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Russlands Bankerott

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Bibliographic data

fullscreen: Russlands Bankerott

Monograph

Identifikator:
869807978
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-400
Document type:
Monograph
Title:
Russlands Bankerott
Place of publication:
Berlin-Charlottenburg
Publisher:
Plutus Verlag
Year of publication:
1906
Scope:
1 Online-Ressource ([5] Blatt, 125 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Polemilches.
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Russlands Bankerott
  • Title page
  • Contents
  • I. Zur Warnung.
  • II. Beiträge zur Zeitgeschichte.
  • III. Polemilches.

Full text

112 
Der Staats 
bankrott als 
Entlastung. 
beau bemühte sich, durch Parlamentsbeschluß die Revolution in das 
ruhige Fahrwasser konstitutioneller Reformen zu leiten. Aber durch den 
guten Willen einzelner Menschen wurden die Schulden nicht kleiner, 
hörten die Hungersnöte nicht auf. Die wohlhabenden Klassen, die die 
Revolution aufs rein politische Gebiet beschränken wollten, wurden von 
den Jakobinern unters Fallbeil geschleift. Die Duma wird dem Bauer 
kein Brot geben können, sie wird noch weniger in der Lage sein, 
ihn von einem Jahr zum andern von der veralteten Dreifelderwirtschaft 
zur Fruchtwechselwirtschaft zu gewöhnen. Und ohne eine blühende Land 
wirtschaft wird nun einmal Rußland die Zinsen seiner vermehrten 
Staatsschulden dauernd aufzubringen nicht in der Lage sein. 
An dieser Stelle setzt das Eigene und gleichzeitig das Verdienst 
volle des Martinschen Buches ein. Was würde ein Staatsbankrott für 
Rußland bedeuten? Die Anleihen dieses Riesenreiches befinden sich 
fast vollständig in ausländischem Besitz. Zum größten Teil in Frankreich, 
zu einem erheblichen Teil in Deutschland. Wenn Rußland die Zins 
zahlungen einstellt, so schädigt es seinen eigenen Nationalreichtum nicht 
im mindesten. Aber, wie schon der alte Klassiker der deutschen National 
ökonomie, Wilhelm Roscher, gerade mit Bezug auf Rußland ausgeführt 
hat, besitzt jeder Staat, der seine Anleihen im Ausland untergebracht 
hat, damit ein schreckliches Machtmittel gegen seine Gläubiger: Zahlt 
Rußland keine Zinsen mehr, so ist augenblicklich ein ganz erheblicher 
Teil des deutschen Volksvcrinögens vernichtet. Ein verheerender Krieg 
kann uns nicht tiefere Wunden schlagen, als es ein Machtwort des Zaren 
oder ein Beschluß der zukünftigen Duma in betreff der Zinsfrage 
tun kann. Rußland kann, wenn es will, jeden Tag Europa kampf 
untüchtig machen. Und bei dem notorisch schlechten Gedächtnis, das die 
Kapitalisten für Staatsbankrotte haben, wäre dieser Wille für spätere 
Geldbeschaffungen nicht einmal verhängnisvoll. Aber wenn Rußland 
jetzt noch den guten Willen hat, es kommt einmal die Zeit, wo der 
beste Wille nichts nützen wird. Und für diese Zeit soll sich das deutsche 
Publikum jetzt schon vorbereiten, indem es seine russischen Anleihen 
langsam nach Rußland und Frankreich zurückverkauft und auf keinen 
Fall die Zulassung neuer Anleihen geschehen läßt. Konzentriert sich der 
russische Rentenbesitz in Paris, so wird der sicher einst eintretende 
russische Staatsbankrott die Volkskraft Frankreichs lähmen, und Rußland 
muß bis dahin vor einem deutsch-französischen Krieg zittern, der Frank 
reichs Kapitalisten zwingen würde, die Anleihen zurückzuwerfen. Ohne 
einen Schwertstreich wäre Deutschland Sieger über seine beiden, bisher 
gefürchteten Nachbarn. Schon bei der Marokko-Affäre stand Rußland 
vor der Gefahr, daß der Anprall der Anleiheverkäufe des geldbedürf 
tigen, zum Kriege rüstenden Frankreichs seine Goldwährung zertrümmerte. 
So steht nach Martin Deutschland am Scheidewege. Die eine 
Gabel des Pfades führt zum unblutigen Siege, die andere zu dauernder 
Knebelung ohne kriegerische Niederlage. Daß die zukünftigen Kriege 
weniger auf dem „Felde der Ehre" als auf dem Parkett der Börse 
verloren oder gewonnen werden, hat Herr Martin in neuer Wort- und 
Gedankenfassung beleuchtet.
	        

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Russlands Bankerott. Plutus Verlag, 1906.
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