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Die Hansestädte und die Kontinentalsperre

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Bibliographic data

fullscreen: Die Hansestädte und die Kontinentalsperre

Monograph

Identifikator:
84518458X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-94409
Document type:
Monograph
Title:
Mittheilungen aus der Geschäfts- und Sterblichkeits-Statistik der Lebensversicherungsbank für Deutschland zu Gotha für die fünfzig Jahre von 1829 - 1878
Place of publication:
Weimar
Publisher:
Böhlau
Year of publication:
1880
Scope:
1 Online-Ressource (88 S., [54] Bl.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die Hansestädte und die Kontinentalsperre
  • Title page
  • I. Die Hansestädte und das revolutionäre Frankreich
  • II. Die Kontinentalsperre
  • III. Die Annektion
  • IV. Die Befreiung

Full text

53 
den verdrossenen Widerstand der Landbevölkerung, und die in den 
hanseatischen Departements zahlreich angelegten Zuckerfabriken 
vermochten trotz staatlicher Subvention nicht aufzukommen. Selbst 
die Bauernbefreiung erregte in den ehemals oldenburgischen und 
münsterschen Gebietsteilen nur die Unzufriedenheit der Befreiten, 
die sich in zahllosen Prozessen äußerte. Alles Gute wurde mehr 
als reichlich ausgewogen durch jene ebenso brutalen wie unklugen 
Eingriffe in das häusliche Leben des einzelnen, die zum Wesen 
des französischen Regierungssystems gehörten. Mehr noch als die 
materielle Schädigung durch die Kontinentalsperre, z. B. die 
Erdrosselung der ländlichen Leinenindustrie, und durch die Militär- 
und Steuerlasten haben die rücksichtslosen Haussuchungen der 
Zoll- und Regiebeamten und Gendarmen, die harten Strafen für 
geringfügige Vergehen — eine Reihe unzweifelhafter Justizmorde 
ist den französischen Behörden nachzuweisen —, die Zwangsarbeiten 
beim Bau der Befestigungen, der Jammer, der über viele Familien 
durch die Militär- und Marine-Konskription gebracht wurde, dazu 
beigetragen, jenen wütenden Haß gegen die Franzosen großzuziehen, 
der sich in den März-Aufständen des Jahres 1813 Luft machte. 
In den Städten kam dazu die geistige Unterdrückung, die will 
kürliche Behandlung der Presse, die Verletzung des Briefgeheim 
nisses. Auch die Bestechlichkeit und Geldgier französischer Beamter 
und Offtziere, für die gerade aus dieser letzten Zeit viele Bei 
spiele vorliegen, war geeignet, die Gefühle der Verachtung und 
des Hasses allmählich über die der Furcht obsiegen zu lassen. 
Kein Wunder, daß die Stimmung der Bevölkerung im Jahre 
1812 sich gegen das Vorjahr merklich verschlechtert hatte. Selbst 
aus den schönfärbenden Berichten der Präfekten und Polizei- 
beamten geht das hervor. Man hatte sich endlich überzeugt, daß 
man auch unter den veränderten politischen Verhältnissen, nach 
formeller Gleichstellung mit den alten Untertanen des Kaisers, 
auf Gerechtigkeit, auf wirkliche Förderung nicht hoffen durfte. 
11m die Jahreswende 1811/12 war die Spannung in dem 
wirtschaftlichen Riesenkampfe auf das Höchste gestiegen. Auf beiden 
Seiten machten sich deutliche Anzeichen der Ermattung bemerkbar. 
Denn auch Englands Widerstandskraft war nahezu erschöpft. Nach 
dem Aufschwung des Jahres 1809, der auch 1810, obwohl ver 
mindert, fortdauerte, brachte das Jahr 1811 schwere Rückschläge.
	        

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Die Hansestädte Und Die Kontinentalsperre. Verlag von Duncker & Humblot, 1913.
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