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Die Methoden der Volkszählung, mit besonderer Berücksichtigung der im preussischen Staate angewandten

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Bibliographic data

fullscreen: Die Methoden der Volkszählung, mit besonderer Berücksichtigung der im preussischen Staate angewandten

Monograph

Identifikator:
844102423
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50140
Document type:
Monograph
Author:
Engel, Ernst http://d-nb.info/gnd/116486856
Title:
Die Methoden der Volkszählung, mit besonderer Berücksichtigung der im preussischen Staate angewandten
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Königliche Geheime Ober-Hofbuchdruckere
Year of publication:
1861
Scope:
1 Online-Ressource (64 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die Methoden der Volkszählung, mit besonderer Berücksichtigung der im preussischen Staate angewandten
  • Title page
  • Contents

Full text

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M 
thümer eines Hauses ist, als auch die Person, welche, 
wenn sie zur Miethe wohnt, die Miethe zahlt,, sei es für 
das ganze Haus oder nur für einen Theil desselben. 
8. Es ist wünschenswerth, dass die einzuziehenden Nach 
richten in 2 Kategorien geschieden werden. Die erste 
soll alles Das über die einzelnen Bewohner umfassen, was 
zu wissen in jedem Staate unerlässlich ist, die zweite 
dagegen Dasjenige, was ausserdem noch wünschenswerth 
ist, in Erfahrung zu bringen. 
9. Als unerlässliche Gegenstände der Forschung sind zu be 
trachten : 
a. Der Name; 
b. das Geschlecht; 
c. das Alter (entweder durch Angabe desselben in Jah 
ren oder des Geburtstages und Jahres); 
d. der Verwandtschaftsgrad zum Familienhaupt; (durch 
Angabe, ob die Person: Vater, Mutter, Sohn, Toch 
ter etc. ist) 
e. Familienstand; 
f. Beruf oder Beschäftigung; 
g. Geburtsort; (bei den fremden nicht naturalisirten 
Bewohnern des Staats die Angabe des Heimaths- 
landes.) 
h. Körperliche Beschaffenheit (ob blind oder taubstumm). 
Hiergegen werden nicht als unerlässlich, doch aber als 
im höchsten Grade erwünscht, die Nachrichten folgender 
Art bezeichnet: 
i. Sprache, die gesprochen wird (also Nationalität); 
k. Glaubensbekenntniss ; 
]. Art des Aufenthalts, ob dauernd oder vorübergehend ; 
m. von Kindern, ob sie den Unterricht in der Schule 
oder im Hause empfangen; 
n. Geistesbeschaffenheit (ob irrsinnig oder blödsinnig). 
10. Es ist wünschenswerth, dass in allen Ländern Ortscivil- 
standsregister (Einwohnerlisten) eingeführt und fortwäh 
rend auf dem Laufenden erhalten werden. 
11. Ueber die Gebäude sind folgende Nachrichten einzuziehen: 
a. Ob sie bewohnt, unbewohnt, oder im Bau be 
griffen sind. 
b. Von den bewohnten Gebäuden überhaupt ist anzu 
geben: Die Zahl der Stockwerke, Wohnzimmer und 
Fenster. Ferner der Zweck und Benutzung der Ge 
bäude, von wie viel Familien sie bewohnt sind. 
c. Von den unbewohnten Gebäuden ist der Grund, wes 
halb sie unbewohnt sind, anzugeben. 
d. Von allen andern Gebäuden ist gleichfalls die Art 
der Benutzung anzugeben. 
12. Es ist überall genau zu definiren, was als Gebäude an 
gesehen werden soll oder nicht. 
13. Es ist unnöthig, in den Tabellen die Orte, die weniger 
als 2000 Einwohner haben, unter den Städten aufzuführen. 
14. Wo ausser den oben genannten Nachrichten über die 
Bewohner und die Gebäude noch andere zur vollkom 
menen Erkenntniss der wirtschaftlichen und socialen Zu 
stände beitragende, gelegentlich der Volkszählung und 
ohne wesentliche Vermehrung der Kosten derselben er 
hoben werden können, da ist es höchst wünschenswerth, 
dass dies geschehe. 
Nachdem im Obigen das notwendig in’s Auge zu fassende 
Ziel der preussischen Bevölkerungsstatistik bezeichnet und die 
Wege angegeben worden sind, auf welchen es erreicht werden 
kann, ist jetzt ein Entschluss zu fassen. Wie könnte er anders 
lauten, als dass die amtliche Statistik Preussens ohne Verzug 
dazu schreite, seine Volkszählungen und Volksbeschreibungen 
so zu gestalten, dass sie den Vergleich mit keinem Werke 
ähnlicher Art zu scheuen brauchen ? Eingedenk des Spruches, 
dass wer den Zweck will, auch die Mittel wollen muss, heisst 
Das also mit andern Worten: 
In Rücksicht auf die bestehenden Verhältnisse und die 
Mittel des Landes sind Haushaltungs-, Haus- und Ortslisten 
für die Zählung zu verwenden und haben diese Listen die 
Fragen zu enthalten, durch deren pünktliche und richtige Beant 
wortung der physische, sittliche, geistige, sociale und ökono 
mische Zustand der gesammten preussischen Bevölkerung aufs 
Genaueste in Erfahrung gebracht werden kann. 
Es wurde schon bei Beschreibung der Methoden im Allge 
meinen angegeben, welchen Inhalts die bei Anwendung der 
selben erforderlichen Listen in der Hauptsache sein müssen. 
Um jedoch über die Fassung der letzteren keinen Zweifel 
bestehen zu lassen, ist es am Besten, nicht blos den Wort 
laut selbst, sondern auch die ganze Einrichtung der Listen der 
Beurtheilung zu unterwerfen. Das ist hierdurch geschehen. 
'Beilage II. enthält sub A., B. und C. die Entwürfe zu den 
Formularen der Orts-, Haus- und Haushaltungslisten. Jeder 
der Listen sind die nötkigen Erläuterungen und Vorschriften 
zur Benutzung eben so beigedruckt, wie es auf den wirklichen 
Listen zu geschehen hat. Wie bei der Austheilung, Ausfüllung 
und Wiedereinsammlung dieser Listen fh Werke gegangen 
werden soll, wird alsbald zu besprechen sein. Jetzt möge vor 
Allem ein Blick auf die Resultate geworfen werden, welche 
auf dem empfohlenen Wege zu gewinnen sind. 
III. Der statistische und staatswirthschaftllche Gewinn 
bei der vorgeschlagenen Zählungsmethode. 
Die in vorliegender Schrift enthaltenen Vorschläge zur 
Abänderung einzelner Gebräuche im bisherigen Zählungsver 
fahren, ja auch die Annahme einer systematisch durchgebil 
deten Methode und eines einheitlichen Planes werden eine um 
so grössere Beachtung dann verdienen, wenn der administra 
tive und wissenschaftliche Gewinn bei Befolgung jener Methode 
und der Ausführung jenes Planes ein erheblicher ist. Das ist 
er offenbar. Die Erheblichkeit lässt sich aber am Besten aus 
dem Nachweis desjenigen Materials beurtheilen, welches direct 
aus der Concentration und Zusammenstellung der im vorigen 
Abschnitt beschriebenen Listen hervorgeht. 
Hoffmann theilt, wie vorn ausführlich nachgewiesen, seine 
statistische Tabelle in die Hauptabschnitte : I. Gebäude, II. Be 
völkerung, III. Religiöse Verhältnisse der Einwohner, IV. Un 
terrichtsanstalten , V. Polizeianstalten und VI. Erwerbsmittel, 
eine Eintheilung, die nach und nach der selbstständigen Exi 
stenz der bekannten acht Tabellen gewichen ist, die bislang von 
dem statistischen Bureau von 3 zu 3 Jahren veröffentlicht wur 
den, nämlich : 
I. Die statistische Tabelle (enthaltend die Nachrichten 
von den Gebäuden, der Volkszahl und dem Vieh 
stande ), 
II. die Uebersicht der verschiedenen Wohnplätze, 
III. die Uebersicht der persönlichen und gewerblichen 
Verhältnisse der Juden, 
IV. die Bevölkerungsliste, d. s. die Nachrichten über die 
im Laufe der je letzten 3 Jahre Geborenen, Ge 
trauten und Gestorbenen, 
V. die Kirchen- und Schultabelle, 
VI. die Sanitätstabelle, 
VII. die Gewerbetabelle der mechanischen Künstler und 
Handwerker etc., und 
VIII. die Gewerbetabelle der Fabrikationsanstalten und 
Fabrikunternehmungen aller Art. 
Die Tabellen IV., V. und VI. gehen nicht aus der Volks 
zählung hervor, ihre Grundlagen sind anderen Ursprungs. Zur 
Vergleichung des bisherigen Gewinns aus den Resultaten des 
Census bleiben daher blos die Tabellen I., II., III., VII. und 
VIII. Es würde, wollte man sich bei einer Kritik des logi 
schen Aufbaus und der Gruppirnng dieser Tabellen aufhalten, 
nur Das zu wiederholen sein, was schon vorn auseinander ge 
setzt wurde. Auch schon äusserlich entspricht daher eine Ein 
theilung ihren Zwecken besser, welche sich eine schärfere 
Trennung des Stoffs zur Aufgabe macht. Ohne Zweifel ist 
das bei einem Systeme von Tabellen der Fall, deren Titel die 
folgenden sind: 
I. Bevölkerung. 
1. Zahl der Bewohner jedes Orts. 
2. Geschlecht und Alter der Bewohner in einjähriger 
Abstufung der Altersclassen (nach Provinzen). 
3. Geschlecht und Alter in fünfjähriger Abstufung der 
Altersclassen (nach Kreisen). 
4. Körperliche und geistige Beschaffenheit der Bewohner; 
d. h. Taubstumme und Blinde, Blödsinnige und Irr 
sinnige. 
5. Religionsbekenntniss. 
6. Familienstand. 
7. Stand oder Beruf, unterschieden nach den Hauptgrup 
pen: Ackerbau, Industrie, Handel, Verkehr, persönliche 
Dienstleistung, Gesundheitspflege, Erziehung und Un 
terricht, Künste und Wissenschaften, Cultus, innere 
Staats- und Gemeindeverwaltung (Polizei), Justiz, 
Armee und Flotte, Personen ohne Beruf und Berufs 
ausübung, Personen ohne Beruf. 
8. Art des Aufenthalts, Anwesenheit und Abwesenheit, 
Art des Beisammenwohnens. 
9. Sprache und Nationalität. 
10. Auswanderung aus Preussen: 
a. Zahl, Geschlecht und Alter der Auswanderer, 
b. Stand und Beruf, 
c. Ziel der Auswanderung. 
11. Einwanderung nach Preussen: 
a. Zahl, Geschlecht und Alter der Einwandernden,
	        

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