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Die nach dem Invaliditäts- und Altersversicherungsgesetze versicherten Personen

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Bibliographic data

fullscreen: Die nach dem Invaliditäts- und Altersversicherungsgesetze versicherten Personen

Monograph

Identifikator:
83532351X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-26252
Document type:
Monograph
Author:
Gebhard, Hermann
Title:
Die nach dem Invaliditäts- und Altersversicherungsgesetze versicherten Personen
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Heymann
Year of publication:
1893
Scope:
1 Online-Ressource (X, 328 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die nach dem Invaliditäts- und Altersversicherungsgesetze versicherten Personen
  • Title page
  • Contents

Full text

166 
Zu Ziffer V der Anleitung Anm. 5. 
Dieselben Grundsätze werden für die Entscheidung von Streitigkeiten gemäß 
§§. 122 ff. des R.Ges. anzuwenden sein." 
Die zur Schiffsbesatzung deutscher Schiffe gehörigen Personen sind 
versicherungspflichtig auch während des Aufenthaltes des Schiffes im 
Aus lande, einerlei ob sie Inländer oder Ausländer sind, jedoch mit Aus 
nahme der in der Anm. V 3 unter c erwähnten „farbigen Seeleute". 
Durch eine Reise des Arbeitgebers oder des Versicherten in's Aus 
land, mit welcher eine dauernde Niederlassung daselbst nicht verbunden ist, 
während deren vielmehr der Wohnsitz im Inlande beibehalten wird, wird die 
Versicherungspflicht nicht aufgehoben. Ein Dienstbote z. B., der für acht 
Wochen mit seinem Arbeitgeber eine Reise nach Italien macht, bleibt während 
dieser Zeit versicherungspflichtig; dagegen hört er auf versicherungspflichtig zu 
sein, wenn die Herrschaft sich dort niederläßt und er dort in ihrem Dienste bleibt. 
Darüber, daß eine Beschäftigung im Auslande (sofern sie nicht in 
einem Betriebe stattfindet, dessen Sitz im Inlande ist) die Versichernngs- 
pflicht nicht zu begründen vermag, hat sich das Rcichs-Versicherungs- 
amt in der Rev Entsch. vom 28. März 1892 Nr. 137 (A. N. f. I. u. A.V. 1892 
S. 48) aus Anlaß eines Falles, in welchem eine Person im Jahre 1888 als 
Kinderwärterin bei einer in Böhmen wohnenden Familie gedient 
hat, ausgesprochen: 
„Nach §. 157 des I. u. A.V.G. haben diejenigen Personen auf die Vor 
theile der Uebergangsbestimmungen Anspruch, welche während der Jahre 1888 
bis 1890 insgesammt mindestens 141 Wochen hindurch in einem nach diesem 
Gesetz die Versicherungspflicht begründenden Dienstvcrhältniß gestanden haben. 
Diese gesetzliche Versicherungspflicht zu begründen, ist nun aber ciue Beschäfti 
gung im Auslande der Regel nach nicht geeignet. Auf dem Gebiete der Un 
fallversicherung hat das Reichs-Versicherungsamt stets daran festgehalten, daß 
der Geltungsbereich der Zwangsversicherung sich im Allgemeinen mit den 
Grenzen des Reichs deckt, und daß im Auslande beschäftigte Personen nur 
dann den Unfallversicherungsgesetzen unterfallen, wenn ein Zusammenhang mit 
dem Jnlande dergestalt besteht, daß die im Auslande stattfindende Thätigkeit 
als Theil, Zubehör, Fortsetzung oder „Ausstrahlung" eines inländischen'Be 
triebes, die im Auslande thätige Person daher gewissermaßen als noch im 
Jnlande beschäftigt anzusehen ist (zu vergleichen Bescheide 72, 533, 766, A. R. 
des R.V.A. 1885 S. 345, 1888 S. 243, 1889 S. 390). Es besteht kein Be 
denken, in Uebereinstimmung mit dem Schiedsgericht diesen Grundsatz auch 
für das Gebiet der Jnvaliditäts- und Altersversicherung zur Anwendung zu 
bringen. Abgesehen von der Bestimmung des §. 41 Abs. 3 des I. u. A.V.G. 
und den in der Anleitung des Reichs-Versicherungsamts vom 81. Oktbr. 1890 
unter Nr. V u. XX Abs. lu. 6 hervorgehobenen Gesichtspunkten, welche min 
destens dafür sprechen, hier keine Abweichung von jenem Grllndsatze eintreten 
zu lassen, kommt in Betracht, daß die Einbeziehung der im Auslande aus 
geübten Beschäftigung in die Versicherungspflicht auch praktisch undurchführbar 
wäre. Denn die Jnvaliditäts- und Altersversicherung erfordert zu ihrer Wirk 
samkeit eine fortlaufende Beitragsleistung seitens des Arbeitgebers; die Ver 
sicherungsanstalt aber würde kein Mittel haben, den ausländischen Arbeitgeber 
zur Leistung der Beiträge durch Strafen u. s. w. anzuhalten, da auf ihn die 
Vorschriften des Jnvaliditäts- und Altersversicherungsgesetzes unzweifelhaft 
keine Anwendung finden. 
Ist hiernach anzunehmen, daß Arbeitsleistungen im Auslande, soweit sie 
nicht Ausfluß eines inländischen Betriebes sind, von der Versicherung nicht 
erfaßt werden, so ist auch der Umstand, daß gemäß §. 84 Ziff. 4 des I. u. 
A.V.G. durch Beschluß des Bundesraths die Zahlung der Renten in gewissen 
ausländischen Grenzbezirken zugelassen werden kann, und für den hier in 
Frage stehenden, in dem böhmischen Bezirk belegenen Grenzort auch thatsäch-
	        

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Die Nach Dem Invaliditäts- Und Altersversicherungsgesetze Versicherten Personen. Heymann, 1893.
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