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Grundzüge der Sozialpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Grundzüge der Sozialpolitik

Monograph

Identifikator:
876559135
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-1676
Document type:
Monograph
Author:
Borght, Richard van der http://d-nb.info/gnd/11625274X
Title:
Grundzüge der Sozialpolitik
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von C. L. Hirschfeld
Year of publication:
1904
Scope:
1 Online-Ressource (XII, 566 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
I.Teil. Allegeines
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundzüge der Sozialpolitik
  • Title page
  • Contents
  • I.Teil. Allegeines
  • II. Teil. Arbeiterwohlfahrtspolitik
  • III. Teil. Selbständige sozialpolitische Arbeit der Selbstverwaltungskörper und der Privaten
  • IV. Teil. Wohlfahrtspolitik in Bezug auf sonstige Personen in unselbständiger Arbeitsstellung

Full text

12 
I. Teil. Allgemeines. 
2. Kapitel. Voraussetzungen der Sozialpolitik. 
§ 1. Sachliche Notwendigkeit und Möglichkeit der Sozialpolitik. 
Eingriffe zugunsten der in bedrängter Lage befindlichen Volks 
klassen sind nicht ausschließlich der neuesten Zeit eigen. Es hat ja 
schon in frühen Zeiten Menschen gegeben, die ihr Leben in unselb 
ständiger Lohnarbeit zuzubringen genötigt waren, und deren Verhält 
nisse auch wohl gelegentliche Eingriffe nötig machten. Aber im Laufe des 
19. Jahrhunderts haben sich in allen Kulturstaaten die Verhältnisse ver 
schoben. Am stärksten fallen die Verschiebungen ins Auge, die durch 
die neue gewerbliche Entwickelung hervorgerufen sind. In den Kultur 
staaten hat die gewerbliche Arbeit auch im Anfang des 19. Jahrhunderts 
ebenso wie in noch früheren Zeiten eine durchaus nicht zu unter 
schätzende Bedeutung! gehabt. Im Laufe des 19. Jahrhunderts aber hat 
sie allenthalben stark und schnell zugenommen, wenn auch nicht in 
allen Ländern gleichen Schrittes. Gleichzeitig sind ihre wirtschaftliche 
und technische Organisation durch das Vordringen kapitalkräftiger und 
leistungsfähiger Großbetriebe und ihre Produktionsbedingungen durch 
die Ablösung vom lokalen Bedarf und durch die Ausweitung der Be 
zugsgebiete für die Rohstoffe, der Absatzgebiete für die Erzeugnisse 
und des Einflußbereiches konkurrierender Produktionsgebiete wesentlich 
anders geworden. Die gewerbliche Bevölkerung hat im ganzen in 
folge dieser Entwickelung eine größere Bedeutung gewonnen. In 
Deutschland ist zwar die Landwirtschaft mit den ihr verwandten 
Berufsarten, als ganzes gefaßt, noch immer der wichtigste und größte 
Berufszweig; aber in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts war 
ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung noch erheblich größer. Auch 
zwischen den Berufszählungen von 1882 und 1895 hat sich der Anteil 
vermindert. Die Statistik drückt diese Tatsache durch folgende Zahlen 
aus. Von der Bevölkerung waren beteiligt nach dem Hauptberuf an: 
landwirtschaftlichen Berufen gewerblichen Berufen (einschl. Bergbau 
und Baugewerbe) 
1882 .... 42,51 % 35,51% 
1895 .... 35,74% 39,12% 
Dabei ist aber zu berücksichtigen, daß ein Teil der gewerblichen Be 
völkerung nach der Art und dem Ort der Berufstätigkeit mit den 
landwirtschaftlichen Berufen eng zusammenhängt, und daß von den 
rund 5 Mill. Nebenberufsfällen, die vorstehend nicht berücksichtigt 
sind, fast % auf landwirtschaftliche Arbeit kommen. Die Zahl der 
Erwerbstätigen im Hauptberuf war in den 
1882 1895 
landwirtschaftlichen Berufen . . . 8236496 8292 692 
gewerblichen „ ... 6396465 8281220 
Bei der Landwirtschaft ist also nur eine geringe, bei den gewerblichen 
Berufen eine sehr bedeutende Steigerung eingetreten. Noch deutlicher
	        

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Grundzüge Der Sozialpolitik. Verlag von C. L. Hirschfeld, 1904.
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