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Preußisches Landbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Preußisches Landbuch

Monograph

Identifikator:
834285843
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-29464
Document type:
Monograph
Author:
Rauer, Karl Friedrich http://d-nb.info/gnd/12122385X
Title:
Preußisches Landbuch
Place of publication:
Kiel
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 805 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Preußisches Landbuch
  • Title page

Full text

763 
ñuten Werk vorzustehen und solches zu kontinuireu geschickt sei, vor 
seinem Tode aufzutragen; wie denn auch derjenige Direktor, welchen 
dieser Steinbart etwa aunoch bei seinem Lebe» erwählen, oder bei 
seinem Absterben benennen möchte, und alle Successores oder DircktorcS 
des Waisenhauses, wie sie- nach einander folgen, eben das Recht haben 
sollen, einen Direktoren!, welcher den, abgehenden in der Ordnung fol 
gen soll. ebenfalls zu erwählen oder zu ernennen. Die Präceptores 
kann der jedesmalige Direktor, gleich andern Waisenhaus-Bedienten, 
nach seinem eigenen Belieben annehmen oder dimittiren rc." Die An 
stalt erhielt im Laufe der Zeit in Folge persönlicher Verbindungen der 
Direktoren aus der Familie T keinb art mancherlei Zuwendungen, 
wie die Karl v. Waldowschen Stiftsgüter Nendorf und Randen, 
die Freifrau v. D erffli ng er schcn Stiftsgütcr Kerkow und Kraus- 
eichc. Es bestehen bei derselben mehrere Stipendien für Studirendc, 
eine Gräflich v. S chmettowsche Freistelle und sechs Stellen für Kna 
ben von musikalischer Vorbildung. Durch ein volles Jahrhundert blieb 
die Verwaltung des Waisenhauses mit bestem Erfolge bei der Familie 
Steinbart. Gotthilf Samuel Steiubart, der dritte Direktor 
dieses Namens stiftete in der Anstalt das „Pädagogium", d. h. er er 
weiterte die Schule, welche im Waisenhanse sogleich nach deffen Stif 
tung errichtet, zwar nur eine Elementar-Schnle gewesen war, aber doch 
der Absicht der Stiftung--Urkunde gemäß einzelne befähigte Waisen 
bis zur Universität vorbereitet hatte, zu einem vollständigen Gym 
nasium, und traf auch die nöthigen Einrichtungen, um nichtvcrwaiseten 
Knaben und Jünglingen außer dem Unterricht in der Gymnasial-Schule 
Erziehung und häusliche Pflege zu gewähren. Friedrich II. ertheilte 
ihm unter dem 20. März 1766 die förmliche Bestallung als Direktor 
dieses neuen Zweiges des Waisenhauses, und die neue Anstalt selber, 
nämlich Alumnat nnd Gymnasial-Schule erhielten den Namen eines 
Königl. Pädagogiums. Durch die Privatinittel des Direktors Gotti,ils 
Samuel Steinbart ins Leben gerufen und durch die Privatmittel 
seiner Nachfolger weiter unterhalten, erhielt das Pädagogium, ohne 
eigenes Vermögen und ohne sichere Fundation, seit 1837 eine Staats- 
Unterstützung aus den Mitteln des Neuzcller Schul-Fonds von jähr- 
uch 2684-7 Thlr., wogegen der Staatsbehörde an Stelle des bis da- 
bln bestandenen allgen,einen Oberaufsichtsrechts eine erweiterte Ein 
wirkung auf die innern und äußern Verhältnisse der Anstatt von Sei- 
tcn des Direktors zugestanden wurde. Das „Waisenhaus" gewährtvater- 
ļosen, übrigens gesunden und nicht sittlich verwahrloseten Kindern Er- 
pehttng, Gymnasial-Unterricht und äußere Verpflegung, indem cS die auf- 
genommenen Kinder dem in den Räumen des Waisenhauses bestehen- 
ben Königlichen Pädagogium als Zöglinge übergicbt. Die Aufnahme 
^folgt zuerst auf ein Probejahr; wird der Kuabe demnächst in der 
Anstalt behalten, so dauern Erziehung und Unterricht bis zur Ein- 
segnung. Zeigt der Knabe Befähigung zu höherer Bildung, so kann 
'hm die Wohlthat gereicht werden, bis er sich die Reife für die Uni- 
bersttät erworben hat. Der zur Probe und nach bestandener Probe
	        

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