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Die nach dem Invaliditäts- und Altersversicherungsgesetze versicherten Personen

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Bibliographic data

fullscreen: Die nach dem Invaliditäts- und Altersversicherungsgesetze versicherten Personen

Monograph

Identifikator:
83532351X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-26252
Document type:
Monograph
Author:
Gebhard, Hermann
Title:
Die nach dem Invaliditäts- und Altersversicherungsgesetze versicherten Personen
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Heymann
Year of publication:
1893
Scope:
1 Online-Ressource (X, 328 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die nach dem Invaliditäts- und Altersversicherungsgesetze versicherten Personen
  • Title page
  • Contents

Full text

Zu Ziffer XIX der Anleitung Anm. 1. 
281 
der Unterschied zwischen Beiden hervortritt. Die Summe der gewerblichen 
Thätigkeit eines Hausgewerbetreibenden stellt sich immer als ein Betrieb, 
als „ein Inbegriff fortdauernder wirtschaftlicher Thätigkeiten" 
(vergl. Anm. XIV Ş. 243), dar. Die Stätte, wo sie ausgeübt iverden, ist des-- 
halb eine Betriebs st ätte, während die Stätte, an welcher ein in einem 
fremden Betriebe, aber außerhalb dessen Betriebsstätte beschäftigter Lohn 
arbeiter die ihm übertragenen Arbeiten verrichtet, sich als dessen Arbeits 
stätte charakterisirt. (Vergi. die Aninerkungen zu Zister Vili S. 203 ff ) 
f) Beschäftigung als selbstständiger Gewerbetreibender. Tie Ge 
werbeordnung unterscheidet zwischen „selbstständigen Gewerbetreibenden" und 
„geiverblichen Arbeitern"; zu den ersteren rechnet sie auch die Hausgewerbe 
treibenden. Zu den begrifflichen Kennzeichen von diesen gehört nun aber, 
daß sie nicht, wie dies die selbstständigen Gewerbetreibenden im Allgemeinen 
than, „für eigene Rechnung" arbeiten. Hausgewerbetreibende sind also Per- 
sonen, welche ein Gewerbe (in dem oben unter a — S. 278 — angegebenen 
engeren Sinne) so betreiben, daß ihr Gewerbebetrieb die charakteristischen Kenn 
zeichen eines selbstständigen Gewerbebetriebes hat, außer dem, daß er für die 
eigene Rechnung des Betreibenden erfolgt. Bergl. Gebhard, Hausgewerbe 
treibende S. 22 ff. 
Eine andere Bedeutung legt dem Erfordernisse der Selbstständigkeit des 
Gewerbebetriebes die Rev.Entsch. vom 15. Oktober 1891 Nr. 77 (A. N. f. I. u. A.B. 
1891 S. 181) bei. Sie sieht darin die Hervorhebung der persönlichen Un 
abhängigkeit der Hausgewerbetreibenden von den „anderen Gewerbetreibenden", 
für die sie arbeiten, bei Herstellung ihrer Gewerbserzeugnisse 
Die Begründung der Rev.Entsch. Nr. 77 lautet: „Es ist davon auszu 
gehen, daß beim Vorliegen der für die Hausindustrie im Allgemeinen wesent 
lichen Merkmale, nämlich der Herstellung oder Bearbeitung gewerblicher Er 
zeugnisse in der eigenen Betriebsstätte im Auftrage und für Rechnung anderer 
Gewerbetreibender, nicht ohne Weiteres der Schluß gezogen werden muß, der 
in dieser Weise Beschäftigte sei ein Hausgewerbetreibender im Sinne des §. 2 
Abs. 1 Ziffer 2 des I. u. A.V.G. Wie die Bestimmung im §. 2 Ziffer 4 des 
Krankcnvcrsicherungsgcsetzes (in der Fassung des Gesetzes vom 10. April 1892 
— s. Anm. VIII 1 S. 203 — gestrichen) ergicbt, können Personen, die äußerlich 
unter ähnlichen Verhältnissen thälig sind, gleichwohl als unselbstständige, 
sog. Außenarbeiter (Heimarbeiter) angesprochen werden. Die Frage, ob das 
letztgedachte Verhältniß oder ein selbstständiger hausgewerblicher Betrieb vor 
liegt, ist vielmehr nur von Fall zu Fall unter Berücksichtigung der besonderen 
obwaltenden Verhältnisse und der gesummten wirthschaftlichen und persönlichen 
Stellung des Beschäftigten zu entscheiden. 
Vor Allem kommt es darauf an, klarzustellen, was der Gesetzgeber unter 
der „Selbstständigkeit" der Hausgewerbetreibenden hat verstanden wissen wollen. 
Schon die Motive zum Krankenversichernngsgesetz, dessen Vorgang die Bestim 
mung in §. 2 Abs. I Ziffer 2 des I. u. A.V.G. in der Hauptsache folgt, heben 
hervor, daß die Verhältnisse der Hausindustricllen eine Uebergangsstufe zwischen 
selbstständigen Gewerbetreibenden und unselbstständigen Arbeitern bilden, und 
daß dieselben sich in ihrer wirthschaftlichen Lage häufig von den letzteren kaum 
unterscheiden. Ter Wortlaut des Gesetzes weist, indem er „selbstständige" 
Gewerbetreibende von einem oder mehreren anderen Gewerbetreibenden „be 
schäftigt" und „für fremde Rechnung" thätig sein läßt, auf diese für die Haus 
industrie eigenthümliche Verbindung einer gewissen Selbstständigkeit mit der 
wirthschaftlichen Abhängigkeit des Beschäftigten hin. Insbesondere wird der 
Umstand, daß die Hallsindustriellen nicht für eigene, sondern für fremde Rech 
nung arbeiten, in den Motiven zum Krankenversicherungsgesetz und zum Jn- 
validitäts- und Altersversicherungsgesetz als eine begriffsmäßige Voraussetzung 
der hausindustriellen Thätigkeit bezeichnet. Es ist für die Hausindustrie wesent-
	        

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Die Nach Dem Invaliditäts- Und Altersversicherungsgesetze Versicherten Personen. Heymann, 1893.
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