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Die Nationalökonomie in Frankreich

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Bibliographic data

fullscreen: Die Nationalökonomie in Frankreich

Monograph

Identifikator:
890892032
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-34137
Document type:
Monograph
Author:
Waha, Raymund de http://d-nb.info/gnd/117560855
Title:
Die Nationalökonomie in Frankreich
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Verlag von Ferdinand Enke
Year of publication:
1910
Scope:
1 Online-Ressource (XIX, 540 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Buch III Interventionismus, Solidarismus und Protektionismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Nationalökonomie in Frankreich
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Buch I Die liberale Schule
  • Buch II Die katholischen und verwandten Richtungen
  • Buch III Interventionismus, Solidarismus und Protektionismus
  • Buch IV Die Nationalökonomie bei den Philosophen und Soziologen
  • Schlusswort

Full text

404 
Der Interventionismus an den Universitäten 
Herabsetzung des Zinsfußes ist verwerflich, weil, auch an 
genommen, ein niedriger Zinsfuß sei immer eine Ursache und 
ein Zeichen von Volkswohlstand, keine gesetzliche Maßnahme 
ihn zu verwirklichen vermag. Die Reglementierung der Gewerbe 
hat den Nachteil, den Erfindungsgeist zu schädigen, ohne dem 
nationalen Gewerbe immer den Sieg über die fremde Konkurrenz 
zu sichern. Die Getreideausfuhr verb ote vermögen weiter nichts 
— wenn sie auch in Kriegszeiten zu entschuldigen sind — als 
den Ackerbau zugrunde zu richten und Hungersnöte zu erzeugen. 
Die Privilegien sind zu verteidigen, wenn es sich darum handelt, 
neue Industriezweige zu belohnen, aber die moderne Einrichtung 
der Patente ist weit zweckentsprechender. Die Luxusgesetze 
sind gefährlich für den Fortschritt, weil häufig was heute Luxus 
ist, morgen Allerweltsgut sein kann ; sie sind aber auch unwirk 
sam, wie eine Jahrhunderte alte Erfahrung lehrt. Die einzige 
Maßnahme merkantilistischer Wirtschaftspolitik, die noch heute 
diskutabel ist, ist der Protektionismus, d. h. die Intervention des 
Staates, um die nationale Produktion in eine Lage zu setzen, die 
jener des fremden Wettbewerbs gleich sei 1 ). 
Der merkantilistische Protektionismus war wesentlich ein 
solcher der Industrie. Schien ein Interessengegensatz zwischen 
Ackerbau und Industrie zu bestehen, so wurde regelmäßig 
ersterer der letzteren geopfert. Dubois läßt es dahingestellt 
sein, ob dieses Verfahren richtig war. Jedenfalls, meint er, 
konnte es nicht ewig währen, denn ein dauernder Fortschritt 
der Industrie ist ohne eine gleichzeitige Aufwärtsbewegung der 
Landwirtschaft nicht denkbar. Immerhin haben die Merkanti 
listen recht gehabt, an die Zukunft der Industrie ihrer Länder 
zu glauben. Aber aus der Tatsachenbeobachtung allein ist die 
Frage nicht zu lösen, ob die französische und die englische In 
dustrie ihren tatsächlichen Aufschwung dem Protektionismus 
verdanken. Seine Ansicht über diesen Punkt formuliert Dubois 
dahin, daß der internationale Freihandel als Ideal und sogar 
als normale Regel anzusehen sei, der Protektionismus aber — 
abgesehen von dem unbedingt zu verurteilenden Prohibitionis 
mus — in einem gegebenen Augenblick für ein Volk nötig sein 
könne. Die unmittelbaren Opfer, die ein Land sich durch einen 
b ibid. p. 266 ff.
	        

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Die Nationalökonomie in Frankreich. Verlag von Ferdinand Enke, 1910.
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