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El comercio y los comerciantes

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Bibliographic data

fullscreen: El comercio y los comerciantes

Monograph

Identifikator:
870662961
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-49543
Document type:
Monograph
Author:
Guyot, Yves
Urbano, Rafael
Title:
El comercio y los comerciantes
Place of publication:
Madrid
Publisher:
Jorro
Year of publication:
1914
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 557 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die deutsche Hausindustrie
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Kapitel. Begriff und Einteilung der Hausindustrie
  • Zweites Kapitel. Die Entstehung der Hausindustrie
  • Drittes Kapitel. Umfang der Hausindustrie in Deutschland
  • Viertes Kapitel. Wirtschaftliche und soziale Zustände in er Hausindustrie
  • Fünftes Kapitel. Volkswirtschaftliche und soziale Bedeutung der Hausindustrie
  • Sechstes Kapitel. Staatshilfe
  • Siebtes Kapitel. Selbsthilfe
  • Achtes Kapitel. Hilfe von aussenstehenden Kreisen
  • Index

Full text

36 
II. Kap.: Die Entftehung der Hausinduftrie 
Zunft fich verpflichten, während der beiden nächften Jahre je 80 Pfund von 
Paternofterkränzen den erftern zu überlaffen. Wenn ein Meifter mehr als 
80 Pfund im Jahre anfertigte, fo mußte diefer Überfchuß in Lübeck bleiben 
und nicht etwa nach Venedig, Nürnberg, Frankfurt oder Cöln abgeführt werden. 
Die Kaufherren behielten fich nur den Vertrieb vor: von einem Geldvorfchuß, 
von einer Anweifung über die Herftellung der Waren, von einer Rohftoffliefe- 
rung hören wir noch nichts. Die Lübecker Bernfteindreher blieben noch ziem 
lich felbftändig und durften außer dem Abfatz an die Kaufleute auch noch für 
ihre Lübecker Kunden produzieren. 
Viel weitergehende und die Selbftändigkeit der Handwerker mehr be- 
fchränkende Bedingungen ftellt der Augsburger Kaufmann Ott Ruland, wie 
er in feinem Handelsbuch felbft vermerkt. x ) Er beftellt auch Paternofterkränze 
bei verfchiedenen Meiftern in Wien und Salzburg, liefert ihnen aber auch das 
Miftelholz dazu und fchießt ihnen eine beftimmte Geldfumme vor. Die alfo 
verlegten Meifter aber dürfen nur für ihren Verleger arbeiten, find alfo gar keine 
Handwerker mehr, die unmittelbar für ihre Kunden tätig find, fondern zu Haufe 
befchäftigte Lohnarbeiter, wirkliche Heimarbeiter. 
Neben dem erweiterten Verkehr ift es die fortfehreitende Arbeits 
teilung, die allmählich ein hausinduftrielles Verhältnis in viele Gewerbe 
einführt. 2 ) Je mehr ein längerer Produktionsprozeß in mehrere Abfchnitte 
zerlegt wurde, um fo mehr verfchiedene Gewerbe bildeten fich, von denen eins 
dem andern in die Hand arbeitete, von denen eins dem andern die Halbfabrikate 
zum Fertigmachen bereitftelltc. So wurde in Solingen die KI i ng e n fc h m i e- 
d e r e i während des 15. Jahrhunderts von Handwerkern betrieben, die in drei 
voneinander getrennten Bruder fchaften vereinigt waren, den Schwert fehmieden, 
Härtern und Schleifern, Schwertfegern und Reidern. Die Schwertfchmiede 
konnten nun ebenfowenig wie die Härter und Schleifer ihre unfertigen und zum 
Gebrauch noch ganz ungeeigneten Fabrikate zum Kauf anbieten, wohl aber 
die Schwertfeger und Reider. In ihren Händen fammelten fich die fertigen 
Produkte an; jie zogen auf die Meffen und boten die blanken Klingen aus, 
pe wurden allmählich Kaufleute und Gewerbetreibende zugleich, von denen 
die vorarbeitenden Gewerbe mehr und mehr abhängig wurden. Immer all 
gemeiner wurde der Brauch, daß diefe nur noch auf Beftellung der Kaufleute, 
') Ott Rulands Handlungsbuch in der Bibliothek des Literarifchen Vereins in 
Stuttgart, I, Heft 4. zitiert nach Stieda. 
2 )Genau gefprochen kommt hier die Produktionsteiiung im Gegenfatz 
zur Arbeitszerlegung und Berufsfpaltung in Betracht, alfo die Teilung eines ganzen 
Produktionsprozeffes in mehrere felbftändige Abfchnitte. Vgl. Bücher, Die Ent 
ftehung der Volkswirtfchaft 5 293 ff.
	        

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