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Der Zukunftsstaat und die Lösung der socialen Frage

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Bibliographic data

fullscreen: Der Zukunftsstaat und die Lösung der socialen Frage

Monograph

Identifikator:
834226952
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-69893
Document type:
Monograph
Author:
Blume, Th. http://d-nb.info/gnd/172736765
Title:
Der Zukunftsstaat und die Lösung der socialen Frage
Place of publication:
Hannover
Publisher:
Meyer
Year of publication:
1884
Scope:
1 Online-Ressource (VIII, 118 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Der Zukunftsstaat und die Lösung der socialen Frage
  • Title page
  • Contents

Full text

38 
Erstes Buch. Die Begründer. 
ob die Physiokraten zur Verneinung aller Gesetzgebung, aller Autorität, j 
mit einem Wort: zur Abschaffung des Staates gelangen müßten. 
Es ist sicherlich wahr, daß die Physiokraten dafür waren, die 
Gesetzgebungsmaschine auf ein Minimum zu reduzieren, und sie haben 
sogar erklärt, was nach ihnen die Anti-Interventionisten so oft wieder 
holen sollten, daß das nützlichste Werk der Gesetzgebung darin be 
stehe, die unnützen Gesetze abzuschaffen 1 ). Fest steht, daß nach 
ihnen, wenn man einmal neue Gesetze zu Hilfe nehmen muß, sie 
nichts weiter als die Niederschrift der ungeschriebenen Naturgesetze 
sein sollten. „Weder die Menschen noch die Regierung machen die , 
Gesetze und sie können sie auch nicht machen.“ Sie erkennen ; 
sie als in Übereinstimmung mit der höchsten Vernunft, die die Welt 
regiert und übergeben sie der Gesellschaft . . . Deshalb sagt man: | 
Gesetzesträger „legislateurs“ und man hat noch niemals gewagt, 
von: Gesetzesmachern „legisfacteurs“ 2 3 * * ) zu sprechen. Hier würde eine 
Menge mehr oder weniger authentischer Anekdoten ihren Platz finden. 
So erzählt man z. B. oft von Meeceee de la. Revieee, daß er, von der 
großen Katharina nach Petersburg berufen, um die Grundlage 
einer Verfassung zu entwerfen, ihr geantwortet habe: er würde sich 
wohl hüten, dies zu tun, da man „nur der Natur der Dinge ihren 
Lauf lassen brauche“, worauf ihm die Kaiserin glückliche Reise wünschte. 
Nichtsdestoweniger würde es ein großer Fehler sein, etwa in den 
Physiokraten die Vorläufer der Anarchisten zu sehen. Sie wollten 
so w r enig wie möglich Gesetzgebung, aber sie wollten so viel wie 
möglich Autorität, — was nicht dasselbe ist. Sie wollten sie aber 
nicht, wie unsere heutigen Liberalen, beschränkt und unter genauer 
Kontrolle;‘ihr Regierungsideal ist nicht die sich selbst regierende 
Demokratie wie die griechischen Republiken, ja nicht einmal die parla 
mentarische Regierungsform wie in England; im Gegenteil alles dies 1 
verabscheuten sie 8 ).-* 
’) „Schafft die unnützen, ungerechten, widerspruchsvollen und absurden Gesetze 
ab, und ihr werdet sehen, ob viel davon übrig bleibt“ (Baudeau, S. 817). BoisguillbbbbI 
hatte 60 Jahre vorher geschrieben: „Zur Schaffung eines recht großen Wohlstandes 
handelt es sich nicht darum, etwas zu tun, sondern mit dem Tun aufzuhören, | 
was nur einen Augenblick beansprucht.“ 
3 ) Quesnay, Maxim es I, S. 390. Auch Mbkcier de la Eiviüre schreibt im 
gleichen Sinn: „Die positiven Gesetze sind alle gegeben; sie können nichts anderes, 
als Feststellungen zur Erklärung der natürlichen Rechte sein“ (II, S. 61). Das liest 
sich wie ein Vorwort zur „Declaration des Droits de l’homme“. 
3 ) „Der politischen Freiheit brachten die Physiokraten die größte Verachtung 
entgegen.“ — Esmein, La Science politique des Physiocrates (Die Wissen 
schaft von der Politik bei den Physiokraten: Eröffnungsrede des Kongresses der ge 
lehrten Gesellschaften, Paris 1906). 
„Die griechischen Republiken haben niemals die Gesetze der Ordnung g' e " 
kannt. . . . Diese unruhigen, zur Vergewaltigung geneigten, tyrannischen Stämi» 6 *
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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