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Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
879457236
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-16989
Document type:
Monograph
Title:
Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
Place of publication:
Frankfurt a. O.
Publisher:
Verlag der Waldow'schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler)
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 514 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. — Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

120 Zweiter Teil. Handel. V. Handelsunternehmung re. 
dgl. nicht mit ihnen zu vergleichen. In den Gilden könnten noch am ersten Anklänge 
an die heutigen Kartelle gefunden werden. Aber ursprünglich waren sie bloße Schutz 
verbände, und, wenn sie allerdings auch Preisvereinbarungen statuierten, traten auch 
bei ihnen die monopolistischen Tendenzen doch immerhin zurück hinter dem gesellschaftlichen 
und religiösen Charakter dieser Vereinigungen. Die Preisvcreinbarungen zwischen 
ihren Mitgliedern lassen sich vielleicht in ähnlicher Weise erklären, wie heute die 
Zusammenkünfte der Unternehmer in den Fachvereinen den Anstoß zu den Kartellen 
geben können. Alle diese mittelalterlichen Organisationen dienten in erster Linie der 
Erhaltung des ganzen Standes und seiner nicht nur wirtschaftlichen, sondern auch 
politischen Machtstellung; sie sind größtenteils aus sozialen Zwecken hervorgegangen. 
Was dagegen heute die Unternehmer in den Kartellen zusammenführt, ist das individuelle 
Gewinninteresse, das in der Gemeinschaft mit anderen die größte Möglichkeit seiner 
Befriedigung erkennt. Die Tatsache, daß die heutigen Kartelle vorzugsweise auf dem 
Gebiete der Produktion bestehen, beweist, daß sie erst in der neuesten Zeit entstanden 
sind. Denn wie lange ist es her, daß sich der Konkurrenzkampf, dieser Hauptentstehungs 
grund der Anternehmerverbände, auf dem Gebiete der Produktion in höherem Maße 
geltend machte? Solange er nur ein temporärer war, die Produktionsunternehmer nur 
gleichsam zufällig durch das Zusammentreffen auf demselben Markte in Konkurrenz 
traten, war an Vereinbarungen zwischen ihnen nicht zu denken; die Kartelle entstehen 
erst bei ständiger Konkurrenz. Daher werden die ersten Kartelle in denjenigen 
Produktionszweigen entstanden sein, in denen die natürlichen Produktionsbcdingungen 
schon frühzeitig eine solche ständige Konkurrenz ermöglichten, wie das im Bergbau 
infolge der eng begrenzten Lagerstätten der betreffenden Naturprodukte der Fall ist, 
zumal hier auch die örtliche Konzentration Vereinbarungen wesentlich erleichtert. Die 
ältesten bisher bekannt gewordenen Kartelle sind die aus den achtziger Jahren des 
18. Jahrhunderts datierenden Vereinbarungen der Kohlengrubenbesitzer am Tyne und 
Wear. Diese Kartelle sind nach Cohn zustande gekommen, um die Regellosigkeit der 
Kohlcnproduktion zu beseitigen, die zur Folge hatte, daß die Gruben mit höheren 
Produktionskosten nicht fortarbeiten konnten, also anscheinend infolge heftigen Konkurrenz 
kampfes und Anterbietens in den Preisen. 
Ein Zeitraum von ca. 50 Jahren liegt zwischen jenen ersten uns bekannt gewordenen 
Kartellen und den zweiten Erscheinungen dieser Art, und zwar ist es jetzt Deutschland, 
das ein höchst eigenartiges Kartell in den dreißiger Jahren aufweist. 1836 wurde 
nämlich zwischen den staatlichen und den beiden privaten Alaunfabriken Preußens ein 
Kartell geschlossen, das bis zum Jahre 1844 bestand. In den zwanziger Jahren sollen 
auch schon Versuche gemacht worden sein, ein Kohlenkartell in Westfalen zustande 
zu bringen. Aus den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts wird auch von einem 
Verbände nordenglischer Reeder berichtet, die gemeinsame Frachtsätze vereinbarten. Im 
übrigen sind uns Kartelle aus jener Zeit nur in Frankreich bekannt geworden. Claudio- 
Jannet erwähnt Verbände von Transport- und Versicherungsanstalten aus den dreißiger 
und vierziger Jahren. 1838 entstand ein Kartell französischer Sodafabrikanten, welches 
als Auftragskontingentierung eingerichtet war und bestimmte Preise festsetzte. Eine 
Überproduktion scheint die Veranlassung zu demselben gewesen zu sein, denn es wurden 
auf Kosten des Verbandes einige Fabriken stillstehend gehalten. 1842 wurde die 
Zociete ckurbonniere 6e Is Loire gegründet, die von Proudhon erwähnt wird. 
Hier ist es der heftige Konkurrenzkampf gewesen, der die Unternehmer zur Kontin 
gentierung der Aufträge und zur Regelung der Produktion veranlaßte. Der Verband 
scheint aber schon zwei Jahre darauf in einen förmlichen Trust verwandelt worden zu 
sein, der also die erste derartige Gründung darstellen würde. In den vierziger Jahren 
forderten, wie Brentano mitteilt, die englischen Grubenarbeiter die Bergwerksbesitzer 
auf, statt die Löhne herabzusetzen, den Konkurrenzkampf durch Vereinbarungen zu
	        

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Grundriß Des Deutschen Zollrechts. Hermes, 1927.
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