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Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

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Bibliographic data

fullscreen: Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

Monograph

Identifikator:
834619415
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-77999
Document type:
Monograph
Author:
Kolb, Georg Friedrich http://d-nb.info/gnd/118564765
Title:
Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde
Place of publication:
Zürich
Publisher:
Meyer & Zeller
Year of publication:
1857
Scope:
1 Online-Ressource (XII, 387 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde
  • Title page
  • Contents

Full text

120 PREUSSFN — Finanzen (Staatsschuld). 
auch zu dem Mittel der Münzversclilechterung, indem man die Mark 
fein Silber bis zu 45 (statt 12) Thlr. ausprägte, so dass erst in 3% 
Thlr. so viel Silber enthalten war, als in einem einzigen sein sollte! 
— Durch Schlesien waren die Staatseinkünfte um 3’600,000 Thlr. ver 
mehrt. Friedrich verstand es, dieselben auch auf andere Weise in die 
Höhe zu treiben, und so betrug die Einnahme 1780 gegen 21, 1786 
selbst 30 Mill. Auf Schlesien haftete bei dessen Eroberung eine Schuld 
von 1'700,000 Thlr. Trotz dessen und trotz der Kriegskosten hinter- 
liess Friedrich (f 1786) nicht nur keine Staatsschuld, sondern einen 
haaren Staatsschatz von mindestens 30, nach andern Angaben selbst 
von 50 bis 60 Mill. Während der 11 jährigen Regierung Friedrich 
Wilhelms IL verschwand nicht nur dieser Schatz vollständig, sondern 
statt seiner erwuchs eine Schuldenmasse, welche von Einigen zu 30, 
von andern zu 60 Mill, angegeben wird. Unter Friedrich Wilhelm IIL 
strebte man nach Verminderung dieser Last. Allein der Jenaer Feld 
zug kostete blos an Kriegscontributionen gegen 40 Mill. Das erst 8 
Monate zuvor emittirte Papiergeld sank bis auf V4 seines Nenn- 
werthes herab, und hob sich lange Zeit' nicht über die Hälfte des 
Nominalbetrags. — Nachdem Napoleon das Land ausgcsaiigt, erfor 
derten die Kriege von 1813—15 begreiflicher Weise die enormsten 
Anstrengungen und Opfer. Noch 1818 schloss man mit Rothschild 
ein Anlehen im Course von 70 Proz. ab. — Im Jahre 1820 ward 
die Gesammtschuld festgcstellt zu 217’975,517 Thlr. Davon wurden 
bis Ende 1848 abgetragen 86’553,624, — zu welchem Behufe man 
freilich auch für 45’060,996 Thlr. Domänengüter veräusserte ; für 
Eisenbahnbauten wurden gleichzeitig höchstens 40 Mill, verwendet. 
Darnach war die Schuldsumme (einschl. Papiergeld) auf 131’421,893 
Thlr. herabgebracht, wenn auch unter Verminderung der Domänen. — 
Allein seitdem hat sich das Verhältniss stark geändert. Ungeachtet der 
Flüssigmachung des grössten Theiles der Cassavorräthe, und ungeachtet 
der Einführung neuer und der Erhöhung alter Steuern, ist von 1848 
bis 1853 die Schuldsumme enorm gestiegen, nämlich die verzinsliche 
Schuld bis dahin um 73’208,837, die unverzinsliche (Cassaanweisungen) 
19 600,000. Allerdings hielt sich Preussen von dem orientalischen 
Kiiege feine, indessen ward dieser Krieg doch Veranlassung zur Auf 
nahme eines neuen Anlchens von 30 Mill. Thlr., dessen erste Hälfte 
1854 und dessen letzte 1855, und zwar diese letzte Hälfte als Lotterie- 
anlehen, zu 4 Proz. verzinslich, al pari negozirt wurde, mit nicht ganz 
2 Iioz. Provision, Nach den offlciellen Angaben vermehrte sich die 
verzinsliche Schuld im Jahre 1854 um 10'010,116, und im Jahre 
1855 um 20’082,891 Thlr. 
Ungeachtet des Vermeidens grosser Kriegsrüstungen in der jüng 
sten Epoche hat sich sonach die preuss. Staatsschuld in den letzten 
8 Jahren um beinahe 123 Mill. (122’901,844 Thlr.) vermehrt, also 
in diesem kurzen Zeiträume fast verdoppelt. Nach den von obigen 
ZiflFern nicht bedeutend abweichenden offlciellen Angaben betrug die 
verzinsliche Schuld Ende 1855: 217’009,162 Thlr. Rechnen wir dazu 
30’842,347 Ihlr. Cassaanweisungen (unverzinsliches Papiergeld), so
	        

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Handbuch Der Vergleichenden Statistik Der Völkerzustands- Und Staatenkunde. Meyer & Zeller, 1857.
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