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Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
879457236
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-16989
Document type:
Monograph
Title:
Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
Place of publication:
Frankfurt a. O.
Publisher:
Verlag der Waldow'schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler)
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 514 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. — Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

92 
Zweiter Teil. Landet. IV. Landelskrisen. 
Arbeitseinstellungen, welche die Äberspekulation infolge der erhöhten Nachfrage nach 
Arbeitern wie Blasen in die Löhe getrieben, unverrichteter Dinge wieder aufgegeben 
werden, weil die Löhne eine Tendenz zum Sinken genommen haben. Denn so will 
es ein ironisches Walten der Volkswirtschaft, daß die Löhne gerade infolge der viel 
verschrieenen Kapitalistenspekulation steigen und mit ihr fallen, und daß Agiotage und 
Arbeiteraufstände (Streiks) sich die Land reichen. 
Die Preissteigerung, welche in solchen Zeiten in fast allen Zweigen der Güter 
erzeugung fühlbar wird, muß notwendig den Absatz schmälern und manche Zweige 
in der natürlichen Entfaltung ihrer Produktion hemmen, — weil die Konsumtion durch 
die Löhe der Preise eingeschränkt ward. Dieser Amstand muß natürlich zur Steigerung 
der Krisis beitragen. Sobald die Preise auf ihren normalen Stand zurückgekehrt, 
nimmt allmählich auch der Verbrauch wieder zu, und seine steigende Nachfrage hebt 
die regelrechte Produktion, d. h. die Erzeugung der zur gewöhnlichen Ernährung und 
Unterhaltung der Bevölkerung notwendigen und nützlichen Güter aufs neue. 
Unsere Betrachtung ist hier bei einem Punkte angelangt, welcher die Aufmerksamkeit 
der Gesetzgeber wie der Volkswirte und Geschäftsleute auf sich zu lenken verdient. 
Neue Unternehmungen pflegen auf Verbesserung der Produktionsmethoden und 
der Verkehrsmittel, auf neuen Erfindungen, neuen Artikeln — oder auf einer Aus 
dehnung der alten Anlagen zu fußen. Zm letzteren Falle sind die Mittel dazu nur 
aus Ersparnissen an der, sagen wir, jährlichen — Konsumtion zu schaffen. 
Zn Zeiten hochflutender Spekulation und steigender Preise bringt aber die 
einreißende Spielsucht mit sich, daß man lieber alte bewährte Produktionszweige ein 
schränkt, um das dadurch flüssig gewordene Kapital in neuen Unternehmungen anzu 
legen, weil diese Agio bieten und höheren Gewinn „verheißen" wie die alten bewährten 
Anlagen. Da wird also häufig Kapital gut rentierenden sicheren Anlagen entzogen, 
um es in neuen Unternehmungen aufs Spiel zu setzen, welche noch keinen Reinertrag 
bieten, weil sie erst gegriindet werden, ihre Kundschaft erst anwerben müssen, und die 
durch eigene oder fremde Schuld auch fehlschlagen können. 
Die Bauernweisheit, welche sich gegen jede, auch berechtigte Neuerung so hartnäckig 
zu sträuben pflegt, ist daher im Durchschnitt nicht so töricht, als man in der Regel 
meint, denn nicht alle Neuerungen bewähren sich; und da lassen die Vielgeprüften 
das Lehrgeld lieber die Lerren zahlen. 
Durch die infolge der Krisis eingetretene Ernüchterung wird daher die Produktion 
wieder in die normale, gewinnreichere, weil gefahrlosere Bahn gelenkt, und nur die 
jenigen neuen Unternehmungen (Eisenbahnen, Banken, Bergwerke, Lütten, Fabriken rc.) 
halten sich, welche entweder in der Gunst der natürlichen Lage oder in der Tüchtigkeit 
der leitenden Kräfte wirklich eine innere dauernde Berechtigung haben. 
So wird die Krisis allmählich verschmerzt, und als heilsame Nachwirkung bleibt ein 
Zmpuls zu neuer solider Tätigkeit, eine Bereicherung an Ideen und Erfahrungen übrig. 
2. Die Tulpenmanie in den Niederlanden (1634). 
Von Max Wirth. 
Wirth, Geschichte der Handelskrisen. q. Ausl. Frankfurt a. ITC-, I. D. Sauerländer, $oo. 
S. 23-26. 
Im Jahre 1554 hatte der Naturforscher Busbeck die Tulpe von Adrianopel 
aus nach dem abendländischen Europa gebracht. Als dieselbe, allmählich angepflanzt 
und vermehrt, auch in den Niederlanden eingebürgert wurde, entstand dort eine solche
	        

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Der Österreichische Exporteur. [Kammer für Handel, Gewerbe und Industrie], 1927.
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