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Grundzüge der Sozialpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Grundzüge der Sozialpolitik

Monograph

Identifikator:
876559135
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-1676
Document type:
Monograph
Author:
Borght, Richard van der http://d-nb.info/gnd/11625274X
Title:
Grundzüge der Sozialpolitik
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von C. L. Hirschfeld
Year of publication:
1904
Scope:
1 Online-Ressource (XII, 566 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Teil. Arbeiterwohlfahrtspolitik
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundzüge der Sozialpolitik
  • Title page
  • Contents
  • I.Teil. Allegeines
  • II. Teil. Arbeiterwohlfahrtspolitik
  • III. Teil. Selbständige sozialpolitische Arbeit der Selbstverwaltungskörper und der Privaten
  • IV. Teil. Wohlfahrtspolitik in Bezug auf sonstige Personen in unselbständiger Arbeitsstellung

Full text

12. Kapitel. Die Arbeiterversichernng. 
329 
erhalten zu müssen. Im ganzen ist deshalb die obligatorische Kranken 
versicherung von erheblich weniger Ländern geregelt worden, als die 
Unfallversicherung. Am meisten zurückgeblieben ist die obligatorische 
Invaliditäts- und Altersversicherung; bei ihr ist — wie ebenfalls schon 
erwähnt — der Zusammenhang mit der modernen Betriebsweise noch 
weniger scharf ausgeprägt und weniger wahrnehmbar, abgesehen von 
den bedeutenden technischen Schwierigkeiten, die zu überwinden sind. 
Vermutlich will man auch die mit der deutschen Invaliditätsver 
sicherung zu machenden Erfahrungen noch länger beobachten. Im 
ganzen zeigt dieser Überblick, daß die oben geschilderte deutsche 
Entwicklung inbezug auf den stufenweisen Fortschritt des Gedankens 
der obligatorischen Versicherung der Arbeiter und die sich ihm ent 
gegenstellenden Schwierigkeiten im wesentlichen als typisch gelten muß. 
Am frühesten ist Österreich zur Zwangsversicherung übergegangen, 
wenn auch bei weitem nicht in so umfassendem Maße Avie Deutsch 
land. Durch Gesetz vom 28. Dezember 1887 hat es die Zwangsun 
fallversicherung, durch Gesetz vom 30. März 1888 die Zwangskranken 
versicherung eingeführt. Jene wurde durch Gesetz vom 20. Juli 1894, 
diese durch Gesetz vom 4. April 1889 geändert und ergänzt. Eine 
zwangsweise Invaliditäts- und Altersversichung der Arbeiter ist in den 
letzten Jahren wiederholt in Aussicht gestellt, aber noch nicht ver 
wirklicht worden. Durch Gesetz vom 9. April 1891 folgte Ungarn 
mit der Zwangskrankenversicherung. Für die obligatorische Unfall 
versicherung hat ein vom Handelsminister eingesetzter Ausschuß 1903 
einen Entwurf aufgestellt. 
Die SchAveiz schien sich diesen Ländern bald anschließen zu 
wollen. Nachdem es zunächst (1887) zu einer Ergänzung und Erwei 
terung der Haftpflichtgesetzgebung gekommen war, erklärte sich in 
der Volksabstimmung vom 26. Oktober 1890 eine 3 /4 Mehrheit (283 000 
gegen 92000 Stimmen) im Prinzip für eine obligatorische Kranken- 
und Unfallversicherung der Arbeiter. Die daraufhin ausgearbeiteten 
Gesetzentwürfe wurden 1898 vom Nationalrat angenommen und gingen 
auch im Ständerat durch. In der Volksabstimmung vom 20. Mai 1900 
wurden sie aber mit 330 000 gegen 143 000 Stimmen abgelehnt. 
In Norwegen ist seit 1885 im Parlament wiederholt die Regelung 
des Krankenkassenwesens ohne praktischen Erfolg beraten worden. 
Dagegen ist die obligatorische Unfallversicherung der gewerblichen 
Arbeiter durch Gesetz vom 23. Juli 1894 geregelt worden. Ergänzungen 
und Änderungen sind durch die Gesetze vom 6. August 1897 und 
23. Dezember 1899 vorgenommen. Eine Invalidenpensionsanstalt für 
die ganze Bevölkerung ist mehrfach erörtert worden; zu einer ent 
sprechenden Gesetzgebung ist es nicht gekommen. 
Finland folgte mit einem Gesetz vom 5. Dezember 1895 wegen
	        

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Grundzüge Der Sozialpolitik. Verlag von C. L. Hirschfeld, 1904.
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