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Zur Erneuerung des deutschen Bankgesetzes

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Bibliographic data

fullscreen: Zur Erneuerung des deutschen Bankgesetzes

Monograph

Identifikator:
834086425
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-82719
Document type:
Monograph
Author:
Helfferich, Karl http://d-nb.info/gnd/118773828
Title:
Zur Erneuerung des deutschen Bankgesetzes
Edition:
Sonderabdruck
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1899
Scope:
1 Online-Ressource (XI, 135 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Zur Erneuerung des deutschen Bankgesetzes
  • Title page
  • Contents

Full text

134 
für den Bimetallismus. Boíl Deutschland ist nun der Aufschwung 
der letzten Jahre ausgegangen, Deutschland hat mit intensivsten an 
ihm teilgenommen; erst später hat er sich auf England und die 
Vereinigten Staaten übertragen, während Frankreich bis in die letzte 
Zeit einer förmlichen Stagnation verfallen schien. Während die 
deutsche Handelsflotte, die vor einem Vierteljahrhundert gegenüber der 
französischen nichts bedeutete, diese weit überflügelt hat und stetig 
weiter wächst, macht die französische Handelsflotte trotz aller Schiffs 
bau-Prämien keine Fortschritte. Während der deutsche Außenhandel 
früher wesentlich unbedeutender war als der französische, belief sich 
im Jahre 1897 die deutsche Ausfuhr auf 3675 Millionen Aik., die 
französische Ausfuhr nur ans 2976 Millionen Mk. Wie sehr der 
niedrigere französische Diskontsatz durch das größere Angebot flüssiger 
Mittel und die geringere Nachfrage nach solchen verursacht ist, ergiebt 
sich daraus, daß die Bank von Frankreich bis in die letzte Zeit infolge 
der starken Konkurrenz der privaten Diskonteure Mühe hatte, bei 
einem Diskontsatz von 2 °/o ihre Mittel zu beschäftigen und ihr 
Wechselportefeuille zu füllen, während umgekehrt die Neichsbank 
Mühe hat, vermittelst eines Diskontsatzes von 5 % und jetzt sogar 
6 °/o die an sie herantretenden Kreditansprüche zu beschränken. 
Zur Verschärfung der Anspannung des deutschen Geldmarktes 
hat zweifellos das Börsengesetz, dessen Zustandekommen wesentlich 
denjenigen Kreisen, die heute am lautesten über die hohen Diskont 
sätze klagen, zu verdanken ist, einiges beigetragen. Durch die Unter 
drückung des Terminhandels aus einem weiten Gebiete hat der Ver 
kehr per Kassa, welcher ein größeres Quantum flüssiger Mittel not 
wendig macht, eine erhebliche Ausdehnung erfahren. Mit Recht 
bemerkt darüber der letzte Jahresbericht der Hamburger Handels 
kammer: „Je mehr daraus hingewirkt wird, die einen schnelleren 
Umsatz herbeiführenden börsenmäßigen Einrichtungen des Handels zu 
desorganisieren, desto mehr wird auch dauernd mit einer höheren 
Inanspruchnahme der Geldumlaufsmittel der Neichsbank zu rechnen 
sein." — Die Hauptursache der starken Anspannung des Geldmarktes 
ist und bleibt jedoch die gesteigerte Thätigkeit der deutschen Industrie. 
Wenn man diese Verhältnisse unbefangen überblickt, wenn man 
Deutschland bei hohen Diskontsätzen in einem erfreulichen Ausschwung 
sieht, Frankreich dagegen bei einem niedrigeren Diskont in einer 
förmlichen wirtschaftlichen Lähmung, dann kann man nicht ohne ein 
Lächeln die schweren Vorwürfe lesen, welche gegen die Diskontpolitik 
der Neichsbank erhoben werden. Es hört sich doch gar zu sonderbar
	        

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Zur Erneuerung Des Deutschen Bankgesetzes. Duncker & Humblot, 1899.
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