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Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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Bibliographic data

fullscreen: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

Monograph

Identifikator:
83457490X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-77841
Document type:
Monograph
Author:
Dühring, Eugen http://d-nb.info/gnd/118527797
Title:
Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus
Edition:
2., theilw. umgearb. Aufl.
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Grieben
Year of publication:
1875
Scope:
1 Online-Ressource (XII, [1] Bl., 595 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

360 Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik. II. Industriestaat. 
Konkurrenz, die sich daraus zwischen den andern Staaten gegenseitig ergibt, führt zu 
weiteren Schuhzollbarrieren, die wieder für die Älbrigbleibenden die Sachlage ver 
schlimmern, und so geht wie ein elektrischer Schlag die plötzliche Abschließung und die 
allgemeine Deroute um die Welt herum, vergleichbar etwa der auch durch internationale 
Gegenstöße erfolgten plötzlichen Silberentwertung der letzten Jahrzehnte. Wenn wir 
dann eine exportindustrielle Bevölkerung von 30—40 Millionen Menschen haben, die 
in wenigen Jahren oder Jahrzehnten arbeitslos wird, — dann ist es zu spät, den Bau 
unserer Volkswirtschaft schnell genug umzubauen, es bedürfte dafür der stetigen Arbeit 
von Generationen, und nicht früh genug kann damit begonnen werden. 
Wäre ich Geschäftsmann und an die Denkweise dieser großbürgerlichen Kreise 
gewöhnt, und man fragte mich über Exportpolitik, so würde ich ohne Besinnen 
antworten: selbstverständlich, frisch zu, nur Mut! Fragt man mich aber als ver 
antwortlichen Reichsbürger, so kann ich nur warnen. 
Zweifellos wird man diesen Standpunkt kleinmütig schelten: man müsse Großes 
wagen, um Großes zu erreichen. Dem alten Brandenburg-Preußen habe cs auch 
niemand zugetraut, daß es Weltmacht werden würde; ohne etwas Dreistigkeit bleibe 
man Philister. Wer dürfe eine solche kleinmütige Sprache in England führen? — 
Nun, man muß auch den Mut haben, kleinmütig zu scheineil. Gerade der englische 
Nachbar lvird nicht mehr lange in der Lage sein, in großen Worten uns als Vorbild 
zu dienen, lveil er eben auf der abschüssigen Bahn viel weiter fortgeschritten ist als 
wir. And ob wir noch so sehr Deutschlands Größe und Weltmacht wollen und 
England beneiden, — eins ist es, was wir dem Engländer mit Recht oder Anrecht 
nachsagen, ohne cs als nachahmenswert hinzustellen: das ist nicht seine Größe, sondern 
seine Breitspurigkeit, in rücksichtsloser Zertretung fremder Rechte in allen fünf 
Weltteilen. Die Ablehnung solcher Breitspurigkeit gälte selbst dann, lvenn wir eine 
forcierte Gewaltpolitik für aussichtsvoll hielten. Mir scheint eine Größe nicht erstrebens 
wert, deren man sich zu schämen hat: man will Deutschland mächtiger machen und 
verstrickt es immer tiefer in fremde Ketten. Jeder neue Ausfuhrmarkt ist eine Geisel, 
die wir dem Auslande in die Lände geben, ein Pfand, an dem wir gezwickt werden 
können. Jede Einfuhr unentbehrlicher Waren, die wir selbst nicht produzieren, ist eine 
Kette, die uns an den guten Willen des Auslands fesselt. Darum als Ziel: Selbst 
ständigkeit, — das ist Macht, ohne Breitspurigkeit. 
And ich darf auch negativ noch hinzufügen, was dies Ziel nicht bedentet. Es 
bedeutet selbstverständlich nicht: eine plötzliche Linrichtung der Exportindustrie; es bedeutet 
noch weniger ein einfaches Schutzsystem für die LerrUi Agrarier; es bedeutet nicht: 
Ausschluß der belebenden Konkurrenz; es bedeutet nicht: einen geschlossenen Landels- 
staat, tote ihn Fichte im Jahre 1800 als Karikatur aufs Papier phantasiert hat; cs 
bedeutet nicht: Lemmung der Bevölkerungszunahme: es bedeutet endlich nicht: den 
Verzicht auf Weltpolitik, auf starke Flotte, auf Kolonien. Aber cs bedeutet allerdings, 
daß wir unsre wirtschaftliche Zukunft und unsre nationale Existenz nicht auf Flugsand 
bauen sollen, sondenr auf festen Grund und Boden, über den wir eigne Verfügung 
haben; mit anderen Worten: daß wir Lerrcn im eignen Lause bleiben.
	        

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Stock Dividends. U.S. Gov. Print. Off., 1927.
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