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Grundzüge der Sozialpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Grundzüge der Sozialpolitik

Monograph

Identifikator:
876559135
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-1676
Document type:
Monograph
Author:
Borght, Richard van der http://d-nb.info/gnd/11625274X
Title:
Grundzüge der Sozialpolitik
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von C. L. Hirschfeld
Year of publication:
1904
Scope:
1 Online-Ressource (XII, 566 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Teil. Arbeiterwohlfahrtspolitik
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundzüge der Sozialpolitik
  • Title page
  • Contents
  • I.Teil. Allegeines
  • II. Teil. Arbeiterwohlfahrtspolitik
  • III. Teil. Selbständige sozialpolitische Arbeit der Selbstverwaltungskörper und der Privaten
  • IV. Teil. Wohlfahrtspolitik in Bezug auf sonstige Personen in unselbständiger Arbeitsstellung

Full text

11. Kapitel. Beeinflussung der Arbeitsbedingungen durch Koalitionen. 289 
in Zeiten des Aufschwungs, und diese bieten ihnen unter sonst gleichen 
Verhältnissen bessere Aussichten auf Erfolg. In solchen Zeiten ver 
schieben sich die wirtschaftlichen Machtverhältnisse zu gunsten der 
Arbeiter. Die Arbeitgeber wollen und müssen die besseren Zeitum 
stände möglichst voll ausnützen. Eine Unterbrechung der Arbeit 
durch einen Ausstand würde ihnen gerade dann sehr unbequem sein. 
Überdies ist es in Zeiten des Aufschwungs schwerer, Ersatz für die 
ausständigen Arbeiter zu finden, da allenthalben die Nachfrage nach 
Arbeitskräften groß ist. Das nötigt die Unternehmer zu größerem 
Entgegenkommen. Auf der anderen Seite sind sie aber auch, weil 
ihre eigene Lage günstiger ist, zu Zugeständnissen an die Arbeiter 
mehr geneigt und imstande. In Zeiten des Niedergangs ist ihre Fähig 
keit und Geneigtheit zu Zugeständnissen wegen ihrer eigenen un 
günstigeren Lage viel geringer und ihr Widerstand viel zäher. Sie 
brauchen auch um Ersatz für die ausfallenden Arbeitskräfte nicht 
besorgt zu sein, da die Arbeitsgelegenheit seltener und der Wett 
bewerb um Erlangung von Arbeitsgelegenheiten schärfer ist. Überdies 
•wächst bei längerer Dauer der schlechten Marktlage bei den Unter 
nehmern das Bemühen, die Arbeitsbedingungen ihren Interessen wie 
der mehr anzupassen. Die Arbeiter haben deshalb mehr als sonst 
Anlaß zu Abwehrausständen, und selbst für diese sind die Aussichten 
auf Erfolg geringer. Noch mehr gilt das von Angriffsausständen, die 
in Zeiten des Niederganges meist aussichtslos sind. 
Wenn die Arbeiter und ihre Führer sich diese Tatsachen immer 
vor Augen hielten, würde mancher mißglückte Ausstand unterblieben 
sein. Im übrigen ist nach dem Gesagten klar, daß die Aussichten 
auf Erfolg der Ausstände in den einzelnen Jahren sehr ungleich sind. 
Dasselbe gilt natürlich auch für die Aussperrungen. Nur sind hier 
die Aussichten auf Erfolg gerade dann größer, wenn sie für die Ar 
beiter geringer sind. 
Außer den zeitlich wechselnden Einflüssen wird den Arbeitern 
der Erfolg dauernd erschwert durch die Schwierigkeit, eine größere 
Zahl von Ausständigen, die doch sämtlich nur eine geringe wirtschaft 
liche Widerstandsfähigkeit haben, längere Zeit hindurch ohne Arbeit 
zu erhalten, und durch die leichtere Verständigung der ihnen gegen 
überstehenden geringeren Zahl von Unternehmern über Gegenmaß 
regeln. An und für sich müßten hiernach die Unternehmer bei den Aus 
sperrungen größeren Erfolg haben, als die Arbeiter bei den Ausständen. 
Aber in Wirklichkeit ist das keineswegs immer der Fall. Zum großen 
Teil erklärt sich das aus der Tatsache, daß die „öffentliche Meinung“ 
sich oft auf die Seite der Arbeiter stellt. 
Nach der amtlichen Statistik wurde in Deutschland erzielt bei 
den im Berichtsjahre beendeten 
van der Borght, Grnndz. d. Sozialpolitik. 19
	        

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Grundzüge Der Sozialpolitik. Verlag von C. L. Hirschfeld, 1904.
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