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Grundzüge der Sozialpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Grundzüge der Sozialpolitik

Monograph

Identifikator:
876559135
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-1676
Document type:
Monograph
Author:
Borght, Richard van der http://d-nb.info/gnd/11625274X
Title:
Grundzüge der Sozialpolitik
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von C. L. Hirschfeld
Year of publication:
1904
Scope:
1 Online-Ressource (XII, 566 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Teil. Arbeiterwohlfahrtspolitik
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundzüge der Sozialpolitik
  • Title page
  • Contents
  • I.Teil. Allegeines
  • II. Teil. Arbeiterwohlfahrtspolitik
  • III. Teil. Selbständige sozialpolitische Arbeit der Selbstverwaltungskörper und der Privaten
  • IV. Teil. Wohlfahrtspolitik in Bezug auf sonstige Personen in unselbständiger Arbeitsstellung

Full text

13. Kapitel. Die Arbeiterwohnungsfrage. 
411 
Mittel nicht unmittelbar beeinflussen, weil sie ein Ergebnis der gesamten 
wirtschaftlichen Entwicklung sind und eine Behandlung lediglich unter 
dem Gesichtswinkel der Wohnungsreform nicht zulassen. Im ganzen 
gilt das auch von dem Einfluß des großen Verkehrswesens. Mit der 
Tatsache, daß die größere Beweglichkeit der Bevölkerung infolge des 
Eisenbahnwesens auch die Anhäufung der Bevölkerung an bestimmten 
Stellen erleichtert, muß man sich abfinden, zumal an sich damit auch 
eine entgegengesetzte Bewegung erleichtert wird. Man erwartet von 
einer stärkeren Einfügung leistungsfähiger Wasserstraßen in das Ver 
kehrswesen eine größere Dezentralisation der gewerblichen Anlagen 
und damit auch ein Auseinanderziehen der kompakten Arbeitermassen. 
Diese Erwartung kann sich bezüglich neu entstehender Anlagen aller 
dings erfüllen, sofern sie nicht auf die Benutzung von Hilfsgewerben, 
Einrichtungen und geschäftlichen Beziehungen angewiesen sind, die 
entweder durch natürliche Verhältnisse oder durch lange und einge 
wurzelte Gewohnheiten an bestimmte Örtlichkeiten gebunden sind. In 
bezug auf die vorhandenen Anlagen wird sich jene Erwartung nur in 
geringerem Maße verwirklichen können. Bei vielen Anlagen sind im 
Boden, in Gebäuden und in ihrer Einrichtung und Ausrüstung und dgl. 
so große Geldkapitalien festgelegt, daß sie nicht lediglich der neuen 
Wasserstraße wegen herausgezogen werden können. Erst wenn sonstige 
Umstände einen Wechsel des Standorts erwünscht und möglich er 
scheinen lassen, würde hier die Rücksicht auf die Wasserstraße mit 
sprechen. Man darf also die Erwartungen auf die dezentralisierende 
Wirkung neuer Wasserstraßen nicht zu hoch spannen. Eine unmittel 
bare günstige Einwirkung auf die Arbeiterwohnungsverhältnisse wird 
davon kaum ausgehen können; aber einer zunehmenden Verschärfung 
der Wohnungsmißstände, wie sie durch das Aufkommen neuer Betriebs 
stätten eintreten könnte, würden unter gewissen Voraussetzungen neue 
leistungsfähige Wasserwege entgegenwirken können. 
Mehr Bedeutung kann die Gestaltung des inneren und das Nah 
verkehrs in den Städten und in ihrer Umgebung gewinnen. Häufige, 
schnelle und billige Verkehrsgelegenheiten zwischen den Außenbezirken 
und der Stadt oder den Stadtteilen, in der oder in denen sich die 
Arbeitsstätten befinden, erleichtern das Wohnen in den Außenbezirken, 
in denen eher Baugelände für billige und gute Arbeiterwohnungen zu 
finden ist. Aber es müssen wirklich häufige, schnelle und billige Ver 
kehrsgelegenheiten sein, weil sonst der Zeitverlust und Kostenaufwand 
die Arbeiter hindern würde, in den Außenbezirken zu wohnen. Im 
übrigen ist hierbei nicht zu vergessen, daß die Bodenspekulation sich 
vielfach der Entwicklung der Verkehrsveranstaltungen unmittelbar an 
schließt und durch Steigerung des Bodenwerts die Vermehrung billiger 
Wohnungen erschwert. In jedem Falle handelt es sich bei solchen
	        

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Grundzüge Der Sozialpolitik. Verlag von C. L. Hirschfeld, 1904.
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