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Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

Monograph

Identifikator:
834623471
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-30699
Document type:
Monograph
Author:
Holzer, Franz
Title:
General-Zoll-Tarif für die Ein- und Ausfuhr aller Waaren folgender europäischen Staaten: Oesterreich-Ungarn, Deutschland [usw.]
Place of publication:
Wien
Publisher:
Spielhagen & Schurich
Year of publication:
1884
Scope:
Online-Ressource
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erstes Buch: Die Renaissance des Erkenntnisproblems
  • Zweites Buch: Die Entdeckung des Naturbegriffs
  • Drittes Buch: Die Grundlegung des Idealismus

Full text

506 
Bavle. 
der Geisteswissenschaften. Wie die Ethik, so hlieb die 
Geschichte ihrem Plane und ihrem Ausbau fremd. Bei Male- 
branche insbesondere muss alles historische Wissen als Folie 
dienen, um den Wert der echten und zeitlosen Wahrheiten der 
Mathematik und Logik umso deutlicher hervortreten zu lassen. 
Zum Begriff wahrhafter Erkenntnis gehört ihm nur die Gesamt- 
heit derjenigen Sätze, „die auch Adam verstehen und besitzen 
gonnte‘“.®) Es ist, als sollte die gesamte zeitliche Entwicklung 
zurückgetan und alles Wissen wieder aus einem primitiven Ur- 
stande des Bewusstseins neu entdeckt werden. Dieser Gegensatz 
von Vernunft und Geschichte bildet auch für die Zeitgenossen 
ainen entscheidenden Zug im Bilde des Cartesianismus. Immer 
von neuem wird bei den Gegnern der neuen Lehre, wie bei Huet, 
lie Klage laut, dass mit ihr alle gelehrte wissenschaftliche Kultur 
vernichtet werde und die alte „Barbarei“ wieder hereinbreche. 
Die eigentliche Gefahr aber, die aus dieser Lücke im logischen 
System erwuchs, lag in Wahrheit in einer anderen Richtung. So 
‘ange die Philosophie die Geschichte von ihrem Forum ver- 
wies, so lange blieb die Auffassung des historischen Geschehens 
durch die Offenbarung beherrscht und beschränkt. Wir können 
dies bei Pascal verfolgen, dem die Geschichte der Menschheit, 
ihr Sinn und ihr Gehalt, in dem Umkreis der biblischen Bücher 
anthalten und beschlossen ist; wir finden es bei Malebranche 
bestätigt, der, dem Grundprinzip seines Rationalismus zum Trotz, 
in allen Fragen der Theologie ausdrücklich die Tradition als 
die letzte und alleingiltige Instanz anerkennt.®) Damit ist die 
Aufgabe, die Bayle vorfand, klar umschrieben: die Kritik des 
Dogmas kann nicht anders, als mit der Kritik der geschichtlichen 
Jeberlieferung, mit der genauen Prüfung und Sichtung ihrer 
Quellen und Zeugnisse beginnen. Der Doppeltitel des „Diction- 
naire historique et critique“ bezeichnet in dieser Rücksicht 
eine innere Einheit; der Kampf gegen das theologische Schul- 
system wird nunmehr auf dessen eigenem Gebiete aufgenommen 
and mit seinen eigenen Mitteln und Waffen durchgeführt 
Wie aber liesse sich eine Kritik von Tatsachen und Tatsachen- 
wahrheiten denken, wenn nicht feste und dauernde Maassstäbe, 
wenn nicht unverbrüchliche Regeln gefunden werden könnten.
	        

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Das Erkenntnisproblem in Der Philosophie Und Wissenschaft Der Neueren Zeit. Cassirer, 1906.
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