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Die Zucker-Industrie auf Cuba

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Bibliographic data

fullscreen: Die Zucker-Industrie auf Cuba

Monograph

Identifikator:
834298023
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-87504
Document type:
Monograph
Title:
Die Zucker-Industrie auf Cuba
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Kayssler
Year of publication:
1887
Scope:
1 Online-Ressource (115 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die Zucker-Industrie auf Cuba
  • Title page

Full text

8 
Einwohnerzahl auf rund 1 Millionen Seelen annimmt, was für die 
Beurtheilung des Consums und der Arbeiterverhältnisse von Wichtigkeit ist. 
Dabei mutz man die Vertheilung der Bevölkerung ans Stadt und Land 
un Auge behalten. Auch bezüglich der Städte sind die Angaben über die 
Seelenzahl außerordentlich verschieden. Für Havana allein wird eine solche 
von 200 bis 230 000 Bewohner und darüber angegeben. In den Handels 
nachweisen werden stets zehn Häfen aufgeführt, welche für den Verkehr 
der Insel Bedeutung haben. Nimmt man für diese, schlecht gerechnet, etwa 
300 000 Menschen, im Ganzen also die städtische Bevölkerung auf eine 
halbe Million Seelen an, so bleibt für das Platte Laild nicht mehr als 
höchstens eine Million übrig. Schon hieraus kann man auf die Arbeiter 
verhältnisse einen Schlutz ziehen. 
Was das Deutsche Element in Euba anbetrifft, so bestanden in der 
Havana dreißig selbstständige deutsche Firmen, und auf der ganzen Insel 
lebten etwa 300 Deutsche. Unter diesen befanden sich 4 Besitzer von Zucker 
pflanzungen und 2 Besitzer von Tabaksfabriken; zehn deutsche Versicherungs 
gesellschaften waren in Havana vertreten. Eine namhafte Vermehrung 
dürfte die Zahl der Deutschen seitdem wohl nicht erfahren haben. 
Es wäre ein Irrthum, sich die Insel Cuba als eine weite frucht 
bare und für jegliche Bebauung taugliche Ebene, gleichsam une einen Gar 
ten, vorzustellen. Vielmehr ist sie im Innern fast durchweg bergig, von 
Westen nach Osten in der Höhe ansteigend, im mittleren Theile bis zu 
600 m, im Süd-Osten bis zu 2400 m sich erhebend, dort ein wildes, zer 
klüftetes Kalkgebirge, vielfach mit dichtem Holzbestande. Zwischen diesem 
rauhen gebirgigen Innern und dem Meere zieht sich in breitem Gürtel ein 
Flachland, von zahlreichen Gewässern durchströmt. Die Beschaffenheit des 
Landes bedingt es, datz keiner der Flüsse einen längeren Lauf hat, und 
datz nur wenige von ihnen auf kurze Strecken in das Innere hinein schiff 
bar sind. Der größte ist der Rio Canto im Thal von Baynmo, welcher 
bei Manzanillo an der Südküste ins Meer mündet. 
Ganze Strecken des Binnenlandes sind noch wenig bekannt und die 
Kenntniß von der geologischen Beschaffenheit der Insel noch unzureichend, 
da es an regelmäßigen und gründlichen Forschungen bisher gefehlt hat. 
Die unwegsame Gebirgsgegend bietet den Ausständigen mie den flüchtigen 
Sklaven einen schwer zugänglichen Zufluchtsort; sie hat wesentlich zu der 
Wiederholung und Verlängerung der Unruhen beigetragen. Als Gesteine 
und Metalle, welche der Handel und das Gewerbe nutzt, werden aus 
älterer Zeit Gold, Silber, Kupfer, Magnet-Eisenstein, Gyps, Marmor und 
Jaspis erwähnt; auch Kohlen sollen gefunden sein, doch in unerheblicher 
und für gewerbliche Zwecke nicht hinreichender 'Menge und Güte. Gold 
ist seit Jahren nicht niehr aus dein Flußsande ausgewaschen, auch die 
Ausbeute an Silber war nicht von Belang. In neuerer Zeit scheint die
	        

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Die Zucker-Industrie Auf Cuba. Kayssler, 1887.
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