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Russlands Bankerott

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Bibliographic data

fullscreen: Russlands Bankerott

Monograph

Identifikator:
869807978
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-400
Document type:
Monograph
Title:
Russlands Bankerott
Place of publication:
Berlin-Charlottenburg
Publisher:
Plutus Verlag
Year of publication:
1906
Scope:
1 Online-Ressource ([5] Blatt, 125 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Polemilches.
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Russlands Bankerott
  • Title page
  • Contents
  • I. Zur Warnung.
  • II. Beiträge zur Zeitgeschichte.
  • III. Polemilches.

Full text

101 
bestehen, daß der größte Teil der vom Ausland durch Verkauf von 
Wertpapieren und Anleihen beschafften Gelder ins Ausland wieder ab 
geflossen ist. Kann somit die Tatsache, daß ein großer Teil der vom 
Ausland aufgenommenen Gelder zum Bau von Eisenbahnen Verwendung 
gefunden hat, die Tatsache der ungünstigen Zahlungbilanz Rußlands 
nicht aus der Welt schaffen oder in ihrer Bedeutung vermindern, so wäre 
es doch immerhin möglich, daß im Innern des Landes gute Ertrag 
nisse der Staatseisenbahnen den Steuerdruck erleichtert und den Status 
der russischen Finanzen verbessert hätten. Dieser Meinung gibt Helfferich 
Ausdruck. 
In Uebereinstimmung mit einem Budget-Bericht des russischen 
Finanzministers für das Jahr 1902 bemerkt er, daß der Ueberschuß 
der Staatsschuld über die Aktiven 
am 1. Januar 1892 — 3026,3 Millionen Rubel 
„1. „ 1902 — 1882,5 
betragen, sonnt um 1143,8 
sich vermindert habe. 
Dieses schöne Ergebnis erhält Witte-Helfferich dadurch, daß er 
alle Ausgaben, welche für die russischen Staats-Eisenbahnen gebucht sind, 
als Anlagekosten estimiert. Run ist zunächst zwischen Ausgaben und 
wirklichen Baukosten in Rußland ein großer Unterschied. Von 100 Mark, 
die in Petersburg verausgabt werden, wird nur ein Teil wirklich ver 
baut. Der Rest wird verdient. Bei den älteren Eisenbahnbauten soll 
beispielsweise der Bauunternehmer durchschnittlich für den Kilometer 
60 000 Mark empfangen haben, dessen Herstellung 40 000 Mark gekostet 
hat, wobei allerdings bemerkt sei, daß der Bauunternehmer nicht die 
gesamten 20 000 Mark verdient hat, sondern mit einflußreichen Per 
sonen teilen mußte. Die Auslagen einfach als Wert einzustellen, ist 
danach vollständig verfehlt. Hierzu kommt, daß die russische Regierung 
auf Kapitalkonto auch solche Posten verbucht, welche anderweit abge 
schrieben, beziehentlich auf den Erneuerungsfouds verrechnet werden. 
Wenn Schienen ausgewechselt werden, oder unbrauchbare Waggons 
durch andere Ersatz finden, so ist augenscheinlich der Wert der Eisenbahn 
nicht vermehrt. Anders nach russischer Berechnungsart; hier werden 
die für die Unterhaltung des Betriebes neu zu machenden Anschaffungen 
dem Kapital-Konto gut geschrieben, so daß es kein Wunder ist, wenn sich 
nach dieser Berechnuugswcise der Wert der russischen Eisenbahnen auch 
auf den alten Linien erhöhen muß. Wenn man das gleiche Verfahren 
zum Beispiel bei der Dortmunder Union anwenden wollte, würde für 
deren Aktien wahrscheinlich noch nicht einmal ein Kurs von 300 aus 
reichend sein, um die Aktiva zu balanziereu. Uebrigens bemerkt Helfferich 
selbst zu dieser Berechnung, daß sie einen Faktor von problematischem 
Wert darstellt. Dagegen gewähre einen einwandsfreien Ueberblick über 
das Verhältnis von Staatsschuld und produktivem Staatsvermögen die 
Gegenüberstellung der Erfordernisse für den Dienst der Staatsschuld 
Hohe 
Baukosten. 
Willkürliche 
Wertberech- 
nuugeu
	        

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Kritische Geschichte Der Nationalökonomie Und Des Socialismus. Grieben, 1875.
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