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Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
879457236
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-16989
Document type:
Monograph
Title:
Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
Place of publication:
Frankfurt a. O.
Publisher:
Verlag der Waldow'schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler)
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 514 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. — Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

206 
Zweiter Teil. Handel. X. Die Börse. 
langes Feilschen zustande kommt. Denn er sucht seine Persönliche Schlauheit beim 
einzelnen Geschäft in die Wagschale zu werfen; nicht Angebot und Nachfrage be 
stimmen für ihn die Preise, sondern das Maß gegenseitiger Geriebenheit. 
Diesen Gepflogenheiten aber kommt der Meßhandel entgegen. In demselben 
Verkaufslokal werden in derselben Stunde, ohne daß irgendwelche Amstände sich ge 
ändert hätten, dieselben Waren oft zu den allerverschiedensten und geheimgehaltenen 
Preisen verkauft. In der Abneigung des Asiaten gegen öffentliche Preisfestsetzung 
liegt auch für die Zukunft eine gewisse Bedeutung der Messe zu Nischni gesichert. 
X. Die Börse. 
1. Die Börse nach Zola. 
Von Gustav Cohn. 
Lohn, Beiträge zur deutschen Börsenreform. Leipzig, Duncker & Ijumblol, ^95. 5.3 — 6. 
Emile Zola hat in einem seiner Romane mit der ihm eigenen „wissenschaftlichen" 
Methode die Wirklichkeit der Börse bis in die intimen Einzelheiten ihrer Technik 
hinein zu schildern versucht. Im Mittelpunkte steht eine jener Spekulantennaturen, 
deren Talent nicht sowohl in der schöpferischen Kraft fruchtbringender Gedanken, als 
in der produktiven Ausbeutung fremder Ideen sich entfaltet; in der Virtuosität, mit der 
man ein neues Projekt in Scene setzt, Meinung dafür macht, Anhänger und Kapitalien 
heranzieht, die Hoffnung nährt, die Erwartungen steigert, um dann zuletzt, wenn am 
Ende alles zusammenbricht, aus der Vernichtung immer wieder emporzusteigen zu neuen 
Spekulationen und neuen Erfolgen. 
In einem Momente des tiefen Sturzes lernen wir den Selben von Zolas Roman 
kennen; schon nach wenigen Wochen steht er an der Spitze einer „Banque Universelle“, 
welche, kirchliche und lukrative Zwecke verknüpfend, die Kultur des gelobten Landes im 
großen Stile durchführen soll. Die Verwertung des religiösen Elementes bei der 
Gründung dieses Anternehmens ist nur ein Stück in dem Zusammenhange mannigfaltiger 
Kunstgriffe der Täuschung und des Betruges. Der ganze Kreis der Persönlichkeiten, 
welcher sich um die Hauptfigur zu dem großen Anternehmen zusammenschließt, enthält 
fast ohne Ausnahme Leute von ähnlicher Anrüchigkeit. Der einzige anständige Mensch 
ist bezeichnender Weise der Erfinder der Idee, — der Ingenieur, welcher aus seiner 
früheren Tätigkeit in der Levante die Überzeugung von dem Bedürfnisse neuer Verkehrs 
mittel für das ferne Land mitgebracht hat, welcher bis zum letzten Augenblicke ohne 
Verständnis von den Manövern der Börse bleibt. 
And ebenso ist die Art der wirklichen Geschäfte, welche die neue Bank zustande 
bringt. Nicht gewinnreiche Erfolge der geplanten Anternehmung, sondern eine durch 
Jahre fortgesetzte Reklame, welcher es gelingt, die Aktien der Bank in fabelhafte Höhe 
hinaufzutreiben, — bis dann endlich kommt, was kommen muß, bis die Seifenblase 
platzt und der Held ins Gefängnis wandert. Der schwindelhafte Glanz, in dem er 
einige Jahre gelebt, wird bezahlt durch den Antergang der vielerlei Existenzen, die dem 
Irrlicht gefolgt sind. Doch auch dieses ist das Ende nur eines Aktes in dem Drama; 
bereits dämmert im Hintergründe die Morgenröte neuer Triumphe, nur auf verändertem 
Schauplatz, herauf.
	        

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Gesamtstaat, Dualismus Und Pragmatische Sanktion. Universitäts-Buchhandlung (Otto Gschwend), 1914.
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