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Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
879457236
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-16989
Document type:
Monograph
Title:
Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
Place of publication:
Frankfurt a. O.
Publisher:
Verlag der Waldow'schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler)
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 514 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. — Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

214 
Zweiter Teil. Kandel. X. Die Börse. 
der in wilden Sprüngen vor sich gehende Preisaufschwung jener Perioden einer über 
treibenden Laussespekulation — könnte es doch zur Durchführung eines Baisseinanövers 
notwendig werden, immer neue Getreidemassen auf den Markt zu werfen, was aus 
Naturgründen sehr bald seine Grenze findet. Auch jene Laussespekulationen find nun 
trotz der großen Kapitalien, die ihnen namentlich der Chikagoer Milliardärsohn Leite, 
im Jahre 1897/98 dienstbar gemacht hat, alsbald mit jähem Ruck zusammengebrochen 
als die tatsächlichen Voraussetzungen der Berechnungen sich als falsch erwiesen, als 
unter dem Einfluß der gesteigerten Preise immer neue Massen auf den Markt kamen 
und schließlich eine bessere Ernte vollends den Laussemanövern den Boden entzog: der 
Vorrat erwies sich als größer, denn angenommen war, und konnte daher wieder in 
Einklang mit der Nachfrage gesetzt werden. Der Preisrückgang der letzten drei Jahr 
zehnte läßt sich aus dem Leranziehen immer neuer Produktionsgebiete und aus der 
Verbilligung des Transports zu Lande und namentlich zu Wasser vollauf erklären, ohne 
daß es des Rückgriffs auf die angebliche Baissetendenz des Termingeschäfts bedarf. 
Lat sich also auch der preisbildende Spekulativhandel zu einem selbständigen 
Geschäftszweig entwickelt, so hat er sich doch vom Effektivhandel nicht völlig losgelöst, 
sich gar nicht völlig loslösen können; er geht nicht seine eigenen Wege ohne Rücksicht 
auf die realen Grundlagen des Getreidehandcls. Lind sind auch gewaltsame Störungen 
der regelmäßigen Preisbildung unzweifelhaft vorgekommen, so schließen doch auch sie 
sich stets entsprechenden Vorgängen in der Produktionssphäre an, und sie finden ungleich 
heftigere, die Preisnot bis zur Lungersnot gewaltsam steigernde Vorbilder in jenen 
früheren Zeiten, in denen Angebot und Nachfrage nur lokal zum Ausgleich gebracht 
werden konnten. Die Verselbständigung des Spekulativhandels und die Ausbildung 
der ihm dienenden Organe hat mithin derartige Auswüchse allerdings nicht zu beseitigen 
vermocht; sie hat aber doch durch die Verbreiterung des Wirkungsbereichs die Durch 
führung solcher Manöver immerhin erschwert. Auch durch die Zentralproduktenbörsen 
nnd ihren Terminhandel ist also die Preisbildung nicht Preiswillkür geworden. Dieser 
entscheidende Vorwurf trifft nicht zu. 
Dem gegenüber bedeutet es für die Volkswirtschaft eines Landes einen entschiedenen 
Vorteil, wenn sie im Rate des Weltmarktes selbständig durch eine eigene Zentralbörse 
vertreten ist. Allerdings ist dieser Vorteil aus dem Gebiet des Getreidehandels nicht 
so handgreiflich wie auf dem des Geld- und Effektenverkehrs; aber zu beobachten war 
er doch auch in jenen Jahren, in denen die deutsche Zentralproduktenbörse, die Produkten 
börse von Berlin, im Schmollwinkel des früheren Lospitals zum Leiligen Geist ein 
nur verstohlenes Dasein führte: das Fehlen der amtlichen, unter der Kontrolle der 
gegenseitigen Interessen zustande gekommenen Preisnotierung machte sich allenthalben 
sehr störend bemerkbar. Nicht am wenigsten bei den Landwirten selbst, die sich vorher 
nur allzusehr nach ihr gerichtet hatten und sich nun hilflos ihrer Richtschnur beraubt 
sahen. Die Ländler konnten die Notiz leichter entbehren; sie erhielten von ihren Berliner 
Verbindungen nach wie vor die gewohnten Börsenberichte einschließlich der Preisangaben, 
und sie nutzten die Allwissenheit der Produzenten sicherlich zu einer Erhöhung der 
Risikoprämie aus. 
And mit der vielersehnten und dann vielgerühmten Verselbständigung der kleineren 
Börsen war es auch nichts, denn hier trat an die Stelle des Berliner Preisberichtes 
ganz allgemein der Prciszettel von Chikago; es war also nur eine umständliche Am 
rechnung nötig geworden und die Abhängigkeit vom Ausland ganz evident. Außerdem 
hat die Berliner Produktenbörse, eben als Zentralbörse, die Interessen der deutschen 
Volkswirtschaft geschlossen auf dem Weltmarkt zur Geltung gebracht; jetzt zersplitterten 
sich die Einflüsse, die Abhängigkeit vom Ausland mußte also stärker werden. 
Es ist daher ziemlich allgemein mit einem Seufzer der Erleichterung begrüßt 
worden, als endlich die Berliner Produktenbörse ihre offizielle Tätigkeit wiederaufnahm.
	        

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Volkswirtschaftliches Lesebuch Für Kaufleute. Verlag der Waldow’schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler), 1905.
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