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Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

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Bibliographic data

fullscreen: Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

Monograph

Identifikator:
834619415
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-77999
Document type:
Monograph
Author:
Kolb, Georg Friedrich http://d-nb.info/gnd/118564765
Title:
Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde
Place of publication:
Zürich
Publisher:
Meyer & Zeller
Year of publication:
1857
Scope:
1 Online-Ressource (XII, 387 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde
  • Title page
  • Contents

Full text

70 
RUSSLAND — Land und Leute. 
Iwan II. unterwarf. Da es aber nicht der Umfang eines beinahe gar 
nicht angebauten Landes ist, wodurch die Bedeutung eines Staates 
bestimmt wird, so blieb Russland bis zur Zeit Peter des I. bei den 
Culturvölkern fast ganz unbeachtet. Peter erwarb 1707 das neuent 
deckte Kamtschatka; ferner durch den Nystädter Frieden, 1721, von 
Schweden: Ingermanland, Karelen, Theilc von Fin-, dann Esth- und 
Livland; das 1699 von den Türken eroberte Azow ging 1711 wieder 
verloren; dagegen entriss der Czar 1723 den Persern: Daghestan, 
Schirwan, Chilan und Derbent, wovon indess 1732 und 36 bedeutende 
Theile wieder eingebüsst wurden. — 1731 unterwarfen sich die Kir- 
giskaisaken dem Schutze Russlands; ähnlich 1742 die Osseten; auch 
wurden die Ostspitze Sibiriens, die Aleuten und Beringsinseln entdeckt 
und dem Reiche ein verleibt. — Die finländische I’rovinz Kymenegard 
wurde durch den Frieden von Abo, 12. August 1743, gewonnen. — 
Unter Katharina der II. erfolgten die 3 Theilungen Polens, 1772, 
93 und 95. Russland erlangte fast % dieses einst mächtigen Reiches. 
Der Friede von Kutschuk-Kainardschi, 22. Juli 1774, entriss den 
Türken Azow, einen Th eil der Krim (der andere Theil ward 1783 in 
Besitz genommen) und die Kabardei; der Friede von Jassy sodann, 
9. Jan. 1792, auch Oczakow sammt Gebiet. Grusien kam 1783 unter 
russischen „Schutz,“ Curland und Scmgallen huldigten 1793. — 1797 
Eroberung des persischen Gebiets bis an den Kur. 1801 förmliche 
Unterwerfung Grusiens. Obwohl in dem Kriege von 1807 durch 
Napoleon geschlagen, erlangte Jtussland dennoch im Tilsiter Frieden, 
7. Juli, die seinem Verbündeten, Preussen, durch die Franzosen ab 
genommene Provinz Bjalystok. Der Friede von Wien, 14. Oct. 1809, 
verschaffte Russland den Tarnopoler Kreis und einen Theil Ostgaliziens, 
mit 400,000 Menschen, von Oesterreich; der Friede von Friedrichs- 
ham, 17. Nov. 1809, entriss den Schweden ganz Finland; jener von 
Bucharest, 28. Mai 1812, nahm ebenso den Türken Bessarabien ; jener 
von Tiflis, 1813, den Persern bedeutende Besitzungen im Kaukasus. 
Endlich gab der Wiener Congress, 1815, das jetzige Polen an Russ 
land. Nach neuen Kriegen verloren die Perser, zufolge des Friedens 
von Turkmanschai, 22. Febr. 1828, die Provinzen Eriwan und Nachit- 
schewan (nun Neu-Armenien, 500 Q.-Meil), und die Türken durch 
den Frieden von Adrianopel, 2. Sept. 1829, Anapa, Poti, Achalzik 
und Achalkalaka (über 100 Q.-M.). — Das Gelüste, sich weiterer 
Theile des Besitzthums des Sultans („des kranken Mannes“) zu be 
mächtigen, veranlasste 1853 den neuen Krieg, an dem sich 1854 
Frankreich und England, später auch Sardinien, betheiligten, und der 
mit dem Pariser Frieden vom 31. März 1856 endigte, welcher Friedens 
vertrag seit länger als einem Jahrhunderte zum ertsenmalo die Russen 
wieder zu einer Gebietsabtretung ohne Entschädigung nöthigte, indem 
sie das linke Ufer der Donau in Bessarabien, etwa 205 Q.-M. mit 
ungefähr 180,000 Einw. (wobei die Festungen Ismail und Kiala) an 
die unter türkischer Oberlehnsherrschaft stehende Moldau zurückgeben 
mussten. — Zu ähnlichen Rückgaben sah sich, wie oben erwähnt, Russ 
land in früherer Zeit mehrmals genöthigt, allein immer betrachtete es
	        

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Handbuch Der Vergleichenden Statistik Der Völkerzustands- Und Staatenkunde. Meyer & Zeller, 1857.
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