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Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Monograph

Identifikator:
870662961
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-49543
Document type:
Monograph
Author:
Guyot, Yves
Urbano, Rafael
Title:
El comercio y los comerciantes
Place of publication:
Madrid
Publisher:
Jorro
Year of publication:
1914
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 557 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Libro IV - La práctica del comercio
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

160 
suchen, welche Bedingungen als Ergebnis einer jahrzehntelangen Entwicklung 
gegenwärtig wirksam werden. 
Wenn es auch schwierig ist, unmittelbar die Friedenswirtschaft der Zu 
kunft zu schildern, so können wir doch durch genauere Betrachtung der 
Übergangswirtschaft manchen Hinweis auf die weitere Entwicklung erhalten ; 
denn daß die Friedenswirtschaft, wie sie vor dem Kriege bestand, ohne 
grundsätzliche Änderungen wieder aufleben könnte und die Übergangswirt 
schaft ein reines Zwischenspiel ist, kann wohl als ausgeschlossen gelten. Die 
Übergangswirtschaft ist einigermaßen erkennbar, weil sie durch Vorbereitungen 
schon eingeleitet ist und Anhänger verschiedener Richtungen sie für längere 
oder kürzere Zeit als organisierte Wirtschaft in Aussicht nehmen. 
Die einen wünschen den Wirtschaftsplan der Übergangszeit, damit er 
Unordnung bei der Neueinrichtung der Wirtschaft vermeiden helfe. Sie 
glauben z. B. nicht, daß der Automatismus des Marktes ausreiche, Rohstoffe 
in den richtigen Proportionen zu importieren, oder Arbeitskräfte zweckmäßig 
zu verteilen. Die anderen fürchten über diese Unordnung hinaus die Mög 
lichkeit von Krisen, das heißt, von Schädigungen der Wirtschaft, vor allem 
gelegentlich großer Veränderungen, welche aus dem Automatismus des Marktes 
selbst hervorgehen würden. Trat während des Weltkrieges infolge der Ab 
sperrung Nahrungsmittelmangel ein, so konnte man doch nicht von Krisen 
sprechen, weil diese Einschränkungen nicht organisch bedingt waren. Wenn 
auch schwere Fehler bei der Beschaffung der Verpflegung gemacht wurden, 
so war man doch in den leitenden Kreisen grundsätzlich darauf aus, die Pro 
duktion und den Konsum zu fördern, während die Verkehrswirtschaft das 
Streben nach Reingewinn als allein berechtigt anerkennt und daher unter 
Umständen eine unmittelbare oder mittelbare Einschränkung der Bedarfsbe 
friedigung, welche den Reingewinn des Produzenten erhöht, grundsätzlich 
zuläßt. Die Kriegswirtschaft hat unmittelbar die möglichst günstige Bedarfs 
befriedigung teils durch Gewährung hoher Reingewinne, die wie Prämien 
wirkten, angestrebt, teils durch unmittelbaren Produktionszwang, sowie durch 
die Bestrafung der Produktionseinschränkung oder der Mißverwendung von 
Produkten. 
Die bevorstehende Übergangswirtschaft, welche z. B. die Verteilung des 
Frachtraums auf die verschiedenen Gruppen, die Verteilung der produktiven 
Mittel auf die notwendige und die Luxusproduktion durchführen wird, kann im 
Gegensatz zur freien Verkehrswirtschaft als Verwaltungswirtschaft bezeichnet 
werden, womit weder etwas darüber ausgesagt werden soll, ob der Staat oder 
ein System von Verbänden diese Regelung in die Hand nirnmt, ebensowenig 
aber auch darüber, welche Machtfaktoren ausschlaggebend sein, werden oder in 
welchem Sinne die Verteilung der Produktion vor sich gehen werde, während 
im Namen „Staatssozialismus“ über alle diese Momente gleichzeitig etwas 
ausgesagt erscheint. 
Daß die Sorge nicht unberechtigt ist, es könne eine Krise sofort nach dem 
Kriege oder nach kurzem Aufschwung auftreten, zeigt die Erfahrung. Lowe 
schildert in seinen Betrachtungen über die Napoleonische Periode eingehend 
„the evils of transition“ — die Leiden der Übergangszeit. Manche vertreten 
denn auch die Ansicht, daß nach Friedensschluß die Verpflegung breiter 
Massen sich schlechter gestalten werde als während des Krieges, während 
es doch offenbar ist, daß die technischen Bedingungen für die Bedarfs 
befriedigung mindestens unverändert sein werden. Arbeitslosigkeit, Unter 
benützung der Produktionsmittel usw. kann eine Übergangsorganisation un 
möglich machen. Tut sie das, dann ist ihr nicht mehr und nicht weniger als die 
Lösung des Krisenproblems praktisch gelungen. 
Alles drängt nun in diese Richtung, denn die Neigung der Mensdhen, 
Drosselungen der Produktion zu ertragen, ist heute ebenso im Schwinden 
begriffen, wie der Fatalismus, mit dem man früher Krisen hinnähm, die man 
als unvermeidliche Nebenwirkungen des Marktgetriebes oder der Wandlungen 
der Produktionsrichtung anzusehen vielfach geneigt war. Die Menschen haben 
sich nun daran gewöhnt, daß alles Eingriffen zugänglich sei und daß man 
schwerwiegende Maßnahmen über Nacht durchführen könne. Das Konstruieren
	        

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Durch Die Kriegswirtschaft Zur Naturalwirtschaft. Verlag von Georg D. W. Callwey, 1919.
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