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Grundzüge der Sozialpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Grundzüge der Sozialpolitik

Monograph

Identifikator:
876559135
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-1676
Document type:
Monograph
Author:
Borght, Richard van der http://d-nb.info/gnd/11625274X
Title:
Grundzüge der Sozialpolitik
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von C. L. Hirschfeld
Year of publication:
1904
Scope:
1 Online-Ressource (XII, 566 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Teil. Arbeiterwohlfahrtspolitik
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundzüge der Sozialpolitik
  • Title page
  • Contents
  • I.Teil. Allegeines
  • II. Teil. Arbeiterwohlfahrtspolitik
  • III. Teil. Selbständige sozialpolitische Arbeit der Selbstverwaltungskörper und der Privaten
  • IV. Teil. Wohlfahrtspolitik in Bezug auf sonstige Personen in unselbständiger Arbeitsstellung

Full text

164 
II. Teil. Arbeiterwohlfahrtspolitik. 
zeigt sich u.a. in der von der Zeitschrift „Stahl undEisen“ 1901 berichteten 
Tatsache, daß in einem englischen Eisenbezirk die Hochofenarbeiter 1900 
wegen der Preissteigerung eine Lohnerhöhung um 18 %, vom 7. Januar 
1901 an wegen Preisermäßigung eine Lohnherabsetzung um 2 tyt °/o er 
fuhren. Die gleitende Lohnskala hat ihr Hauptanwendungsgebiet in 
der englischen und amerikanischen Kohlen- und Eisenindustrie gefun 
den und ist in der jüngsten Zeit auch in einem französichen Kohlen 
revier eingeführt worden. In England wurden gleitende Lohnskalen 
schon in den 60 er Jahren des 19. Jahrhunderts von den Unternehmern 
angewendet. Seit den 70 er Jahren wurde sie durch Vereinbarung 
zwischen Verbänden der Unternehmer und Arbeiter für englische und 
amerikanische Keviere zur Geltung gebracht; an wiederholten Um 
gestaltungen hat es nicht gefehlt. Die Einführung einer Untergreuze 
•für das Sinken der Löhne hat erst seit dem großen Kohlenarbeiter 
streik (1893) Verbreitung gefunedn. Die Blütezeit der Skala fällt in 
die 80 er Jahre; doch sind nie besonders große Arbeitermassen andern 
System beteiligt gewesen. In England wird die höchste Arbeiterzahl, 
die zeitweilig nach den gleitenden Lohnskalen entlohnt wurde, auf 
200 000 angegeben. Die meisten englischen Skalen haben bis Ende 
der 80 er Jahre Bestand gehabt. Ganz sind sie indes weder in Eng 
land noch in den Vereinigten Staaten verschwunden. Ihre gegen 
wärtige Verbreitung läßt sich nicht genau feststellen. 
Durch die Einführung einer Untergrenze für das Sinken der Löhne 
suchte man dem Hauptmißstand der früheren Form entgegenzuarbeiten. 
Er bestand darin, daß die Unternehmer behufs Erlangung großer Liefe 
rungen ihre Preise sehr heruntersetzten, weil sie sich durch die spätere 
Lohnherabsetzung infolge der gleitenden Skala einen Ausgleich schaffen 
konnten. Der weitere Nachteil, daß das Lohneinkommen der Arbeiter 
häufigen, oft erheblichen Schwankungen unterliegt, hat sich frei 
lich nicht beseitigen lassen. Es gehört eine nicht geringe Reife, Ein 
sicht und Selbstzucht der Arbeiter dazu, um nicht durch solche Schwan 
kungen auf die Dauer empfindlich benachteiligt zu werden. Im übrigen 
hängt die praktische Bedeutung des Systems wesentlich von dem Aus 
maß des Standardpreises und des Standardlohnes ab. Um diese Grund 
lage des ganzen Systems sind heiße und leidenschaftliche Kämpfe ge 
führt worden, während man von der gleitenden Lohnskala gerade eine 
vorbeugende Wirkung gegen solche Kämpfe erwartete und zum Teil 
noch erwartet. 
Daß gleichwohl auch günstige Erfahrungen mit dem System ge 
macht worden sind, ist bekannt. Es kommt eben hier wie in allen solchen 
Fragen auf die besonderen Voraussetzungen an, unter denen die An 
wendung vor sich geht. Eine allgemeine Verwendbarkeit kommt dem 
System nicht zu. Je höher der Anteil des Lohnes an den Produktions
	        

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Grundzüge Der Sozialpolitik. Verlag von C. L. Hirschfeld, 1904.
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