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Der gesetzgeberische Ausbau des Deutschen Reiches und seine Wirtschaftlichkeitspolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Der gesetzgeberische Ausbau des Deutschen Reiches und seine Wirtschaftlichkeitspolitik

Monograph

Identifikator:
861748913
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-91908
Document type:
Monograph
Author:
Huber, Franz http://d-nb.info/gnd/117535699
Title:
Der gesetzgeberische Ausbau des Deutschen Reiches und seine Wirtschaftlichkeitspolitik
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Krais
Year of publication:
1906
Scope:
1 Online-Ressource (79 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Der gesetzgeberische Ausbau des Deutschen Reiches und seine Wirtschaftlichkeitspolitik
  • Title page
  • Contents

Full text

II. Staatlicher Schutz der Unternehmer- und Arbeiterklasse. 
51 
Immerhin bedeutete diese Utopie für die Massen das neue Weltprinzip und 
Evangelium, das sie mit mächtigen Impulseli erfüllte und in Bewegung versetzte. 
Auf Grund des neu eingeführten a l l g e m e i n e n S t i m m r e ch t s, der V er eins-, 
V e r s a m m l u n g s-. Preß- und Koalitionsfreiheit wurde dem arbeiten 
den Volk die Möglichkeit gegeben, seine Interessen zu erkennen, und sich als ge 
schlossener Stand in der Oeffentlichkeit Geltung zu verschaffen. So trat die soziale 
Reform, die von den Handel- und Gewerbetreibenden bisher als eine akademische 
Doktorfrage angesehen worden war, in ein beschleunigtes Tempo. 
Von akademischer Seite, mie beispielsweise von W. Sombart, wird die ganze Sozialreform 
als ein selbstverständliches Erzeugnis der proletarischen Reaktion gegen das Kapital angesehen. 
Diese Annahme steht nüt den Tatsachen in Widerspruch. Allerdings trug zur Beschleunigung des 
Tempos naturgemäß auch die Arbeiterbewegung in den sächsischen und rheinisch-westfälischen 
Jndustriebezirken bei. Aber geschichtlich nachweisbar begann die ernstliche und tatkräftige Ein 
leitung der sozialen Reform schon zu einer Zeit, wo von einer proletarischen Reaktion oder Be 
wegung überhaupt noch gar nicht die Rede sein tonnte. 
Schon damals fühlte man, daß man vor eitlem entscheidenden Wendepunkt 
stand; über die Notwendigkeit einer tiefeingreifenden Reform und die Unvermeidlich 
keit größerer Opfer herrschte Einmütigkeit zwischen der Regierung und der über 
wältigenden Mehrheit der Nation. Besonders war man darin einig, daß gewisse 
Klassen von Arbeitern, namentlich Kinder^ und Frauen, staatlich und durch Gesetz 
geschützt lverdeu müßten. Selbst in Englattd und von der Manchesterschule, die sich 
lauge Zeit dagegen gesträubt hatte, wurde dies nun unumwunden anerkannt. „So 
ziale Reform oder soziale Revolution" wurde zur Parole. Nur war man sich bei der 
ungeheuern Kompliziertheit des Problems weder liber das Ziel noch über den zu 
beschreitenden Weg im Klaren. Bor allem fehlte es damals für die Frage, welche 
Grenze den gesetzgeberischen Eingriffen zu ziehen sei, noch an jeglichem Anhaltspunkt. 
So lange man sich noch mitten im Fluß der modernen Umgestaltung der Wirt 
schafts- und Gesellschaftsordnung sowie der Arbeiterbewegung befand, war es nicht 
möglich, ihre Tragweite und alle ihre Konsequenzen klar zu erfassen. Die Meinungen 
]) Die Anfänge der Sozialpolitik liegen in den Bestrebungen für eine Regelung der 
Kinderarbeit, und zwar gehen diese schon auf nahezu 200 Jahre zurück. Sie bewegten sich da 
mals in einer unserem Fühlen entgegengesetzten Richtung und in einer Weise, vermöge deren 
die Heranziehung einer nationalen Industrie, die soziale Frage und die gewerbliche Fortbildungs 
schule miteinander in einen inneren Zusammenhang gebracht wurden. Seit den: Aufkommen 
der Manufakturen im 18. Jahrhundert nämlich bildete es ein Problem der Staatswirtschaft das 
Volk in größerem Maßstab zur Industrie heranzuziehen und zu erziehen. Den Physiokraten 
schwebte dabei eine ausgedehnte Armen- und Kinderbeschäftigung vor, indem sie von der An- 
f#uung ausgingen, ouf biefein Biege bie Bereits in großen Umrissen wwl 
Frage gebannt werden könne. Als ein Mittel zur industriellen Heranbildung sah man die Ei - 
führung der obligatorischen Volksgewerbeschule an, die als Unterbau eines weitver 
zweigten technischen Unterrichtswesens dienen sollte. Auf diese Weise hofften die Physiotrat ' 
und Philantropen ein Humanitäts'ideal im Marie Antoinettenstil mit der lärmenden Fabrik 
verbinden zu können. — Die Schwärmerei für die Kinderarbeit überdauerte den Zusammenbruck 
der alten Verhältnisse. - Die praktische Grundlage für den Ausbau des gewerblichen Unterrickà 
wesens faßte im Jahre 1833 Rebenius in seinem Werk über die technischen Lehranstalten - 
sammen. 5U=
	        

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Almanach d’Adresses de La Chambre de Commerce, d’Industrie et de Métier `a Zagreb. [Verlag nicht ermittelbar], 1930.
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