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Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde

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Bibliographic data

Object: Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde

Monograph

Identifikator:
844100943
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-94613
Document type:
Monograph
Title:
Denkschrift der Ersten k. k. privilegirten Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft zur Erinnerung ihres fünfzigjährigen Bestandes
Place of publication:
Wien
Publisher:
Selbstverl.
Year of publication:
1881
Scope:
1 Online-Ressource (95 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde
  • Title page
  • Contents
  • Allgemeine Wirtschaftsgeographie
  • Allgemeine politische Erdkunde
  • Index

Full text

ZWEITER TEIL: DER VERKEHR 
Die Fortsetzung der Landtelegraphenlinien im Meere bilden die 
Kabelverbindungen. Der Atlantische Ozean erhielt das erste Kabel 
von Westirland (Valencia) nach Neufundland 18661. Jetzt laufen von 
Europa nach Amerika 20 Kabel, davon 16 nach Nordamerika. 
Das Deutsche Reich hatte sich vor dem Kriege durch 
drei transatlantische Kabel einigermaßen unabhängig von den 
englischen Linien gemacht. Zwei davon liefen von Borkum über die 
Azoren nach New York und eins von Borkum über Tenerifa und 
Monrovia nach Pernambuco. Von Monrovia aus wurde auch die Ver- 
bindung mit Togo und Kamerun geschaffen, so daß diese Kolonien 
durch nationale Kabel direkt mit dem Mutterlande verkehren konnten. 
Von unseren Südseebesitzungen waren die Karolinen durch die 
Leitungen der Deutsch-Niederländischen Telegraphengesellschaft an das 
Weltkabelnetz angeschlossen. Alle diese überseeischen Kabel haben 
wir verloren. 
Deutschland besaß im Jahre 1913 114 Kabel von 43300 km Länge. Es 
nahm mit 8,1% der Weltseekabellänge den dritten Platz nach England und der 
Inion ein. Auf Grund des Versailler Diktates haben wir den weitaus größten 
Teil unserer Kabel, rund 37000 km, abtreten müssen. Diese Kabel wurden 
ınter die alliierten Hauptmächte verteilt, Von den beiden atlantischen Kabeln 
ı1ach Nordamerika wird das eine jetzt von England im Verkehr London— Kanada, 
las andere von Frankreich in der Verbindung Brest—New York verwendet. 
Das deutsche Kabel nach Südamerika dient jetzt in seinem nördlichen Abschnitt 
der Verbindung Frankreichs mit seinen westafrikanischen Kolonien. In die 
deutschen Kabel des Pazifischen Ozeans teilten sich die Vereinigten Staaten 
'Guam— Yap) und Japan (Yap—Schanghai). 
Im Jahre 1925 bestand das deutsche Kabelnetz im Bereich der europäischen 
Gewässer aus 112 staatlichen Kabeln mit nur 3600 km Länge. Aus dem Besitz 
7on Privatgesellschaften sind uns Küstenstücke von zusammen reichlich 4400 km 
zerblieben, die aber noch nicht alle neue Verwendung gefunden haben. Im 
Herbst 1926 wurde wieder die erste von England unabhängige Verbindung nach 
Amerika geschaffen, indem von deutscher Seite ein Kabel Emden-—Horta (Azoren) 
gelegt wurde, während die amerikanische „Western Union Telegraph Company“ 
die Verbindung Horta—New York herstellte. Dieses Kabel ist ein solches 
"ür gesteigerten Verkehr, auf dem unter Anwendung einer sinnreichen Erfindung 
‘ünf Telegramme gleichzeitig befördert werden können. 
Die Länge des gesamten Seekabelnetzes der Welt betrug im Jahre 
1925 rund 614000 km, sie war also gegen 1914 um etwa 100000 km 
gewachsen. Das längste der neuen Kabel ist das nach dem Weltkrieg 
gelegte italienische Kabel Rom— New York mit 7000 km Länge. 
Von dem gesamten Kabelnetz sind 288000 km oder 47% in briti- 
schem, 26% in amerikanischem und 11% in französischem Besitz. In 
diesen Zahlen sind aber auch die Längen der an Küstenstrecken ver- 
laufenden und der die kleinen Randmeere, wie Nord- und Ostsee, 
zuerenden Linien enthalten. Ein Vergleich der rein überseeischen 
Kabel würde die Vorrangstellung Englands noch deutlicher zeigen. 
Dazu sind auch von den großen nichtenglischen Kabeln die meisten, 
namentlich die amerikanischen, auf dem Boden Englands und seiner 
Kolonien gelandet, z. B. von den 17 nordatlantischen Linien 13. Die 
1851 wurde das erste Seekabel zwischen Dover und Calais gelegt.
	        

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Weltwirtschaftliche Und Politische Erdkunde. Hirt, 1929.
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