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Oeuvres complètes

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
836084659
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-28892
Document type:
Monograph
Author:
Ricardo, David
Title:
Oeuvres complètes
Place of publication:
Paris
Publisher:
Guillaumin
Year of publication:
1847
Scope:
1 Online-Ressource (XLVIII, 752 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

582 
5. Buch. Der Staatakredit. 
zur Befruchtung des Vermögens, dadurch wirkt er anregend auf 
die wirtschaftliche Tätigkeit und die Sparsamkeit. Freilich kann 
er auch zur Vernichtung von Kapitalien führen; er befreit das 
Publikum von der Sorge der Verwendung resp. der Befruchtung 
der Kapitalien und lähmt den Unternehmungsgeist; b) er schützt 
die Wirtschaft vor der Gefahr, daß der Staat Kapitalien dort ent 
zieht, wo dieselben notwendig sind; c) er befördert die Stabilität 
der politischen Verhältnisse und steigert die Interessengemeinschaft 
I;der Staaten; d) er eifert zur rationellen Führung des Staatshaus 
haltes an, denn nur solche Staaten werden Kredit genießen, deren 
Staatshaushalt ordnungsgemäß geführt wird; e) in den Staats 
papieren werden große Vermögen angehäuft, was hinwieder zu 
übermäßigem Börsenspiel und zu großen Vermögensdisparitäten 
führen kann; f) es wird die Durchführung großer Staatsziele er 
möglicht. Der Staatskredit — sagt Hamilton — kann der Kitt 
sein zwischen den einzelnen Teilen des Staates. In der jüngsten 
Vergangenheit fehlt es nicht an Beispielen, wo der Staatskredit 
große politische Zwecke förderte. Der Kampf des Nordens gegen 
den Süden in den Vereinigten Staaten von Nordamerika hat der 
Staatskredit zugunsten des Ersteren entschieden. „Die Staats 
schuld, sagte ein hervorragender Staatsmann der Vereinigten Staaten, 
wurde im Interesse eines hohen Zieles mit Einwilligung des ganzen 
Volkes geschaffen.“ Freilich kann der Staatskredit auch zu leicht 
sinniger Führung des Staatshaushaltes führen, in übertriebenem 
Maße in Anspruch genommen, kann er die Aktionsfähigkeit des 
Staates lähmen, ja er kann zur gänzlichen politischen Abhängigkeit 
des borgenden Staates vom leihenden Staate führen, was wir ja 
auch im Weltkriege zur Genüge beobachteten; g) die Befriedigung 
der Bedürfnisse durch Kredit ist jedenfalls insofern drückender, 
da nicht nur das geschuldete Kapital, sondern auch die ent 
sprechenden Zinsen, beschafft werden müssen. Dies gilt natürlich 
nur von konsumtiven Krediten. 
Der Weltkrieg bildet ein neues Kapitel in der Theorie des 
Staatsaniehen. Da wir der Frage der Kriegsaniehen eine eingehende 
Untersuchung widmen, sollen hier die dargebotenen neuen Erfahrungen 
nur mit ßücksicht auf die Frage der Berechtigung des Staats 
kredits in Betracht gezogen werden. Und hier ist in erster Reihe 
die bisher nie dagewesene kolossale Ausdehnung des Staatskredits 
ins Auge zu fassen. Obwohl die meisten Großstaaten schon bei 
Ausbruch des Krieges schwere Staatsschulden zu tragen hatten, so 
hat doch die gesamte Staatsschuld der europäischen Staaten kaum 
100 Milliarden Mark betragen. Der Weltkrieg allein hat eine
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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