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Vergangenheit und Zukunft der Sozialwissenschaften

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Bibliographic data

fullscreen: Vergangenheit und Zukunft der Sozialwissenschaften

Monograph

Identifikator:
865635560
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-96645
Document type:
Monograph
Author:
Sarraut, Maurice
Title:
Le problème de la marine marchande
Place of publication:
Paris
Publisher:
Berger-Levrault & Cie.
Year of publication:
1901
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 411 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Chapitre VII - La chantiers de la tyne et de la wear
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

466 Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik. II. Industriestaat. 
Durch die Zinsenansprüche, die Deutschland für das geliehene Kapital an das 
Ausland zustehen, konnte seine Handelsbilanz ohne Schaden immer stärker passiv 
werden. In den Jahren 1904/06 betrug die Spannung zwischen Einfuhr und Aus 
fuhr gegen 1700 Millionen M durchschnittlich.*) Zur Bezahlung dieses Defizits des 
deutschen Außenhandels stand aber neben den Einnahmen der Reederei und der See 
versicherung usw. ein Zinsguthaben Deutschlands an das Ausland zur Verfügung, 
dessen Höhe von sachverständiger Seite auf lYz Milliarden Ji geschätzt worden ist. 
Dieses Zinsguthaben fließt, soweit es nicht gleich wieder zur Kapitalanlage im Aus 
lande verwendet wird, Deutschland hauptsächlich in Gestalt von ausländischen Nah 
rungsmitteln und Rohstoffen für die Industrie zu. Und Deutschland erhält auf diese 
Weise durch das im Auslande angelegte deutsche Kapital die Möglichkeit, eine größere 
industrielle Bevölkerung zu unterhalten, als es sonst ernähren könnte. Wenn ein 
Land Rohstoffe und Nahrungsmittel vom Auslande geliefert bekommt, und wenn es 
gleichzeitig selbst über das nötige Kapital und die erforderlichen Arbeitskräfte verfügt, 
so besitzt es alle Bedingungen für die Vergrößerung seiner Industrie. In dieser Lage 
befindet sich Deutschland. Daraus erhellt, daß das rasche Anwachsen unserer Industrie 
in den letzten Jahrzehnten nicht bloß auf das Anschwellen unseres Fabrikatenexports 
zurückzuführen ist, sondern daß es zu einem wesentlichen Teil auf der Zunahme des 
im Auslande angelegten Kapitals beruht. Zugleich aber ist hiernach klar, daß das 
Steigen der Aufnahmefähigkeit des inneren Marktes in diesem Falle keine Zunahme 
der wirtschaftlichen Selbständigkeit Deutschlands, sondern nn Gegenteil sich steigernde 
Abhängigkeit vom Auslande bedeutet. 
2. Die Gefahren des Industriestaates. 
Von Karl Oldenberg. 
Oldenberg, Deutschland als Industriestaat. Vortrag. Göttingen, Vandenhoeck und 
Ruprecht, 1897. S. 4—6 und S. 31—33. 
Jede Volkswirtschaft ist ein Organismus, der seinen Schwerpunkt in sich selbst zu 
gewinnen sucht. Dieser Schwerpunkt aber hängt ab von einem gewissen Gleichgewicht 
der Bestandteile. Vor zwei bis drei Menschenaltern war Deutschland noch beinahe 
Agrarstaat. Die Jndustriefabrikate, deren es bedurfte, tauschte es großenteils vom 
Auslande, namentlich von England und Frankreich, unvorteilhaft ein. Da begann 
die große Agitation für Schaffung einer eigenen Industrie Deutschlands. Friedrich 
List, der große Schutzzöllner, verglich die deutsche Volkswirtschaft mit dem Körper 
eines arbeitenden Mannes, der nur einen natürlichen Arm besitzt, die Landwirtschaft, 
und auf der andern Seite, für seinen industriellen Bedarf, sich mit einem künstlichen 
Arm behelfen muß. Er wollte, daß dieser deutsche Mann sich seinen zweiten natür 
lichen Arm wachsen lassen sollte, und wies neidisch auf den englischen Nachbar hin, 
der damals zwei Arme hatte. Inzwischen ist England unversehens so weit fortge 
schritten, daß es heute nur wieder einen Arm hat, nur auf der andern Seite wie früher. 
Es braucht für seinen landwirtschaftlichen Bedarf den künstlichen Arm der Getreide 
einfuhr. Einen großen Staat, mit nur einem industriellen Arm, wie England heute, 
kannte man damals überhaupt nicht. Man strebte zur Vollständigkeit, zur Zwei- 
armigkeit, zur volkswirtschaftlichen Selbständigkeit. So lenkte auch Deutschland in 
*) In den Jahren 1907—1910 machte die Spannung zwischen Einfuhr und Ausfuhr 
durchschnittlich 1640 Millionen M aus. Statistisches Jahrbuch für das Deutsche 
R e i ch a. a. O. — G. M.
	        

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Wege Zur Rationalisierung. [Frankf. Societäts-Dr.], 1927.
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