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Grundzüge der Sozialpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Grundzüge der Sozialpolitik

Monograph

Identifikator:
876559135
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-1676
Document type:
Monograph
Author:
Borght, Richard van der http://d-nb.info/gnd/11625274X
Title:
Grundzüge der Sozialpolitik
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von C. L. Hirschfeld
Year of publication:
1904
Scope:
1 Online-Ressource (XII, 566 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Teil. Wohlfahrtspolitik in Bezug auf sonstige Personen in unselbständiger Arbeitsstellung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundzüge der Sozialpolitik
  • Title page
  • Contents
  • I.Teil. Allegeines
  • II. Teil. Arbeiterwohlfahrtspolitik
  • III. Teil. Selbständige sozialpolitische Arbeit der Selbstverwaltungskörper und der Privaten
  • IV. Teil. Wohlfahrtspolitik in Bezug auf sonstige Personen in unselbständiger Arbeitsstellung

Full text

18. Kapitel. Die Privatbeamten. 
485 
tationen aller Art hat längere Zeit dazu geführt, daß sich die Sozial 
politik überwiegend den Verhältnissen der Handarbeiter zuwendete. 
Hier war auch wegen des großen Teiles der Bevölkerung, der auf der 
Hände Arbeit angewiesen ist, das Gesamtinteresse stärker in Mitleiden 
schaft gezogen und das Bedürfnis nach Beseitigung von Mißständen 
dringender, als bei den Kopfarbeitern. Als die wichtigsten Aufgaben 
in bezug auf die Handarbeiter gelöst waren, wandte sich das öffent 
liche Interesse auch den Privatbeamten mehr zu. Mißstände waren 
und sind auch bei diesen vorhanden. Es ist aber nicht zu verkennen, 
daß nach manchen Richtungen hin in dem Stande der Privatbeamten 
die Dinge wesentlich günstiger liegen, als bei den Handarbeitern. Der 
Abstand zwischen Unternehmern und Angestellten ist nicht so groß, 
wie zwischen Unternehmern und Arbeitern. Nach Bildung, Wissen und 
sozialer Stellung stehen die Privatbeamten den Unternehmern vielfach 
näher als die Arbeiter. Die Möglichkeit, in die Reihe der wirtschaft 
lich Selbständigen einzurücken, ist für die Privatbeamten namentlich 
im Handelsgewerbe erheblich größer, als für den Handarbeiter, wenn 
auch der Großbetrieb im Handel beträchtliche Fortschritte gemacht 
hat. Zudem sind die Gehälter der Angestellten nach Zahlungsfrist und 
Höhe, so viel auch in dieser Beziehung zu klagen sein mag, vielfach 
günstiger und die Anstellungsbedingungen vielfach besser, als bei den 
Handarbeitern. Das alles führt dazu, daß im allgemeinen der Privat 
beamtenstand sich nicht in sozialer Interessengemeinschaft mit den 
Handarbeitern fühlt. Früher war die Abneigung gegen alle sozial 
demokratischen Bestrebungen aus diesem Grunde unter den Privatbe 
amten fast durchweg vorhanden. Neuerdings hat die sozialdemokra 
tische Bewegung freilich auch einen Teil der Privatbeamten erfaßt 
und eine Reihe von Organisationen hervorgerufen, die völlig unter 
sozialdemokratischem Einfluß stehen. Aber ein sehr großer Teil der 
Privatbeamten, namentlich der, dessen wirtschaftliche nnd soziale Stel 
lung von derjenigen der Arbeiter weiter ab liegt, hält sich davon fern; 
seine Interessen sind auch tatsächlich anders geartet und haben von 
dem Anschluß an die sozialdemokratische Bewegung keine Förderung 
zu erwarten. 
Für den besser gestellten Teil der Privatbeamten bietet der Weg 
der Selbsthilfe in manchen Beziehungen größere Aussicht auf Erfolg 
und ist in der neueren Zeit in ansehnlichem Umfange beschritten 
worden. Freilich hat sich auch hier gezeigt, daß für gewisse Gebiete 
das Eingreifen der Gesetzgebung unentbehrlich ist, wenn durchgrei 
fende Besserungen erreicht werden sollen. Das ist namentlich bei den 
mit dem Arbeiterschutz in bezug auf Leben, Gesundheit und Sittlich 
keit verwandten Gebieten der Fall, also in der Frage der Sonntagsruhe, der 
täglichen Arbeitszeit, des früheren Ladenschlusses, der Beseitigung der
	        

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Grundzüge Der Sozialpolitik. Verlag von C. L. Hirschfeld, 1904.
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