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Russlands Bankerott

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Bibliographic data

fullscreen: Russlands Bankerott

Monograph

Identifikator:
869807978
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-400
Document type:
Monograph
Title:
Russlands Bankerott
Place of publication:
Berlin-Charlottenburg
Publisher:
Plutus Verlag
Year of publication:
1906
Scope:
1 Online-Ressource ([5] Blatt, 125 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Russlands Bankerott
  • Title page
  • Contents
  • I. Zur Warnung.
  • II. Beiträge zur Zeitgeschichte.
  • III. Polemilches.

Full text

124 
Der Börsen- 
Souriet. 
Die Anstands- 
tante Voß. 
Die Kampfes 
weise der 
Vosfin. 
Lesern des Plutus gehören, möglichst schnell Kenntnis zu geben. Durch 
die Annoncenexpedition der Aktiengesellschaft Haasenstein & Vogler sandte 
der Plutus-Verlag verschiedenen großen Tageszeitungen entsprechende 
Annoncen. Vom „Berliner Börsen-Conrier" und der „Vossischen Zeitung" 
wurde diesen Ankündigungen die Aufnahme verweigert. Ganz ohne 
Zweifel einzig und allein deshalb, weil sie die Ueberschrift „Der russische 
Staatsbankerott" trugen. Denn die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft 
Haasenstein & Vogler ist doch wohl über jeden Zweifel erhaben, und 
daß etwa meine polemischen Auseinandersetzungen mit Herrn Salomon 
oder Herrn Lessing den Grund für die Ablehnung gegeben haben 
könnten, ist schon deshalb ausgeschlossen, weil beide Blätter noch vor 
nicht allzu langer Zeit Annoncen des Plutus-Verlages aufgenommen 
haben. Aber vom russischen Staatsbankerott darf bei ihnen eben nicht 
gesprochen werden, und sie weisen mit stolzer Gebärde Annoncen, die 
zwanzig Mark kosten, zurück, weil — das Russenkonsortium größere 
Annoncen aufgibt. 
Vom Börsen-Courier wundert mich dies Gebaren nicht. Er ist nun 
einmal das Anzeigenblatt der hohen Finanzwelt, seine ganze materielle 
Existenz beruht auf diesem intimen Verhältnis, seine Redaktion greift 
den Reichsbankpräsidenten an, wenn er sich dem Willen der imuts bangus 
nicht fügen will, sie macht dem Reichskanzler klar, daß er Deutschlands 
Industrie schädigt, wenn er sich den Wünschen der Herren Mendels 
sohn & Co. verschließt, sie behandelt die Mitglieder des Berliner Ma 
gistrats wie grüne Jungen, weil sie nicht nach der Pfeife der Großen 
Berliner Straßenbahn tanzen, weshalb sollte das Blatt mich und meinen 
Verlag besser behandeln wie gefürstete Herren und Exzellenzen? 
Ein ander Ding aber ist's um die Vossische Zeitung. Sie pratscht sich 
als unabhängige Hüterin des Volkswohls, trieft von Salbung und Moral 
und wird tatsächlich noch immer von einem Teil des Berliner Bürgertums 
für ein anständiges Blatt gehalten. Sie schwärmt für die Preßfreiheit, die 
fie — nicht selbst unterdrückt, eifert gegen jede Zensur, die sie — nicht selbst 
ausübt, bläht sich gegen jede Unanständigkeit, die sie — nicht selbst begeht, 
bekämpft jede Unmoral, soweit sie — fie nicht selbst durch ihre Kuppel 
annoncen unterstützt, und ficht tapfer gegen den Antisemitismus, wo immer 
er sich auch in — anderen Redaktionen findet. Im Annoncenteil dieses 
Blattes dürfen wohl Masseusen ihre Kundschaft fischen, Heiratsvermittler ihre 
Netze auswerfen, Lebegreise „zwecks Heirat" Nutten suchen, „arme junge 
Witwen" „edeldcnkende Herren" um Unterstützung bitten und Kuppelmütter 
sturmfreie Buden mit „separatem Eingang" anbieten. Ja, wenn der Staats 
anwalt nicht wär', brauchten nicht einmal all die unschuldheuchelnden Wort 
zutaten den treuen Kunden der Vosfin die Inserate verteuern. Aber ein an 
ständiger Verleger darf nicht im Inseratenteil der biederen Tante seine Zeit 
schrift ankündigen, von deren Inhalt er annimmt, daß er das Volk vor 
Schaden bewahren kann. Er dars's wenigstens nicht, wenn darin gegen das 
dem Russenkonsortium Heiligste geschrieben wird. 
Die Vossische Zeitung gilt schon seit langem den polftischen Kämpfern 
als das unentbehrlichste Blatt der Residenz. Sie hat sich den Vorwurf der 
politischen Unehrlichkeit erst jüngst wieder von Herrn Theodor Barth ge-
	        
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Die Arbeiterfrage. Verlag Ernst Reinhardt, 1912.
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