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Zur Erneuerung des deutschen Bankgesetzes

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Bibliographic data

fullscreen: Zur Erneuerung des deutschen Bankgesetzes

Monograph

Identifikator:
834086425
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-82719
Document type:
Monograph
Author:
Helfferich, Karl http://d-nb.info/gnd/118773828
Title:
Zur Erneuerung des deutschen Bankgesetzes
Edition:
Sonderabdruck
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1899
Scope:
1 Online-Ressource (XI, 135 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Zur Erneuerung des deutschen Bankgesetzes
  • Title page
  • Contents

Full text

53 
b) Die fiskalische Begründung der Verstaatlichung. 
Wenn nian zu einer richtigen Beurteilung der Verstaatlichungs- 
frage kommen will, muß man sich stets vor Augen halten, daß die 
Verstaatlichung nichts anderes bedeutet, als daß die Reichsregierung, 
welche heute schon die Reichsbank leitet und beaufsichtigt, die Reichs- 
bank statt mit privatem Kapital mit Reichsmitteln betreibeil soll. 
Deshalb ist der einzige von agrarischer Seite für die Verstaatlichung 
allgeführte Grund, der wirklich mit der Verstaatlichung etwas zu 
thun hat, rein finanzieller Natur. Das Reich, so wird behauptet, 
mache deil Allteitseigllerll der Reichsbank durch die Überlassnilg des 
Rotellrechts ein gäilzlich ullmotiviertes Gescheilk im Betrag voll 
vielen Millionen Mark b 
Es seien zunächst die thatsächlichen Verhältnisse dargelegt. 
Seit ihrer Begründung Hut die Reichsbailk ihren Anteilseigllern 
eine durchschnittliche Jahresdividende von 6,54 °/o gezahlt. Weiln 
man davon ausgeht, daß sich das Reich zu 3 bis 3bs b'o Geld be 
schaffeil kann, so liegt der Gedanke nahe, das Reich hätte bei Er- 
richtung der Reichsbank auf Reichsmittel jährlich 3 bis 3Vs °/o auf die 
120 Millionen Mark des Grundkapitals der Reichsbailk sparen können, 
ulld folglich habe es dell Anteilseigllern der Reichsbank dlirch die 
Überlassung des Roteilrechtes ein beträchtliches Gescheilk gemacht. 
So einfach liegt jedoch die Sache nicht. 
Eininal wurden die Anteilscheiile der Reichsbank bei ihrer Be- 
gründllllg llicht zu ihrem Renllwert, fonbern zu einem Kurs von 
130 begebeil, sodaß sich die durchschnittliche Verzinsung des von den 
Anteilseignern thatsächlich eingezahlten Kapitals nur auf etwa 
5 °/o stellt. 
Ferner war, als die Reichsballk begrünbet wurde, der Zinsfuß, 
zu welchem sich Reichsanleihen al pari unterbringen ließen, etwa 
4Va o/o, und erst im Saufe des verflossenen Vierteljahrhunderts ist 
er allmählich bis nahe an 3 °/o gesunken. 
Mit dem Betrieb eines jedeil Vallkgeschäftes ist außerdein ein 
gewisses Risiko verbuilden, das eine höhere Verzinsung verlangt als 
Staatspapiere, bereit regelmäßige Zinserträgnisse absolut gesichert 
sind. Wellll allch die Reichsbank bisher noch niemals nennenswerte 
1 So namentlich Dr. Otto Arendt in seiner Broschüre „Die Zukunft der 
Reichsbank", 1889, und in verschiedenen Artikeln des „Deutschen Wochenblatts". 
Ferner G. Ratzinger, Die Volkswirtschaft in ihren sittlichen Grundlagen, 
2. Ausl., 1895, S. 420 ff.
	        

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Zur Erneuerung Des Deutschen Bankgesetzes. Duncker & Humblot, 1899.
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