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Die deutsche Kali-Industrie 1930

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Bibliographic data

Object: Die deutsche Kali-Industrie 1930

Monograph

Identifikator:
834656833
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-87979
Document type:
Monograph
Author:
Dietrich, Bernhard
Title:
Die sociale Lage der Handlungsgehülfen und ihre Verbesserung durch die kaufmännischen Vereine
Place of publication:
Frankfurt a.M.
Publisher:
Mahlau & Waldschmidt
Year of publication:
1891
Scope:
1 Online-Ressource (49 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die deutsche Kali-Industrie 1930
  • Title page
  • Contents
  • [ I. ] Weltbedeutung und Entwicklungstendenzen der deutschen Kali-Industrie
  • [ II. Die drei großen Gruppen der deutschen Kali-Industrie ]

Full text

Kaliwerke Aschersleben in Aschersleben 
Zahlstellen: 
Aschersleben: 
Gesellschaftskasse; 
Berlin: 
Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft, 
Darmstädter und Nationalbank, 
Commerz- und Privat-Bank A.-G., 
Delbrück Schickler & Co.; 
Hugo J. Herzfeld: außerdem 
Aufbau des U 
Daten aus der Entwicklungsgeschichte: 
Die Kaliwerke Aschersleben bilden mit den 
Fochtergesellschaften einen Teilkonzern des Kaligroß- 
zonzerns Salzdetfurth-Aschersleben-Westeregeln, der 
nahezu ein Viertel von der Gesamtbeteiligung am Ab- 
3atz des Kalisyndikats umfaßt. Die Einheitlichkeit in 
ler Leitung des Gesamtkonzerns ist dadurch gewähr- 
l‚eistet, daß die Generaldirektoren von Aschersleben, 
Westeregeln und Salzdetfurth gleichzeitig Vorstands- 
nitglieder und Generaldirektoren der beiden anderen 
Aktiengesellschaften sind. 
Veber die geschichtliche Entwicklung der Kali- 
werke Aschersleben ist folgendes zu sagen: 
In den Jahren 1876 bis 1878 werden unter Leitung 
les späteren Bergwerksbesitzers Hermann Schmidt- 
mann bei Aschersleben mehrere Bohrlöcher gestoßen, 
lie das Vorhandensein des Kalilagers einwandfrei 
nachweisen. Diese Bohrungen bei Aschersleben sind 
ür die Kaliindustrie insofern von Bedeutung ge- 
worden, als sie das Signal zum Aufsuchen und Auf- 
inden von Kalilagerstätten außerhalb des engeren 
Staßfurter Bezirks in Nord- und Mitteldeutschland 
vergeben haben. 
Der erste Ascherslebener Schacht wird unter 
zroßen Wasserschwierigkeiten in fast fünfjähriger 
Arbeit niedergebracht (1878—1883). Mitte 1883 be- 
wältigt er aber schon eine Förderung von täglich 
00 dz Kalisalzen, die in der Hauptsache aus 
Sarnalliten bestehen. Nebenher haben die Gruben- 
baue des Schachtes I auch abbauwürdige Mengen von 
Kainit aufgeschlossen. Das Bergwerksunternehmen 
wurde 1883 in eine Gewerkschaft, 1889 unter Beteili- 
zung der Direction der Disconto-Gesellschaft in Berlin 
n eine Aktiengesellschaft umgewandelt und erhielt 
jen Namen „Kaliwerke Aschersleben“. Die unmittel- 
Dar beim Schacht I errichtete Chlorkaliumfabrik 
wurde in allen Teilen so rechtzeitig fertiggestellt, daß 
:zie mit Eintritt der Förderfähigkeit des Schachtes 
Anfang 1883 die Verarbeitung der Salze aufnehmen 
zonnte. Sie ist die größte und leistungsfähigste 
Fabrik, die in der Kaliindustrie bisher gebaut ist. 
Beträgt doch ihre Monatsleistung Anfang 1884 bereits 
iber 30000 dz Chlorkalium im Durchschnitt. 1885 
wurden eine Sulfat- und eine Kalimagnesiafabrik an- 
zegliedert, die die im Schachte aufgeschlossenen 
Schönitmengen zu verarbeiten haben. In demselben 
Jahre kam auch eine Glaubersalzanlage in Betrieb, 
lie zwar ein Produkt von großer Reinheit lieferte, 
infolge eines zu kleinen Abnehmerkreises aber im 
Jahre 1888 wieder einging. Die Brom- und Brom- 
3isenfabrikation wurde 1887 aufgenommen. Von 1885 
bis 1890 war eine Saline zwecks Siedesalzgewinnung 
m Betrieb. Die Nebenprodukteanlagen wurden in 
den späteren Jahren noch für die Erzeugung von 
festem Chlormagnesium, Bittersalz und für kurze Zeit 
auch Rubidiumalaun erweitert. 
Mannheim: 
a 6 Bank und Disconto-Gesellschaft; 
öln:; 
A. Schaaffhausen’scher Bankverein, Filiale der 
Deutschen Bank und Disconto-Gesellschaft; 
Leipzig: 
Allgemeine Deutsche Credit-Anstalt, 
nternehmens. 
Der ergiebige Bergbau auf Schacht I war nicht 
zon langer Dauer. Schon im Juli 1885 wurden in 
iner Abbaustrecke zusammen mit einer Verwerfung 
ınmittelbar am Hangenden Solezuflüsse angefahren, 
lie zunächst gleichbleibend gering (30 1] per Minute) 
varen, im Dezember desselben Jahres aber plötzlich 
tärker wurden und zur Ueberflutung der Grube 
ührten. Es wurde der Versuch gemacht, die 
jchachtlaugen durch Verdampfen zu verwerten. Ob- 
vohl auf diese Weise Chlorkalium, Düngesalze und 
‚sogar Sulfat hergestellt wurden, ließ sich doch bald 
ibersehen, daß mit Schachtlaugen als alleinigem 
iusgangsmaterial nicht rationell zu wirtschaften war, 
Zur Beschäftigung der Chlorkaliumfabrik wurde da- 
‚er zum Bezug fremder Karnallite, und zwar von den 
eiden Fisci, Neu-Staßfurt, Westeregeln und 
‚udwig II geschritten. Im Herbst 1886 wurden den 
julfatbetrieben Kainite vom anhaltischen Fiskus und 
ron Neu-Staßfurt zugeführt. Die Sulfatproduktion 
vs Kainit erwies sich jedoch als unrentabel und 
vurde 1887 wieder aufgegeben. 
In der Zwischenzeit wurde Anfang 1886 mit dem 
\bteufen eines zweiten Schachtes in etwa 700 m 
IZntfernung vom ersten begonnen. Beim Anfahren 
ler über dem jüngeren Steinsalz lagernden Gipsdecke 
and ein Soleeinbruch statt, der so stark war, daß 
le Sümpfung als zwecklos angesehen wurde, Bevor 
‚gendwelche Versuche zum Weiterabteufen des 
;cChachtes unternommen wurden, sollte eine im 
;chachtlot von Tage aus betriebene Tiefbohrung die 
‚och zu durchteufenden Gebirgsschichten untersuchen. 
)as Bohrloch war schon bis ins ältere Steinsalz vor- 
sedrungen, als ihm plötzlich über Tage eine turm- 
‚ohe Wassersäule entströmte, die Schwefelwasser- 
toffgase mit sich führte. Nach etwa 2 Stunden hörte 
las Ueberfließen über Tage auf und die in der 
Schachtröhre befindlichen Wasser verschwanden bis 
‚ur Schachtsohle in dem Bohrloch,. Es mußte ein 
‚ewaltiger Hohlraum gewesen sein, der durch den 
johrer angetroffen war und sämtliche Schachtwässer 
vufgenommen hatte. Jedenfalls war jetzt auch das 
{chicksal von Schacht II besiegelt. 
Es erwies sich jetzt von Vorteil, daß mit der 
\ınlage eines weiteren Schachtes frühzeitig begonnen 
vorden war. Noch während der Abteufarbeiten des 
\chachtes II wurde im September 1886 der erste 
patenstich für Schacht III (etwa 1500 m nordöstlich 
on Schacht I) getan. Der Schacht wurde ohne 
‚.chwierigkeiten geteuft und war im April 1888 förder- 
ihig. Die Salzaufschlüsse erwiesen sich als be- 
onders günstig. Neben Karnallit wurden Kainit und 
'chönit, und zwar in demselben Umfange und von 
‚erselben Güte wie in Schacht I, gefunden und als 
Aohsalz für die wieder aufgenommene Sulfat- 
roduktion verwertet. Außerdem wurde ein kieserit- 
‚mes Hartsalz erschlossen, das unter dem Namen 
A\skanit“ direkt in den Handel gebracht wurde.
	        

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Selling Latin America. Small, Maynard & Company Publishers, 1915.
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