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Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
879457236
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-16989
Document type:
Monograph
Title:
Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
Place of publication:
Frankfurt a. O.
Publisher:
Verlag der Waldow'schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler)
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 514 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. — Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

3. Wesen und Wert der Zentralproduktenbörsen. 
213 
Wie nun die Geschästssorm des Landels Zug um Zug dem Markt und der 
Messe, wie der Lande! nach Probe und Provenienztype der Effektivbörse, so entspricht 
der Zentralbörse die Form des Termingeschäfts. Zwar bietet dies durchaus nicht die 
einzige Möglichkeit zu spekulieren; selbst im Kassageschäst können, wie namentlich die 
Gepflogenheiten der New Porter Effektenbörse immer wieder deutlich machen, die 
wildesten Manöver ausgeführt werden. Aber das Termingeschäft stellt die technisch 
vollendetste, den Kapitalmarkt am wenigsten beanspruchende und die Tendenz am 
reinsten zum Ausdruck bringende Form dar, weil in ihm das ganze Interesse auf den 
Preis konzentriert ist, während alle übrigen Bedingungen ein für allemal durch den 
Börsenbrauch festgelegt sind, und weil diese Gleichmäßigkeit der Bedingungen die 
freieste Beweglichkeit, die Sicherheit jederzeitiger Landelsmöglichkeit gewährleistet: aus 
dem Mittel der Preissicherung ist ein Werkzeug der Preisbildung geworden. 
Daher finden wir denn auch das Termingeschäft so gut wie ausschließlich an den Zentral 
börsen im Gebrauch, und ein lebhafter Terminhandel ist geradezu das Kennzeichen einer 
Zentralbörse geworden; an den kleineren Börsen wird von dieser Geschästssorm, 
selbst wenn börsenamtlich dafür die Bedingungen aufgestellt sind, tatsächlich doch so 
gut wie gar keine Anwendung gemacht. 
Das Wesen der Zentralproduktenbörsen und damit ihr Wert liegt also darin, 
daß an ihnen der Preisbildungsprozeß sich konzentriert, daß hier die eine Funküon des 
Landels arbeitsteilig zu schärferer Ausbildung gelangt ist; und wenn auch zu der 
Verkleinerung der Preisschwankungen, wie sie in den letzten Jahrzehnten gegenüber 
früheren Zeiten zu beobachten ist, unzweifelhaft die Lebung der Beförderungstechnik 
und namentlich die Verbesserung des Nachrichtendienstes, die übrigens das ganze 
Gebäude der Zentralproduktenbörse ttägt, zu erheblichem Teil beigetragen haben, — 
nicht die geringste Ursache ist auch in der Spaltung der Funktionen zu erblicken, die 
den Blick des Spekulativhändlers gegenüber den Einzelerscheinungen freier gemacht 
und aus L>as Ganze konzenttiert hat. 
Andererseits ist es aber auch natürlich, massenpsychologisch begreiflich, daß sich gegen 
die Zentralproduktenbörsen und die ihnen typische Geschäftsform in allen Ländern 
gleichmäßig der ganze Groll all' derer heftig wendet, die in den letzten Jahrzehnten 
von der Preisbewegung nachteilig betroffen worden sind: in Mittel- und Westeuropa 
ebenso wie in Nordamerika hat die landwirtschaftliche Bevölkerung die Zentralbörsen 
und das Termingeschäft für den Preisrückgang verantwortlich gemacht; man hält sich 
an die äußere Erscheinungsform, weil man den inneren Kern nicht wessen kann und 
deshalb an seine Maßgeblichkeit nicht glauben will. Man beweist damit aber nur, 
daß man die Kräfte, die hier tätig sind, falsch einschätzt: die persönlichen Einflüsse zu 
hoch, die sachlichen Ursachen zu niedrig. 
Denn selbstverständlich treffen zwar an den Zenttalbörsen die Personen auf 
einander, nur durch ihre Vermittelung kommen die sachlichen Preisgrundlagen zur 
Wirkung: Angebot und Nachfrage, nicht unmittelbar Vorrat und Bedarf gleichen sich 
hier aus. Aber es kann doch einem Zweifel nicht unterliegen, daß die Personen nur 
dann ihre Meinung über den voraussichtlichen Preisgang durchzudrücken vermögen, wenn 
sie sich dabei auf die realen Elemente stützen, wenn eine reale Macht hinter ihnen steht. 
Dafür spricht schon mit entscheidendem Gewicht die Tatsache, daß die gewaltsamen 
Störungen der Preisentwickelung, die in den letzten Jahren von Berlin und Chikago 
ausgegangen sind, sämtlich ä la hausse geplant waren; den Cohn & Rosenberg, den 
Ritter & Blumenfeld, den Leiter erschien es möglich, nach einer schlechten Ernte soviel 
Getreide aufzukaufen und festzuhalten, daß sie die Preise dann schlechthin diktieren 
könnten. Noch nie hat es dagegen jemand für nützlich gehalten, gewaltsam ä la baisse 
zu spekulieren, — der Preisrückgang hat sich regelmäßig, abgesehen von den unmittelbar 
auf den Zusammenbruch einer Hausse folgenden Zeiten, viel gleichmäßiger vollzogen als
	        

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Die Reichsbank 1876 Bis 1910. Kommissionsverlag von Gustav Fischer, 1912.
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