkasse (P. K. O.) zu erwähnen; Die 
Summe der Einlagen in diesem Institut ist von 128,8 
Millionen auf. 200,9 Millionen Zioty gestiegen, d. i. um 
'2,1 Millionen Zloty oder 56 Prozent. Im Einzelnen er- 
1öhten sich die Spareinlagen von 24,6 Millionen auf 
57,6 Millionen Zioty, d. h. fast um dreimal, was ein 
sprechender Beweis sowohl für die allgemeine Besse- 
ung der Wirtschaftslage als auch für die Zunahme des 
/ertrauens zum Staate ist... Der Saldo der Scheckkon- 
en hatte eine Zunahme von 104,2 Millionen auf 133,3 
Millionen Zioty (25 Prozent) erfahren. “ 
Es ist zu erwähnen, daß der langfristige Krectit, 
ler für Polen eine besondere Bedeutung besitzt, im 
‚ergangenen Jahre bedeutend gestiegen ist. Die. ge- 
:aamte Erhöhung des langfristigen Kredits stellte sich 
auf 601,0. Mültonen Zioty, was einer Verdreifachung 
ıtspricht. 
Das Jahr. 1927 gestaltete sich in finanziceHer Hin- 
sicht für Polen. äußerst günstig. Die. fortschreitende 
Entwicklung der Finanzen: des polnischen Staates hat 
es mit sich gebracht, daß. die bisher Polen gegenüber 
eine gewisse Zurückhaltung ausübende Finanzwelt ihre 
Aufmerksamkeit nunmehr. auf die Republik gelenkt hat, 
in der Absicht mit ihr in normale finanzielle Beziehun- 
gen zu treten, die der Bedeutung Polens in Europa 
Rechnung tragen. Als das weitragendste Ereignis auf 
finanziellem Gebiet dürfte im Jahre 1927 zweifels- 
ohne der von der polnischen Regierung getätigte‘ Ab- 
schluß der Auslandsanleihe bezeichnet werden, welche 
die Garantierung der durch. eigene Kräfte erlangten 
Stabilisierung der ‚polnischen Valuta sowie die Eröff- 
nung der. bisher verschlossenen: Möglichkeiten für eine 
10rmale Zusammenarbeit des internationalen Kapitals 
mit dem polnischen Markt zum Ziele hat. 
Die‘ günstige: wirtschaftliche Entwicklung Polens 
ermöglichte im Jahre 1927 eine erhebliche Erhöhung 
des staatlichen Budgets gegenüber dem Vorjahre. Die 
zesamten Einnahmen des polnischen Staates: sind von 
1 930,4 Millionen Zioty auf 2 797,4 Millionen Zloty ge- 
stiegen; das ist um 45 Prozent, wobei die rein budge- 
läreir Einkünfte eine Zunahme um 34 Prozent, nämlich 
von 1.895,2..Millionen auf. 2 545.0. Millionen. Zloty. 
erfahren haben. ® gm 
. Die Rubrik der Einkünfte aus der Emission des 
Papierkleingeldes, welche. infolge der Wirtschaft vor 
dem Mai 1926 noch beibehalten werden mußte, ist im 
Jahre. 1927 vonder Einnahmenseite vollständig. ver- 
schwunden.-. Anstatt dessen figuriert in Jahre 1927 
auf der Ausgabenseite die Position des Auskaufs von 
Papierkleingeld, da ‚nämlich die polnische Regierung 
den Ueberschuß ‚an diesem Gelde im Einklang mit dem 
Stabilisierungsplane etappenweise aus ‚dem Verkehr 
zicht.. 
Gleichzeitig mit der Zunahme der Staatseinkünfte 
sind auch die Ausgaben, allerdings unter Beibehaltung 
der für die Festigung der staatlichen Reserven un- 
entbehrlichen. Ueberschüsse, gestiegen. Eine Analyse 
der Ausgaben läßt die Feststellung zu, daß die Besse- 
rung der budgetären Lage die Erhöhung der Investi- 
tionsausgaben ermöglicht hat. Die günstige .Finanz- 
lage des ‚polnischen Staates im Jahre 1927 hatte zul 
Folge, daß der Ueberschuß der Finanzfonds, welcheı 
zu Beginn des Jahres‘ 196,7 Millionen Ztoty betrug, 
gegen Ende des Jahres um‘ 180 Prozent gestiegen ist 
und die. ansehnliche Höhe von 550,1 Millionen Zloty 
erreicht hat. Diese günstige Erscheinung ist in hohem 
Maße auf den Ueberschuß der: Budgeteinnahmen über 
die Ausgaben, der 276,2 Millionen Zloty betrug, zurück- 
zuführen; der Rest setzt sich aus den Einkünften aus 
der Stabilisierungsanleihe zusammen. 
Von der Besserung der Geldlage in Polen zeugt u 
a. die Steigerung des Geldumlaufs um 28 Prozent so- 
wie ferner die bedeutende Besserung des Verhältnisses 
zwischen den Banknoten der Bank Polski einerseits 
und andererseits dem Papierkleingeld und Hartgeld 
das vom Staatsschatz emittiert worden‘ ist. 
‚Die Zunahme des Geldumlaufs in Verbindung mit 
der gesundeten Zusammensetzung dieses Umlauts 
zeugt von einer günstigen Entwicklung der Tätigkeit 
der Bank Polski. Vergleichen wir die Bruttobilanzen 
der. Bank Pokki vom 31. 12. 26 (welche gemäß dem 
neuen Statut unter Berücksichtigung des wirklichen 
Wertes des Metall- und Valutavorrats in Umlaufzioty 
umgerechnet wurde) und vom 31. 12. 27, so müssen 
wir vor allem feststellen, daß ‘die Bilanzsumme fast 
um das Doppelte, nämlich von 1051,8 Millionen auf 
2.078,7 Millionen Zloty gestiegen ist. Auch die Kredit- 
jätigkeit der Bank Polski konnte im Jahre 1927 .‚be- 
deutend erweitert werden. Als Maßstab der gebesser- 
ten Kreditlage kann vor allem die Höhe - des Diskont- 
satzes gelten, der im Laufe des Berichtsjahres von 9% 
Prozent auf 9 Prozent im Februar, auf 8% Prozent im 
Möro und auf & Dratent im Mai ermäßiot worden ist 
Seit dieser Zeit hat. der Diskontsatz der Bank. Polski 
cxeine Aenderung erfahren, 
Den staatlichen. Banken‘ in Polen kommt mit 
dücksicht darauf, daß die Bedeutung des staatlichen 
Credits trotz des allgemeinen Kreditaufbaus sehr groß 
st, eine besondere Bedeutung zu. Die Bilanzsumme 
ier Bank . Gospodarstwa Krajowego‘ (Landeswirt- 
;chaftsbank). ist.von 769 Millionen auf 1334 Millionen 
7toty gestiegen, während die langfristigen Anleihen in 
Mandbriefen und Obligationen im Laufe des Jahres um 
69,7 Millionen. (von 169,8 Millionen auf 393,5 Millio- 
ıen) zugenommen haben. Die Emissionstätigkeit deı 
3ank Gospodarstwa Krajowego ist mithin im Laufe 
les Berichtsjahres verdoppelt. worden, wobei die Er- 
1öhung insbesondere in das zweite Berichtsjahr fällt. 
: In ähnlich günstiger Weise entwickelte sich. die 
>anstwowy Bank Rolny (Staatliche Agrarbank), deren 
3ilanzsumme im Laufe des Jahres 1927 um über drei- 
nal von 93,2 Millionen auf 303,4 Millionen Zioty und 
‚usammen mit den administr. Fonds auf 424,0 
‘Aillionen.. Zioty gestiegen ist... Der langfristige Kredil 
vurde in der Panstwowy Bank Rolny erst im Jahre 
926 aufgenommen, sodaß. hier die Steigerung um 12 
nal, nämlich von 4,5 Millionen auf 41,4 Millionen 
"toty besonders in die Augen fällt... x 
Wie aus obigem ersichtlich ist, hat sich also die 
Finanzlage Polens im Jahre 1927 wesentlich gebessert. 
m Zusammenhang damit ist das Vertrauen der Finanz- 
welt zu Polen: auf dem europäischen und amerika 
schen Markt in hohem Maße gestiegen, Diese Tat- 
sache findet ihren Ausdruck in den Verhandlungen der 
»olnischen Städte, der wirtschaftlichen Organisatimen 
und .der einzelnen Unternehmen über weitere Auslinds- 
ınleihen sowie. in. dem Zufluß neuen fremden. Kapitals 
ı1ach Polen. 
WEN 
POLENS EISENHUETTENINDUSTRIE 
In dem Maße, in dem das Wirtschaftsleben in Po- 
en zu den normalen Entwicklungsbedingungen zurück- 
ehrt, läßt - sich auch eine bedeutende Besserung aul 
ıllen Gebieten dieses Wirtschaftsiebens . beobachten 
Zesonders deutlich tritt diese Erscheinung in der 
Zisenhüttenindustrie zutage, deren rapide Entwicklung 
yereits 1926 begann und insbesondere dank der Nor- 
nierung der. wirtschaftlichen Verhältnisse in Polen das 
sanze Jahr 1927 hindurch bis auf den heutigen Tag 
inhielt.. Wie‘ bekannt sein dürfte, arbeitet die . pol- 
sche Eisenhüttenindustrie zum größten Teil (80 Pro- 
ent) für. den Inlandsmarkt. Sie ist demnach voll- 
tändig von.dem Verbrauch im Inlande, dessen Höhe 
\isher noch viel zu wünschen übrig ließ, , abhängig 
Ein deutlicher. Umschwung zum Besseren erfolgte 
m. vergangenen Jahre, als nach über 2 Jahren voll 
;tändigen wirtschaftlichen Stillstands in Polen eine 
sewisse Besserung in der Bauindustrie und metallver- 
wbeitenden Industrie eintrat, die Investierungen im 
3jsenbahnwesen begannen und im Zusammenhang da- 
nit der Eisenverbrauch im Inlande zunahm. . Noch im 
ahre 1926 betrug der Eisenverbrauch in Polen kaum 
21,6 kg. pro Kopf der Bevölkerung, 1927 dagegen 
’ereits 30,8 kg. . 
Wenn die Entwicklung des Wirtschaftslebens in 
>olen weiter. in dem Tempo vorwärtsschreiten wird, 
vie heute, dann wird die Produktion der polnischen 
lüttenindustrie schon in kurzer Zeit die Höhe des 
ahres 19*3 erreichen. Nachstehend lassen wir eine 
"abelle folgen, welche die Produktion der polnischen 
Tütten in den Nachkriegsjahren verglichen mit dem 
ahre 1913 illustriert: , 
Hochöfen Stahlwerke Walzwerke 
Tonnen % Tonnen .% Tonnen % 
1913 1031123 100,0 1660522 100,0 1198524 100,0 
«922 480125 46,6 1007488 60,7 747617 62/4 
1923 519635 50,4 1132306 68,2 2777460 64,5 
1924 334451 324 682410. 41,1 470859 39,3 
“925 314564 30,5 2782243 47,1 2585834 48,9 
926 327471 31,7 788078 47,4 562068 46,9 
927 617432 590 1246223 750 922753 76,8 
lem die Eisenindustrie Polens nach dem 2 Jahr datern- 
len -Rückgang sich wieder von Neuen zu entwickeln be- 
yann. ‘Diese Entwicklung tritt insbesondere im Jahre 
‚927 in Erscheinung. Im März d. J. gestaltete sich die 
>roduktion der polnischen . Eisenhüttenindustrie im 
Vergleich mit dem Jahre 1913 in. Prozenten ausge- 
{rückt folgendermassen: 
Hochöfen. . 67,6 Prozent . 
Stahlwerke ; 85,5 Prozent 
©  Walzwerke . 95,5 Prozent 
. Produktion der Eisenhütten in Tonnen: 
Monatsdurch- Roheisen Gußstahl Walzerzeug- 
>. schnitt nisse” 
1913 85.927 138.376 99.877 
1922 40.010 83.957 62.301 
1923 43.303 94.359 64.758 
1924 27.871 56.867 39.238 
1925 26.214 65.673 48.820 
1926 27.289 . 65.188 46.839 
1927 51.451 103.706 72.912. 
1928 Januar 59.105 104.285 69.881 
‚928 Februar 54.507 102.382 80.736 
928 März 58.124 118.351 95.042 
Alle Anzeichen sprechen dafür, daß die Produk- 
ionsziffern der nächsten Monate des laufenden Jahres 
ıoch günstiger ausfallen werden, zumal die erwar- 
ete bedeutende Belebung der Baubewegung zur Stei- 
zerung des Bedarfs sowohl seitens der Regierung als 
uch der Selbstverwaltungen und Privatkreise bei 
ragen dürfte. Eine günstige Konjunktur für die 
Jüttenindustrie auch für die Zukunft versprechen ” die 
rveplanten Investierungen der Regierung, wie. Bau und 
Ausbesserung der Brücken, Erweiterung des Eisen- 
yahnnetzes, Hafenbau etc. So gestaltet sich die Lage 
uf .dem Innenmarkt, Wenden wir uns jetzt dem Aus- 
andsmarkt zu. 
Der ausländische Eisenmarkt ist für die polnische 
Hsenindustrie ein Terrain des Kampfes mit den In- 
lustrien der benachbarten Länder, welche sich um {je- 
len Preis bemühen, der polnischen Hüttenindustrie das 
/erkaufsrecht insbesondere in denjenigen Ländern 
streitig zu machen, die infolge ihrer geographischen 
Lage sich als Absatzmärkte für Polen am besten eignen. 
Wie aus obiger Zusammenstellung hervorgeht, 
allen die Jahre 1926 und 1927 in den Zeitabschnitt. ir
	        

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Die Südrussische Eisenindustrie. Verlag Stahleisen, 1920.
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