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Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
879457236
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-16989
Document type:
Monograph
Title:
Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
Place of publication:
Frankfurt a. O.
Publisher:
Verlag der Waldow'schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler)
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 514 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. — Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

6. Zur Technik des Warcnterminhandcls. 
221 
Die Anteile sind (regelmäßig) durch einfache Übertragung des Papiers (der 
Aktie) übertragbar und gehen von Land zu Land: die Aktionäre kennen auch einander 
gegenseitig nicht, And doch sind sie Mitinhaber desselben Unternehmens, und für die 
wechselnden Aktionäre arbeiten unter Amständen Tausende von Arbeitern, denen sie 
niemals im Leben begegnen, und auf deren Lage sie, die eigentlichen Anternehmer, 
deren Vertreter nur der leitende „Direktor" ist, so gut wie keinen Einfluß haben, für 
die sie sich jedenfalls, auch ohne irgend besonders gewissenlose Menschen zu sein, regel 
mäßig schwerlich verantwortlich fühlen werden. 
Noch immer ist diese Form der Anternehmnng in starker Zunahme begriffen und 
für große Betriebe, die gewaltiger Mittel bedürfen, regelmäßig heute völlig un 
entbehrlich, denn Ansammlungen von Vermögen in einer Land, wie bei Krupp und 
Stumm, sind seltene Ausnahmen. Für Betriebe solchen ümfangs müssen die Mittel 
vielmehr regelmäßig durch Einlagen einer sehr großen Zahl von Leuten aufgebracht 
werden, welche gar nicht in der Lage sind, ihre persönliche Mitarbeit dem Betrieb zu 
widmen, auch gar nichts davon verstehen würden, sondern nur das Interesse haben, 
Tribut in Gestalt von Dividende zu beziehen. And auch hier wieder muß man sich 
hüten zu glauben, daß die Besitzer von Aktien etwa notwendig hauptsächlich in den 
Kreisen der „Großkapitalisten" zu suchen wären. In England besitzen auch Arbeiter 
Aktien, bei uns und unsern weit kärglicheren Reichtumsverhältnissen besteht gerade die 
Gefahr, daß zu viel Aktien in die Lände von Leuten gespielt werden, die nicht viel 
zu verlieren haben, aber durch gelegentliche hohe Dividenden, von denen sie lesen oder 
hören, oder sonstige Reklamen angezogen werden und meinen, weil auf der Aktie 
z. B. „1000 Mark" steht, komme ihnen doch wohl irgendwer dafür auf, daß sie 
diese 1000 Mark irgendwann von irgendwoher erstattet erhalten. 
Das sind die Lauptformen der eigentümlichen Ware, welche den Gegenstand 
des Marktverkehrs an den „Effektenbörsen" bilden. Man sieht, es sind verbriefte 
Tributberechtigungen, und die moderne Organisation der Wirtschaft führt dazu, 
daß eine immer steigende Zahl von solchen entsteht und „in ümlauf gesetzt" wird. 
6. Zur Technik des Warenterminhandels. 
Von Karl Johannes Fuchs. 
Fuchs, Der lvarenterminhandel, seine Technik und volkswirtschaftliche Bedeutung. Sonder- 
abdruck aus Schmollers Jahrbuch für Gesetzgebung re. Jahrgang XV, kseft Leipzig, vnncker 
& fjmnblot, tSJi. S. 8—1.4. 
Denken wir uns zwei Weizenhändler A und B, welche im März ein Lie 
ferungsgeschäft über 50 Tonnen Weizen auf Juni-Lieferung für 185 Mark pro Tonne 
(= 1000 kg) abgeschlossen haben. Dann ist das Zustandekommen dieses Lieferungs- 
geschästs zunächst ein Beweis dafür, daß die beiden über den künftigen Gang der 
Preise entgegengesetzter Meinung sind: A glaubt nach seinen Informationen über die 
Lage des Weltmarktes, der Preis werde bis zum Juni auf 180 Mark sinken; wenn 
er also den Weizen schon besitzt oder durch ein anderes Lieferungsgeschäft oder eine 
schwimmende Schiffsladung bis dahin zu bekommen erwartet, so würde er dadurch 
5 Mark pro Tonne verlieren, wenn er erst im Juni verkaufen wollte; hat er aber 
blanko verkauft, ohne den Weizen zu besitzeit oder bestimmt zu erwarten, so hofft er, 
wenn seine Beurteilung richtig ist, ihn dann im Juni um 180 Mark einkaufen und
	        

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Volkswirtschaftliches Lesebuch Für Kaufleute. Verlag der Waldow’schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler), 1905.
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