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Der Zukunftsstaat und die Lösung der socialen Frage

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Bibliographic data

fullscreen: Der Zukunftsstaat und die Lösung der socialen Frage

Monograph

Identifikator:
834226952
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-69893
Document type:
Monograph
Author:
Blume, Th. http://d-nb.info/gnd/172736765
Title:
Der Zukunftsstaat und die Lösung der socialen Frage
Place of publication:
Hannover
Publisher:
Meyer
Year of publication:
1884
Scope:
1 Online-Ressource (VIII, 118 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Der Zukunftsstaat und die Lösung der socialen Frage
  • Title page
  • Contents

Full text

16 
besondere Standesehre. So dünkt sich in seinem stolzen Standes 
bewußtsein der Adelige erhaben über den Bürgerlichen, der Offizier 
über den Civilisten, der Beamte über den Nichtbeamtcn, der Meister 
über den Gesellen, dieser über den Lehrburschen, der Landschafts 
oder Portraitmaler über den Stubcnmaler und dieser über den 
Anstreicher, der Kunstschlosser über den Fabrikschlosser u. s. w. 
Die Standesehre ist bekanntlich am schärfsten im Militair- und 
Bcamtenstande ausgebildet, weil hier Leistungen beansprucht werden, 
die nach dem gewöhnlichen Lohngesetze nicht bezahlt werden können; 
von dem Beamten wird Hingebung der ganzen Persönlichkeit an 
seinen Beruf gefordert; von dem Soldaten das Opfer des Lebens 
im Kriege und der Freiheit im Frieden, indem er sich unter die 
strengste Disciplin stellen muß. Zu solchen Opfern versteht sich 
der Mensch nur dann, wenn der mächtigste Trieb aller edleren 
Naturen, der Trieb der Ehre, ihn dazu anspornt. Der Ehrtrieb 
vermag Außerordentliches zu leisten, er befähigt zu Anstrengungen 
und Aufopferungen aller Art. Ja, um standesgemäß vor der Welt 
auftreten zu können, legen gering besoldete Offiziere unb Beamte 
sich willig die möglichsten Entbehrungen im Essen, Trinken und in 
Vergnügungen auf. llnb sind es nicht Künstler und Gelehrte, die 
häufig nur in der Ehre und dem Nachrühme einen Ersatz für die 
kärgliche Bezahlung ihrer Leistungen finden? llnd gewahren wir 
nicht selbst inmitten der socialistischen Fabrikarbeiter eine Anzahl 
von Familien als bessere Gesellschaft, gleichsam eine Arbeiter 
aristokratie der Wohlanständigkcit herausgebildet, die sich gesondert 
hält und trotz des Strebens nach allgemeiner Gleichheit sehr cmpfind- 
lich ist, weiln mall sie mit der großen Masse alls einen Haufen 
werfen will? Im Emporkommen sich befiildend, fordcril sie Don 
den andern Arbeitern, es ihnen gleich zu thun, um ihnen gleich zu 
werden; herabsteigen wollen sie nicht und von dem, lvas sic mühsam 
erspart haben, lvas ihnen und ihren Kindern zu gute kommen soll, 
für die Unordentlichen, Faulen und Vagabuildeil Etwas herzugeben, 
liegt ihnen erst recht wer weiß wie fern.
	        

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Der Zukunftsstaat Und Die Lösung Der Socialen Frage. Meyer, 1884.
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