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Das kommunistische Manifest

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Bibliographic data

fullscreen: Das kommunistische Manifest

Monograph

Identifikator:
870039539
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-736
Document type:
Monograph
Author:
Marx, Karl http://d-nb.info/gnd/118578537
Engels, Friedrich http://d-nb.info/gnd/118530380
Title:
Das kommunistische Manifest
Edition:
Sechste autorisierte deutsche Ausgabe
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Expedition der Buchhandlung Vorwärts (Th. Glocke)
Year of publication:
1904
Scope:
1 Online-Ressource (32 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Proletarier und Kommunisten
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das kommunistische Manifest
  • Title page
  • I. Bourgeois und Proletarier
  • II. Proletarier und Kommunisten
  • III. Sozialistische und kommunistische Literatur
  • IV. Stellung der Kommunisten zu den verschiedenen oppositionellen Parteien

Full text

20 
keineswegs abschaffen, eine Aneignung, die keinen Reinertrag übrig läßt, 
der Macht über fremde Arbeit geben könnte. Wir wollen nur den 
elenden Charakter dieser Aneignung aufheben, worin der Arbeiter nur 
lebt, um das Kapital zu vermehren, nur so weit lebt, wie es das 
Interesse der herrschenden Klasse erheischt. 
In der bürgerlichen Gesellschaft ist die lebendige Arbeit nur ein 
Mittel, die aufgehäufte Arbeit zu vermehren. In der kommunistischen 
Gesellschaft ist die aufgehäufte Arbeit nur ein Mittel, um den Lebens 
prozeß der Arbeiter zu erweitern, zu bereichern, zu befördern. 
In der bürgerlichen Gesellschaft herrscht also die Vergangenheit über die 
Gegenwart, in der kommunistischen die Gegenwart über die Vergangenheit. 
In der bürgerlichen Gesellschaft ist das Kapital selbstständig und persönlich, 
während das thätige Individuum unselbstständig und unpersönlich ist. 
Und die Aufhebung dieses Verhälinisses nennt die Bourgeoisie Auf 
hebung der Persönlichkeit und Freiheit! Und mit Recht. Es handelt 
sich allerdings um die Aufhebung der Bourgeois-Persönlichkeit, -Selbst 
ständigkeit und -Freiheit. 
Unter Freiheit versteht man innerhalb der jetzigen bürgerlichen Pro 
duktions-Verhältnisse den freien Handel, den freien Kauf und Verkauf. 
Fällt aber der Schacher, so fällt auch der freie Schacher. Die 
Redensarten vom freien Schacher, wie alle übrigen Freiheitsbravaden 
unserer Bourgeoisie haben überhaupt nur einen Sinn gegenüber dem 
gebundenen Schacher, gegenüber dem geknechteten Bürger des Mittel 
alters, nicht aber gegenüber der kommunistischen Aufhebung des Schachers, 
der bürgerlichen Produktionsverhältnisse und der Bourgeoisie selbst. 
Ihr entsetzt Euch darüber, daß wir das Privateigenthum aufheben 
wollen. Aber in Eurer bestehenden Gesellschaft ist das Privateigenthnm 
für 9 Zehntel ihrer Mitglieder aufgehoben; es existirt gerade dadurch, 
daß es für 9 Zehntel nicht existirt. Ihr werft uns also vor, daß wir ein 
Eigenthum aufheben wollen, welches die Eigenthumslosigkeit der unge 
heuren Mehrzahl der Gesellschaft als nothwendige Bedingung voraussetzt. 
Ihr werft uns mit einem Worte vor, daß wir Euer Eigenthum auf 
heben wollen. Allerdings, das wollen wir. 
Von dem Augenblick an, wo die Arbeit nicht mehr in Kapital, Geld, 
Grundrente, kurz in eine monopolisirbare gesellschaftliche Macht ver 
wandelt werden kann, d. h. von dem Augenblick, wo das persönliche 
Eigenthum nicht mehr in bürgerliches umschlagen kann, von dem Augen 
blick an erklärt Ihr, die Person sei aufgehoben. 
Ihr gesteht also, daß Ihr unter der Person Niemanden anders ver 
steht , als den Bourgeois, den bürgerlichen Eigenthümer. Und diese 
Person soll allerdings aufgehoben werden. 
Der Kommunismus nimmt Keinem die Macht, sich gesellschaftliche 
Produkte anzueignen, er nimmt nur die Macht, sich durch diese Aneig 
nung fremde Arbeit zu unterjochen. 
Man hat eingewendet, mit der Aufhebung des Privateigenthums 
werde alle Thätigkeit aufhören und eine allgemeine Faulheit einreißen. 
Hiernach müßte die bürgerliche Gesellschaft längst an der Trägheit zu 
Grunde gegangen sein; denn Die in ihr arbeiten, erwerben nicht, und 
Die in ihr erwerben, arbeiten nicht. Das ganze Bedenken läuft auf die 
Tautologie hinaus, daß es keine Lohnarbeit mehr gibt, sobald es kein 
Kapital mehr gibt.
	        

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Das Kommunistische Manifest. Expedition der Buchhandlung Vorwärts (Th. Glocke), 1904.
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