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Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
879457236
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-16989
Document type:
Monograph
Title:
Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
Place of publication:
Frankfurt a. O.
Publisher:
Verlag der Waldow'schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler)
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 514 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. — Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

212 
Zweiter Teil. Kandel. X. Die Börse. 
Lebens geltend, und die wirtschaftliche Kraft des Landes muß dadurch geschwächt 
werden. Politisch stark ist heute aber nur das Land, das auch wirtschaftlich stark ist. 
Unter diesem Gesichtspunkte betrachtet, ist eine starke Börse einer der Lauptfaktoren 
auch der politischen Macht des Landes. 
3. Wesen und Wert der Zentralproduktenbörsen. 
Von Kurt Wiedenfeld. 
Wiedenfeld, Wesen und wert der Zentralproduktenbörsen. ^Berliners Akademische Antritts- 
rede. Sonderabdruck aus Schmollers Jahrbuch für Gesetzgebung re. Jahrgang XXVII, heft 2. 
Leipzig, Duncker & humblot, (903. S. 8 und S. 9—13. 
Im Großhandel ist ein Doppeltes vereinigt: einmal hat er örtlich und Izeitlich Vorrat 
und Bedarf auszugleichen, indem er die am Produktions- oder Stapelort entbehrlichen Überschuß 
mengen an die Stätten des Mehrbedarfs überführt, und indem er die zeitlich entbehrlichen 
Mengen für spätere Tage geringerer Ernten aufspeichert; zweitens hat aber er auch in Wechsel 
wirkung mit dieser ersten Funktion die Preise zu bilden, wobei er sich zwar auf die im tatsächlichen 
Vorrat und Bedarf, sowie in sonstigen Tatumständen gegebenen Grundlagen stützt, wobei jedoch 
auch persönliche Meinungen und Einflüsse ein entscheidendes Wort mitreden, wobei also Angebot 
und Nachfrage zum Ausgleich kommen. Man kann hiernach — nach dem Vorgang Ehrenbergs, 
der allerdings die Aufgaben anders verteilt — eine effektive Funktion des Großhandels unter 
scheiden: sie gleicht Vorrat und Bedarf aus, und eine spekulative Funktion: sie gleicht Angebot 
und Nachfrage ans; jene findet in der Verschiebung der Gütermassen, diese in der Preisbildung 
ihren Inhalt . . . 
Aus der großen Zahl von Börsen, die sich mehr oder minder dicht über alle 
Länder konzentrierter Produktion oder Konsumtion ausgebreitet finden, haben sich einige 
Plätze herausgehoben, die überwiegend das Geschäft der Preisbildung besorgen und 
infolgedessen eine überragende Bedeutung erlangt haben, die deswegen passend als 
Zentralbörsen zu bezeichnen sind; bilden sie doch die Punkte der Welthandels 
organisation, nach denen wegen ihrer Preisnotierungen aller Augen gerichtet sind, 
deren Einfluß sich daher über die ganze Erde erstreckt. Wie in Chikago oder New Bork, 
in London, Liverpol, Berlin die Getreidepreise stehen, das spürt der Landwirt im 
innersten Argentinien und Rußland, in Indien und in Australien; wurden doch lange 
Jahre hindurch die Roggenpreisnotierungen der Berliner Produktenbörse regelmäßig 
auf allen russischen Bahnhöfen der Produktionsgegenden angeschlagen, und wird doch 
noch heute in einem so wichtigen und einflußreichen Weizenland wie Argentinien der 
Preis der Hafenstädte ganz unmittelbar von Europa aus nach der Maßgabe der hiesigen 
Notierungen „diktiert". Ebenso stehen in ihrer Preisentwickelung die kleineren Börsen, 
wie sie für Deutschland in Königsberg, Danzig, Stettin, Breslau, Hamburg usw. 
bestehen, in Abhängigkeit von der nächstbenachbarten Zentralbörse, wie sich namentlich 
bei Unregelmäßigkeiten der Preisbildung wiederholt gezeigt hat. Die Lokalbörsen, 
zu denen trotz seines enormen, den Berliner Amsatz übertteffenden Effektivverkehrs auch 
Mannheim zu rechnen ist, — die kleineren Börsen dienen so gut wie ausschließlich in 
Einfuhr und Ausfuhr dem Effcktivbedürfnis der von ihnen unmittelbar bedienten 
Gebiete; die Zentralbörsen stellen in ihrer Gesamtheit das äußerlich nicht faßbare 
und doch reale Gebiet des Weltmarktes dar.
	        

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Oeuvres Complètes. Guillaumin, 1847.
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