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Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
879457236
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-16989
Document type:
Monograph
Title:
Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
Place of publication:
Frankfurt a. O.
Publisher:
Verlag der Waldow'schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler)
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 514 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. — Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

245 
6. Licht- und Schattenseiten des Kapitalismus. 
blutig gescheuert, bis zum Knie in dem zähen Schlamm herumgehetzt werden, ist ein 
geradezu mitleiderregender. Sie sollen die Arbeit auch durchschnittlich nur ein Jahr 
aushalten, dann gehen sie an Luffäule rc. zugrunde, und man nimmt deshalb nur billige, 
alte Kreaturen, die man hier zu Tode hetzt. — Wer nachher das glänzende Metall im 
Gebrauch hat, ahnt meist gar nicht, wie viel menschliches und tterisches Elend seine 
Gewinnung verursachte. 
Daß die Arbeiter in den Minen durchweg Indianer sind, ist wohl selbstverständlich; 
sie arbeiten jetzt meist im Stücklohn: die Lauer verdienen in den besseren Gruben 
1—1 Vz Dollar pro Tag, die Schlepper ca. 65 Centavos, die Arbeiter über Tage 
35—90 Centavos. Das alte partido (Anteils)-System hat sich nicht bewährt. Dabei 
erhielten die Lauer 50 Centavos festen Lohn und 8% vom Erz, mußten aber das 
Dynamit liefern. Viele arbeiteten jedoch nur so viel, um das Geld für den Spreng 
stoff zu verdienen, die weiteren 50 cts. genügten ihnen zum Leben, und, was das 
Schlimmste war, sie nahmen nur das allerbeste Erz, so daß weniger gute Gänge nur 
mit Verlust zu bearbeiten waren. Ein Beweis, wie alle diese vielgerühmten Löhnungs 
methoden nur da am Platze sind, wo eine intelligente Arbeiterbevölkerung ihre Vor 
teile zu nutzen versteht. 
Latte ich in Pachuca die alten und, wie es scheinen möchte, veralteten Arbeits 
weisen kennen gelernt, so ritt ich am nächsten Morgen mit meinem Gastfreunde, einem 
deutschen Bergwerksdirektor, über die Berge nach dem berühmten Real del Monte, 
einem kleinen, schön gelegenen Minenstädtchen, dem Lauptsihe der großen Real del 
Monte-Kompagnie, die noch jetzt etwa 300 Gruben in Betrieb hat, z. Zt. die reichsten, 
bis zu 300 Mark haltenden Erze fördert und in den letzten 30 Jahren ettva 50 Millionen 
Dollars Ausbeute gewonnen, aber auch ca. 30 Millionen für Neuanlagen, Wege 
bauten und Wasserleitungen verausgabt hat. Lier hat man die alten Arbeitsweisen 
verlassen und ist zu soliden Schachtbauten und guten Maschinen übergegangen, besitzt 
sogar die größte Bergwerksmaschine, die bisher in Amerika arbeiten soll, eine mächtige 
Pumpe von 1000 Pferdekräften. Sie ist deutschen Arsprungs, von der sächsischen 
Maschinenfabrik Lartmann-Chemnitz erbaut und arbeitet, trotz der mißgünstigen Prophe 
zeiungen der Engländer und Amerikaner, ganz vorzüglich. Auch andere Förder- und 
Bergwerksmaschinen sind seitdem mehrfach von deutschen Fabriken bezogen worden, 
ebenso wie die amerikanischen Stahlwalzen an den neueren Erzmühlen durch Grusonschen 
Stahl erseht werden mußten, da das amerikanische Fabrikat zu weich war und die 
Erze durch Abgabe von Eisen verdarb. Sonst überwiegt leider noch immer amerikanischer 
und englischer Einfluß, weil sehr viel dortiges Kapital in diesen, trotz Silberentwertung 
Gewinn bringenden Anternehmungen angelegt ist. 
6. Licht- und Schattenseiten des Kapitalismus. 
Von Walter Troeltsch. 
Troe lisch, Über die neuesten Veränderungen im deutschen tvirtschaftsleben. Vortrags- 
cyklus. Stuttgart, w. Rohlhammer, [899. 5. 12 — \8. 
Es hat nur einmal in der Weltgeschichte eine Zeit gegeben, wo das Kapital 
eine ähnlich große Rolle gespielt hat, wie im 19. Jahrhundert. Das war das 15. 
und 16. Jahrhundert, als in der Land von wenigen großen Landelshäusern Süd 
deutschlands, Italiens und Frankreichs (ich nenne hier nur die Augsburger Fugger) 
infolge glücklicher Spekulattonen Millionen vereinigt waren.
	        

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Oekonomik Der Transformationsperiode. Verlag der Kommunistischen Internationale, 1922.
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