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Mittheilungen aus der Geschäfts- und Sterblichkeits-Statistik der Lebensversicherungsbank für Deutschland zu Gotha für die fünfzig Jahre von 1829 - 1878

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Bibliographic data

fullscreen: Mittheilungen aus der Geschäfts- und Sterblichkeits-Statistik der Lebensversicherungsbank für Deutschland zu Gotha für die fünfzig Jahre von 1829 - 1878

Monograph

Identifikator:
84518458X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-94409
Document type:
Monograph
Title:
Mittheilungen aus der Geschäfts- und Sterblichkeits-Statistik der Lebensversicherungsbank für Deutschland zu Gotha für die fünfzig Jahre von 1829 - 1878
Place of publication:
Weimar
Publisher:
Böhlau
Year of publication:
1880
Scope:
1 Online-Ressource (88 S., [54] Bl.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Mittheilungen aus der Geschäfts- und Sterblichkeits-Statistik der Lebensversicherungsbank für Deutschland zu Gotha für die fünfzig Jahre von 1829 - 1878
  • Title page

Full text

16 
II. Theil. Statistik der Sterbetalle. 
doch im Laufe der Zeit eher ab- als zuzunehmen scheint — 
wohl in Folge der Fortschritte der diagnostischen Kunst und 
der Verbesserung der diagnostischen Hülfsmittel. War sie im 
ersten Jahrzehnt noch bei 13,08 aller Gestorbenen die Todes 
ursache, so sank dieser Procentsatz im zweiten auf 13,0?, im 
dritten auf 11,28, erhob sich derselbe zwar im vierten auf 
11,78, fiel dann aber im fünften wieder auf 11,25. Die absolute 
Zahl der an Lungenschwindsucht in den letzten Jahrzehnten 
Gestorbenen ist so überwiegend, dass der Procentsatz für den 
ganzen fünfzigjährigen Zeitraum mit 11,03 dem niedrigsten 
Procentsatz der Jahrzehnte weit näher steht, als dem höchsten. 
Und hiermit kommen wir zum zweiten Theile unserer 
hier gestellten Aufgabe, zu einer Betrachtung der Veränderungen 
des Gewichtes der verschiedenen Todesursachen im Laufe der 
Jahrzehnte. 
Wie der nachstehende, zugleich auf graphische Veranschau 
lichung berechnete, Auszug aus der Tabelle Xll zeigt, sind es 
nur zwei Todesursachen, deren Gewicht vom ersten Jahrzehnt 
ab consequent abnimmt, nämlich der Typhus und die Unter 
leibsentzündung. Die procentale Abnahme des Typhus ist 
sehr bedeutend und fällt um so mehr ins Gewicht, da die 
absoluten Zahlen der Typhusfälle beträchtlich sind. Man wird 
die Abnahme der verheerenden Wirkung der Typhusfälle wohl 
ausschliesslich den bekannten grossen Fortschritten, welche 
die Therapie dieser Krankheit in den letzten Jahrzehnten ge 
macht hat, zuschreiben dürfen; bei den Unterleibsentzündungen, 
einer freilich ziemlich gemischten Krankheitsklasse, hat wahr 
scheinlich ein ähnlicher Grund vermindernd eingewirkt; übrigens 
sind hier die Gewichtsveränderungen nicht so beträchtlich, und, 
wegen der kleinen absoluten Zahlen, aus denen sie berechnet 
sind, minder einflussreich. 
Todesursachen 
182g—38 
1) Typhus 
2) Asiatische Cholera .... 
3) Andere Iiifections-Krankheiten 
4) Lungenschwindsucht 
5) Krebs 
6) Gelenk-Rheumatismus 
7) Diabetes mellitus etc 
8) Geisteskrankheiten etc 
9) Gehirn-Entzündung etc 
10) Chronische Gehirn- und Rückenmarks-Krankheiten . . . 
11) Entzünd!. Krankh. der Organe der Brusthöhle 
12) Chronische Entzündungen (Katarrhe) der Lungenschleim 
haut und Emphysem 
13) Chronische Herzkrankheiten 
14) Unterleibsentzündung excl. Puerperalfieber 
15) Chronische Leberkrankheiten 
16) ßright’sche Krankheit 
17) Aeussere Schäden und Geschwüre 
18) Gehirn-Schlagfluss 
19) Lungen-Schlagfluss 
20) Sonstige Krankheiten 
21) Selbstentleibung 
22) Verunglückung 
23) Altersschwäche 
14,86 
1,63 
5,79 
13,08 
2,97 
1,6» 
O,00 
0,59 
1,4» 
1,6 3 
9,36 
2,23 
2,53 
3,57 
4,16 
0,15 
1,34 
12,48 
1,93 
I 5'01 
1,63 
1,49 
0,45 
1839-48 
steigend auf 
fallend °'o 
fällt 
fällt 
fällt 
fällt 
fällt 
fällt 
steigt 
fällt 
fällt 
steigt 
fällt 
fällt 
steigt 
fällt 
fällt 
steigt 
fällt 
fällt 
steigt 
steigt 
steigt 
fällt 
steigt 
13,82 
0,84 
2,95 
13,02 
2,72 
Li? 
0,19 
0,19 
0,84 
3,14 
9,13 
1849—58 
steigend auf 
fallend ! °/ 0 
1859—68 
steigend auf 
fallend j 0 0 
1,69 
I. 
2,72 
3,14 
2,86 
0,28 
0,56 
I 1,66 
2,72 
19,44 
2,62 
1,17 
3,13 
fällt 
steigt 
fällt 
fällt 
steigt 
fällt 
steigt 
steigt 
fällt 
steigt 
steigt 
fällt 
steigt 
fällt 
fällt 
steigt 
steigt 
fällt 
fällt 
steigt 
fällt 
steigt 
steiet 
9,64 
3,27 
2,59 
I 1,28" 
2,82 
0,73 
0,38 
0,25 
0,60 
3,78 
10,70 
0,86 
4,40 
2,37 
2,72 
0,60 
0,91 
10,80 
1,96 
19,96 
1,96 
1,23 
6,22 
fällt 
fällt 
steigt ! 
steigt ; 
steigt I 
steigt 
steigt 
steigt 
steigt 
fällt 
steigt 
steigt 
fällt 
fällt 
steigt 
steigt 
steigt 
steigt 
fällt 
fällt 
bleibt 
steigt 
",82 
1,70 
2 ,20 
1 1 ,78 
5,36 
0,9.5 
0,42 
0,38 
0,68 
4,76 
! 1 0,3.3 
5,18 
1,37 
1,15 
1 2,io 
2,85 
13,68 
1,60 
1,23 
8,35 
I869— 78 
steigend auf 
fällend 0 0 
fällt 
fällt 
steigt 
fällt 
steigt 
fällt 
steigt 
steigt 
steigt 
fällt 
steigt 
steigt 
steigt 
fällt 
steigt 
steigt 
steigt 
steigt 
fällt 
fällt 
steigt 
steigt 
steigt 
4,20 
0,32 
34: 
1 1,25 
6,48 
0,86 
0,53 
0,46 
0,94 
4,35 
I 1,85 
3,21 
7,78 
1,72 
2,46 
2,00 
1,29 
12,81 
1,93 
IO.53 
[,83 
Bei vier Todesursachen — Diabetes mellitus, Chron. 
Herzkrankheiten, Bright'sehe Krankheit, Alters 
schwäche— beobachtet man eine consequente, bei der zwei 
ten und vierten von ihnen eine sehr beträchtliche Gewichts 
steigerung. Die Steigerung bei der vierten erklärt sich zum 
Theil aus dem wachsenden Alter der Anstalt. Je mehr sich der 
Procentsatz der Sterbefälle, welche auf diese Todesursache zu 
rückzuführen sind, 100 nähert, desto besser für die Versiche 
rungs-Anstalt, vorausgesetzt nur, dass der marasmus senilis in 
der Regel in den Altersklassen vorkommt, in denen er sich als 
normaler Process darstellt. Aus der unten folgenden Tab. XVI 
ist zu ermitteln, dass bei der Gothaer Anstalt das Durchschnitts 
alter der an Altersschwäche Gestorbenen 76,35 Jahre betrug. 
Das ist denn schon eine Altersstufe, bei welcher der Tod in 
Folge von Altersschwäche nichts Befremdliches hat. 
Die Steigerung des Gewichtes der chronischen Herzkrank 
heiten wird zum Theil gewiss darauf zurückzuführen sein, dass 
die pathologischen Zustände, welche man heutzutage so be 
zeichnet, in den letzten Jahrzehnten in Folge der gesteigerten 
Hast und tJnruhe des Lebens wirklich und zunehmend häufiger 
Vorkommen, als früher, theils wohl darauf, dass man gerade 
bei diesen Leiden immer mehr die richtige Bezeichnung hlos 
symptomatischen Benennungen (z. B. Wassersucht) vorzieht, 
! oder auch wirklich häufiger den eigentlichen Sitz des Uebels 
I erkennt. 
Die übrigens auf absolut niedrige Zahlen sich stützende 
Steigerung des Gewichtes des Diabetes und der Bright’sehen 
Krankheit spiegelt das aus der allgemeinen Sterblichkeits- 
Statistik schon bekannte Bild deutlich wieder. Man kann es 
dahin gestellt sein lassen, ob diese beiden Krankheiten über 
haupt erst in neuerer Zeit in Europa aufgetreten sind — 
als selbständige Krankheiten beobachtet werden sie jedenfalls 
erst seit einigen Jahrzehnten und zwar mit jedem Jahrzehnt 
in häufigeren Fällen. Möglich, dass die chemische, mikro 
skopische und mikrochemische Analyse jetzt manche Erkrankung 
auf jene organischen Veränderungen und Functionsstörungen, 
welche als Diabetes oder als Bright’sche Krankheit bezeichnet 
werden, zurückführt, während früher die gleiche Erkrankung 
ganz anders diagnosticirt wurde. Aber unverkennbar sind sie 
auch, seit man sich über ihre Symptomatologie und Diagnose 
verständigt hat, im Zunehmen begriffen ; sie sind Feinde, denen 
die Lebensversicherung die grösste Aufmerksamkeit widmen muss. 
Die asiatische Cholera, welche der Bank überhaupt 
nur in 23 von 50 Jahren Sterbefälle, und, etwa vom Jahre 
i860 abgesehen, wo 93 Cholera-Sterbefälle vorkamen, niemals 
eine grosse Zahl von Sterbefällen gebracht hat, hat auch ihr
	        

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