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Grundriß des deutschen Zollrechts

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Bibliographic data

Object: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Monograph

Identifikator:
83457490X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-77841
Document type:
Monograph
Author:
Dühring, Eugen http://d-nb.info/gnd/118527797
Title:
Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus
Edition:
2., theilw. umgearb. Aufl.
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Grieben
Year of publication:
1875
Scope:
1 Online-Ressource (XII, [1] Bl., 595 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

847)] Notstandsarbeiten, gleichmäßige Beschäftigung, Arbeitsvermittelung.l 389 
politik dies als Lehrschule begünstigte, entstauden für jedes Gewerbe die herkömmlichen 
Straßen und Orte, die man besuchte; in jeder Stadt wußte der Altgeselle oder Herbergs- 
vater, ob und welche Stellen frei seien; war keine frei, so schickte man den zugewanderten 
Gesellen mit dem „Geschenk“ weiter. Nur in einigen armen, aber dichter bevölkerten 
Gegenden entstanden regelmäßige, periodische Arbeiterabwanderungen für den Sommer, 
aber auch in der festen Form eines bestimmten Herkommens, mit der sicheren Aussicht 
auf Beschäftigung. 
Das wurde in den heutigen Großstaaten mit ihrer Freizügigkeit, ihrem Bevölke— 
rungsüberschuß, ihrer Verwischung der alten Berufsgrenzen des Handwerks, mit ihren 
riesenhaften, schnell auszuführenden Bauten, mit ihrem Konjunkturenwechsel ganz anders. 
Das alte Wanderwesen, die Gesindemärkte und Ähnliches verfielen. Aber Neues trat — 
abgesehen von der Zeitungsannonce und von dem rasch zunehmenden privaten Vermittler— 
geschäft, das sich übrigens zunächst wesentlich auf das Gesinde beschränkte — nicht sofort 
an die Stelle. Mehr und mehr waren Hunderte und Tausende von Arbeitsstellen zu besetzen, 
ebenso viele Leute suchten Arbeit, aber man fand sich nicht; nirgends bildete sich ein Überblick 
über Angebot und Nachfrage; zumal die Geschäfte an kleinen Orten konnten fähige 
Arbeiter und Werkmeister außerordentlich schwer bekommen. Alles drängte nach den 
großen Städten. Der Arbeitsmarkt war ein nationaler, teilweise schon ein internatio— 
naler geworden. Aber er entbehrte und entbehrt in der Hauptsache heute noch fast 
jeder planmäßigen ausreichenden Organisation. Die Umschau, die Zeitungsannonce 
giebt zufällige Nachricht; im ganzen finden sich schon in jeder größeren Stadt die— 
jenigen, welche Arbeiter bestimmter Art begehren, und die, welche sie suchen, nicht. 
Vollends der richtige Ausgleich zwischen verschiedenen Orten und Gegenden, zwischen 
verschiedenen Berufen ist sehr erschwert; persönliches Sichkennenlernen, Prüfen, Ver— 
ständigen ist meist ausgeschlossen. Unsicher und unbekannt stehen sich in der Regel die 
Reueintretenden und die Arbeitgeber gegenüber. Enttäuschung und Mißmut ist die Folge. 
Was als Warktorganisation nötig erscheint, ist persönliche Vorstellung bei einer zu— 
verlässigen Stelle, welche die Leute und ihre Papiere, ihre Vergangenheit und Geschick— 
lichkeit prüst und die Nachricht hiervon erft am Ort, dann im Kreis, dann in 
Provinz und Staat den Unternehmern zugänglich macht, welche gerade eine solche 
Krait suchen. 
Geschäftsmäßige private, dann Stellenvermittelung der organisierten Arbeiter und 
Arbeitgeber, ferner solche durch gemeinnützige Vereine, charitative Stellen, endlich korpo⸗ 
rative Arbeitsvermittelung durch Gemeinde und andere öffentliche Organe unter pari— 
tätischer Mitwirkung der Beteiligten, das sind die Möglichkeiten, die heute vorliegen, 
unter denen man zu wählen hat. Sehen wir, wie die Dinge heute liegen. 
Die meisten Arbeiter erhalten wohl heute noch durch Umschau, dürch persönliche 
Erkundigung, durch Freunde und Genofssen ihre Stellen; im übrigen wird in den meisten 
Gegenden und Berusen Westeuropas die gewerbsmäßige Vermittelung noch vor— 
herrschen. In Preußen zählte man 1895 3216 Vermittler; es waren wohl mehr. Eine 
französische Erhebung von 1897 zahlt 1459 private, 609 andere Vermittelungsstellen auf; 
erstere kamen 1897 auf 947 714, letztere auf 610 3881 Vermittelungen. In Osierreich zählte 
man 1896 818 000 vermittelte Stellen, wovon 180692 auf die gewerbsmäßige Ver— 
mittelung fielen. In Munchen freilich wurden 1901 164350 Stellen gesucht, 127 871 
angeboten, 89 342 besetzt und davon nur 18000 durch die gewerblichen Vermittler. 
Die ältere gewerbliche Vermittelung, in anständigen Händen, hatte den Vorzug, 
daß die Vermittler bei mäßigem Geschäfisumfang die Bedürfnisse der Kunden und der 
sich anbietenden Arbeiter und Dienstboten genau kannten oder erforschen konnten, daß 
sie so individualisieren, jedem das Passende zuweisen konnten. Mit der Gewerbefreiheit, 
mit der wachsenden Konkurrenz, mit dem größer werdenden Arbeitsmarkte hörte dieser 
Vorteil teilweise auf; es drängten sich immer mehr unlautere, bestrafte Elemente in das 
Geschäft; 1895 war ein Achtel der preußischen Stellenvermittler bestrafte Leute; mit 
unehmender Arbeitslosigkeit konnte man den Stellensuchenden immer mehr abnehmen; 
sie wurden förmlich bewuchert, ihnen für Vermittelung, Unterkunft und Speisung viel
	        

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Le Travail Dans l’Europe Chrétienne Au Moyen Âge (Ve-XVe Siècles). Alcan, 1930.
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