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Der Pommersche Landbund

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Bibliographic data

fullscreen: Der Pommersche Landbund

Monograph

Identifikator:
870114468
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-49468
Document type:
Monograph
Author:
Supino, Camillo http://d-nb.info/gnd/133916456
Title:
Le crisi industriali
Place of publication:
Milano
Publisher:
Federazione italiana delle Biblioteche popolari
Year of publication:
1914
Scope:
1 Online-Ressource (87 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Der Pommersche Landbund
  • Title page
  • Die Pommern-Konferenz des Deutschen Landarbeiter-Verbandes
  • Material zur Beurteilung der Vorgänge in Pommern
  • Maßregelungen im Pommern
  • Aus der Preußischen Landesversammlung
  • Gegenmaßnahmen der Regierung
  • Schlußbemerkungen

Full text

69 
verantwortlich zu machen sind. Es geht nicht an, daß die Oeffentlichkeit immer 
wieder über Landarbeiterstreiks aufgeregt wird. Ich weiß, was die Herren 
wollen. Sie glauben eben, die Regierung könne nichts zum Schutz der Land 
arbeiter tun, weil sie auf die Hilfe der Landwirte angewiesen sei, weil die 
Landwirte sonst nichts mehr abliefern würden. 
Ich erkläre nochmals, daß wir bereit sind, in dieser Beziehung zu ver-i 
handeln; aber das Recht der Arbeiter lassen wir auch 
von den pommerschen Landjunkern uns nicht streitig 
m a ch e n. Wir hoffen und wünschen, daß es uns auch hier wie anderwärts 
gelingt, zu Verhandlungen zu kommen, und daß uns auch das künftige Ernte 
jahr vor größeren Erschütterungen der Landwirtschaft verschonen wird. 
Run muß ich noch eine Frage betonen. Es wird immer gesagt, die Tarif 
verträge müßten eingehalten werden. Ganz richtg, das gilt für normale 
Zeiten. (Lebhafter Widerspruch bei den Deutschnationalen.) Gestatten Sie, 
lassen Sie mich doch mal ausreden. Ich sage, das gilt für normale Zeiten;, 
heute aber haben wir anormale Zeiten. Gestern fand eine Verhandlung statt, 
wo Sie Forderungen stellten, was Sie für die Tonne Roggen und für die 
Tonne Weizen bezahlt haben wollen, und dann erklärten dort 
Vertreter der Landwirtschaft, die Arbeiter müßten 
gezwungen werden, zu einem bestimmten Satz zu ar - 
b eiten. Wenn ich das ausgesprochen habe, so habe ich es gesagt mit Rück 
sicht auf die herrschenden Zustände, wo wir es künftig mit laufenden Preis 
erhöhungen zu tun haben werden. Glauben Sie, daß die Ar 
beiter mit Löhnen zufrieden sein können, die im Ja 
nuar abgeschlossen sind und die noch im Dezember 
desselben Jahres gelten sollen? (Zurufe bei den Deutsch 
nationalen: Rein!) Ich sage, auf diesen Boden muß man sich stellen. Ge 
statten Sie nochmals, daß ich einen Namen erwähne, den des Herrn von der 
Osten, der in einer Rede ausführte, es wäre nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch 
und nach der Landarbeiterordnung gültig, was in den Tarifverträgen stehe, 
und das würde von den Arbeitern nicht eingehalten. Wenn die Tarifverträge 
abgeschlossen worden sind im Sommer des Jahres, und im Laufe des Jahres 
ist die enorme Steigerung für alle Produkte eingetreten, besonders für Schuh 
werk und Kleidung, dann können Sie es den Landarbeitern 
nicht verargen, daß sie Nachforderungen stellen. Ich 
habe gestern mit einem schätzenswerten Mitglied dieses Hauses gesprochen, 
welches meinte, wir würden dazu kommen müssen, die Tarifverträge viertel 
jährlich zu begrenzen und dann wieder zu Verhandlungen zusammenzutreten. 
Wenn Sie verlangen, daß man die Kohlen preise als 
Index fürdie Getreidepreise behandelt, dann müssen 
Sie auch den Arbeitern gestatten, daß sie auch so ihre 
Löhne bewertet haben wollen. (Sehr richtig! bei den Sozdem.) 
Das verlangen wir, und damit sind gewiß nicht nur meine Freunde von der 
Sozialdemokratie einverstanden, sondern wohl alle,: welche das Wirtschafts 
leben kennen. Aber man kann nicht zu einem Resultat kommen, wenn in 
der Presse über jeden Fall, der auf einem Gut passiert, daß die Leute mal aus 
diesem oder jenem Grunde die Arbeit niederlegen, gewaltiger Lärm geschlagen 
wird. Man muß versuchen, die Sache im Verhandlungswege zu schlichten, 
und ich glaube, daß alle, die schon bei Verhandlungen zwischen Arbeitgebern 
und Arbeitnehmern zusammengesessen haben, wissen werden, daß wenn es 
manchmal auch heiß hergegangen ist, doch zum Schluß immer ein Resultat 
herausgekommen ist. Auf diesen Boden muß sich auch die pommersche Land 
wirtschaft stellen, wie es anderwärts der Fall ist, dann wird man auch in
	        

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Der Pommersche Landbund. Vorstand des Deutschen Landarbeiter-Verbandes, 1920.
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