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Russlands Bankerott

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Bibliographic data

fullscreen: Russlands Bankerott

Monograph

Identifikator:
869807978
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-400
Document type:
Monograph
Title:
Russlands Bankerott
Place of publication:
Berlin-Charlottenburg
Publisher:
Plutus Verlag
Year of publication:
1906
Scope:
1 Online-Ressource ([5] Blatt, 125 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Polemilches.
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Russlands Bankerott
  • Title page
  • Contents
  • I. Zur Warnung.
  • II. Beiträge zur Zeitgeschichte.
  • III. Polemilches.

Full text

122 
Die Lüge vom 
Voranschlag. 
Die Lüge von 
der Bauern 
belastung. 
Vosfischen Zeitung hat die Stirn dazu — die Vermehrung der russischen An 
leiheschuld seit 1889 sei nur auf die Ausgabe höherer Nominalbeträge in 
folge der Konvertierungen zurückzuführen, erscheint nicht recht begreiflich. 
Nun die dritte grobe Irreführung, die teilweise bereits vom Berliner 
Tageblatt gekennzeichnet worden ist: Da der Artikelschreiber der Vosfischen 
Zeitung anscheinend aus einer Quelle schöpft, die gewöhnlichen Sterblichen 
nicht zugängig ist, so weiß er bereits, daß bis zum September dieses Jahres 
trotz des Krieges und der inneren Unruhen die Einnahmen über den 
Voranschlag für 1905 einen Ueberschuß vou 80 Millionen Rubel ergeben 
haben. Gesetzt der Fall, diese Darstellung ist richtig, so arbeitet der Herr 
Sachverständige mit diesem Ueberschuß aus eine ganz unzulässige Weise, indem 
er nämlich darauf hinweist, daß selbst, wenn vom September ab keine weitere 
Steigerung des Ueberschusses erfolge, diese 80 Millionen bereits genügten, 
um 2 Milliarden 4%ige Anleihen zu verzinsen. Da Rußland im ganzen 
7,6 Milliarden verzinsliche Staatsschulden hat, so würden 80 Millionen auch 
nicht viel für den Zinsendienst besagen. Aber vor allem kommt diese Ziffer 
von 80 Millionen für den Zinsendienst gar nicht in Betracht, denn sie stellt 
sa nicht etwa den Ueberschuß der Einnahmen über die Ausgaben dar, sondern 
lediglich das Mehrerträgnis der Einnahmen des ordentlichen Budgets gegen 
die Einnahmen des Vorjahres. Solange man nicht weiß, ob nicht — was 
sicher ist — auch die Ausgaben für diesen Zeitraum ganz erheblich gewachsen 
find, wäre es eine Frivolität sondergleichen, daraus irgendwelche Schlüffe zu 
ziehen. Das Berliner Tageblatt weist sehr richtig darauf hin, daß für 1904 
das ordentliche Budget allerdings 111 Millionen Mark Ueberschuß erbracht 
hat, daß aber das Gesamtbudget trotz der Einrechnung der Anleiheerlöse 
einen Fehlbetrag von 334 Millionen Rubel auswies. Dieses Defizit ver 
ringerte sich durch Restkredite früherer Finanzperioden auf 317 Millionen Rubel. 
Einer vierten, allerdings sehr plumpen Fälschung macht sich der 
Verfasser dieser Artikelserie in der Vossin in bezug auf die Steuerbelastung 
der Bauern in Rußland schuldig. Er berechnet, daß von den 2 Milliarden 
Rubel Budgeteinnahmen aus Grundsteuern nur 122 Millionen, aus Ablösungs 
zahlungen nur 6% Millionen Rubel stammen und meint, diese 128 '^Millionen 
Rubel konnten angesichts einer Bevölkerung von 135 Millionen Menschen 
nicht gerade exorbitant genannt werden. Schon dieser Vergleich ist eine 
horrible Naivität. Denn der Verfasser müßte wissen, daß in Rußland auch 
nicht annähernd 135 Millionen Menschen Steuern zahlen, daß also schon die 
von ihm berechnete Belastung gar nicht so harmlos ist. Wäre sie wirklich so 
harmlos, woher kommen dann die etwa 123% bäuerlichen Steuerrückstände 
in Rußland? Aber auch die Belastungsziffer ist falsch. Der Bauer zahlt 
an den Staat erhebliche Abgaben auf dem Umwege des Branntweinmonopols 
und der verschiedenen Akzisen, z. B. auf Zucker. Vor allem hat der ständige 
Rückgang der russischen Getreidepreise den Bauer derartig geschädigt, daß er, 
in Aequivalente Roggen und Weizen umgerechnet, für Baumwolle zweieinhalb- 
mal mehr zu zahlen hat, als der deutsche Bauer, für Soda dreimal mehr, 
für Steinkohle sechsmal mehr, für Zucker zweieinhalbnial mehr und für Tee 
zehnmal mehr. Das erhellt ohne weiteres blitzartig die wirtschaftliche Situation 
des russischen Bauern.
	        

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Répertoire Des Administrateurs & Commissaires de Société, Des Banques, Banquiers et Agents de Change de France et de Belgique. 1926.
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