Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
879457236
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-16989
Document type:
Monograph
Title:
Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
Place of publication:
Frankfurt a. O.
Publisher:
Verlag der Waldow'schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler)
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 514 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

4 Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle. 
2. Luther. 
Von Wilhelm Roscher. 
Roscher, Geschichte der Nationalökonomik in Deutschland. München, R. Gldenbourg, 187^. 
S. 60—63. 
Luther verwirft den Landet im allgemeinen nicht. „Käufer und Verkäufer ist 
ein nötig Ding, das man nicht entbehren und wohl christlich brauchen kann. . . Denn 
also haben auch die Patriarchen verkauft und gekauft Vieh, Wolle, Getreide, Butter, (!) 
Milch und andere Güter. Es sind Gottes Gaben, die er aus der Erden gibt und 
unter die Menschen teilet. Aber da Geiz eine Wurzel alles Übels ist, so mögen Kauf 
leute schwerlich ohne Sünde sein. Ich sehe nicht viel guter Sitten, die je in ein Land 
kommen sein durch Kaufmannschaft, und Gott vorzeiten sein Volk von Israel darumb 
von dem Meere wohnen ließ und nicht viel Kaufmannschaft treiben." Der Grund 
fehler der meisten Landelsgeschäfte liegt darin, daß sie die Waren so teuer wie möglich 
anbringen wollen; statt dessen es heißen müßte, so teuer wie recht und billig. Dadurch 
wird der Lande! „nichts anderes, denn rauben und stehlen den anderen ihr Gut".. 
Ohne die Sttaßenräuber entschuldigen zu wollen, meint Luther doch, sie seien geringere 
Räuber als die Kaufleute: „sintemal alle Kaufleute täglich die ganze Welt rauben, 
wo ein Räuber im Jahr einmal oder zwei einen oder zween beraubt." 
Bei diesem Anlaß erörtert Luther die Grundlagen seiner Prcistheorie. Nach 
dem Sahe: „Jeder Arbeiter ist seines Lohnes wert", hat der Kaufmann Vergütung 
feiner Kosten, Mühe, Arbeit und Gefahr zu fordern: freilich Begriffe von einem sehr 
schwankenden Inhalt, wie Luther selbst anerkennt. „Doch wäre cs die sicherste und 
beste Weise, daß weltliche Obrigkeit durch vernünftige, redliche Leute" den Preis fest 
setzen ließe. Nur weil dies nicht zu hoffen steht, mag als Surrogat der Preis benutzt 
werden, „wie ihn der gemeine Markt oder die Landesgewohnheit gibt und nimmt." 
Wer dabei unabsichtlich etwas zu viel gewinnt, der mag die Sünde im Vaterunser vor 
Gott bringen; gerade „wie auch die eheliche Pflicht nicht ohne Sünde geschieht und 
doch Gott um der Not willen solchem Werk durch die Finger sieht, weil es nicht anders 
sein kann." — Dieser Rückfall Luthers auf das Ideal des kanonischen Rechtes, zu 
einer Zeit, wo es doch schon so viel mehr Konkurrenz gab als im eigentlichen Mittel 
alter, hängt wohl sehr mit der beginnenden Entwertung der edlen Metalle zusammen. 
Luther bemerkte die Preisrevolution sehr empfindlich an der immer größer» Llnzulänglich- 
kcit der Pfarrbesoldungen, welche er aufs bitterste beklagt. Aber ohne Verständnis 
der wahren Gründe, erklärt er diese Erscheinung, wie fast alle vor Bodinus taten, nur 
aus der Labgier der Wucherer, denen Adel, Bürger und Bauern viel eher durch 
Steigerung ihres Korns oder ihrer Arbeit entgegentreten können. 
Sehr merkwürdig ist der nachmals von Adam Smith wiederaufgenommene Ge 
danke, die gemeine Taglöhnerarbeit als Wertmaßstab anzuwenden. Einem Kauf 
manne, der seinen billigen Gewinn berechnen will, rät Luther, „die Zeit und Größe 
seiner Arbeit zu überschlagen und zu suchen, was ein gemeiner Taglöhner einen Tag 
verdient. Danach rechne, wieviel Tage du an der Ware zu holen und zu erwerben 
dich gemühet, und wie große Arbeit und Gefahr darinnen ausgestanden habest. Denn 
große Arbeit und viel Zeit soll auch desto größern Lohn haben." 
Im Gegensatze nicht bloß der Sozialisten, sondern auch mancher Lumanisten seiner 
Zeit wußte Luther den Nutzen des Geldes sehr wohl zu schätzen. Er hält es nicht 
für möglich, daß sich die Ägypticr zu Josephs Zeiten wirklich von allem Gelde entblößt 
hätten. Die edlen Metalle sind an sich keine schlechte Kreatur. Wir können uns 
derselben wohl zu Gottes Ehre und unseres Nächsten Notdurft bedienen. Das Schlechte 
liegt in uns, in unserm Geize re.
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Monograph

METS MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

Chapter

PDF RIS

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Monograph

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Chapter

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Volkswirtschaftliches Lesebuch Für Kaufleute. Verlag der Waldow’schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler), 1905.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

What is the first letter of the word "tree"?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.